Grundfreibetrag gestiegen

Trotz Renten-Erhöhung: Tausende Ruheständler müssen 2022 keine Steuern mehr bezahlen

  • Patricia Huber
    VonPatricia Huber
    schließen

Aufgrund der Rentenerhöhung war die Sorge bei vielen Senioren groß, dass sie plötzlich Steuern zahlen müssen. Doch viele werden um eine Steuerpflicht herumkommen.

München/Berlin - Zum 1. Juli dürfen sich Rentner in den alten Bundesländern über 5,35 Prozent mehr Rente freuen und in den neuen Bundesländern gibt es sogar 6,12 Prozent mehr für Ruheständler. Bei der derzeitigen Inflationsrate von 7,4 Prozent (Stand: April 2022) ist das für viele jedoch leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Hinzu kommt, dass durch die Erhöhung einige Rentner steuerpflichtig werden.

Rente: Grundfreibetrag erlöst tausende Ruheständler von der Rentenpflicht

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Denn es sind gar nicht so viele Rentner, die künftig Steuern zahlen müssen. Etliche fallen sogar aus der Steuerpflicht heraus, wie Merkur.de berichtet. Dafür sorgt das Steuerentlastungsgesetz, welches am 16. März 2022 von der Regierung auf den Weg gebracht wurde. Demnach steigt der Steuer-Grundfreibetrag nämlich um 603 Euro auf insgesamt 10.347 Euro - und das sogar rückwirkend zum 1. Januar 2022. Im vorherigen Jahr lag der Grundfreibetrag bei 9.744 Euro.

Diese Erhöhung hat zur Folge, dass deutlich weniger Rentner als erwartet steuerpflichtig werden. Das bestätigt auch das Bundesfinanzministerium auf Nachfrage von ihre-Vorsorge.de. Im Statement des Ministeriums heißt es, dass die Kombination der Rentenwertanhebung zum 1. Juli und die geplante Grundfreibetragserhöhung dazu führe, dass „rund 80.000 Steuerpflichtige mit Renteneinkünften nicht mehr steuerlich belastet und weniger als 5000 Steuerpflichtige mit Renteneinkünften erstmalig steuerbelastet wären“. Heißt also: Etwa 80.000 Ruheständler müssen im Jahr 2022 keine Steuern auf ihre Rente zahlen, obwohl sie das im Jahr 2021 mussten.

Rente: Wie viel muss besteuert werden?

Wichtig: Wie viel Prozent der Rente versteuert werden müssen, hängt vom Jahr des Renteneintritts ab. Wer beispielsweise im Jahr 2020 in Rente geht, muss 80 Prozent der Rente versteuern. Der Steuersatz steigt dann mit jedem Jahr um ein Prozent. Wer also 2040 in den Ruhestand geht, muss seine gesamte Rente versteuern.

Übersteigt dann der steuerpflichtige Teil der Jahresbruttorente den oben genannten Grundfreibetrag, so wird die Steuer fällig – oder zumindest eine Steuererklärung. Denn Rentner können auch einiges von der Steuer absetzen und so noch eine Menge Geld sparen. Unter anderem können Kosten für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, also beispielsweise für eine Haushaltshilfe, oder die Kosten für Handwerker bei der Steuer geltend gemacht werden.

Rubriklistenbild: ©  Schöning/Imago Images

Mehr zum Thema

Kommentare