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Mächtigste Frauen der deutschen Wirtschaft: Auch Managerinnen von Mercedes, Daimler und Porsche vertreten

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Von: Julian Baumann

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Unter den 100 einflussreichsten Frauen in der deutschen Wirtschaft finden sich auch in diesem Jahr wieder mehrere Managerinnen aus Baden-Württemberg, die sich im sehr herausfordernden Jahr 2022 besonders hervorgetan haben.

Stuttgart - Für die deutsche Wirtschaft war das Jahr 2022 alles andere als einfach. Die Folgen des Ukraine-Krieges - wie die Energiekrise, die Rohstoffknappheit und die unterbrochenen Lieferketten - stellten für viele Unternehmen große Herausforderungen dar. In schwierigen Zeiten sind die Manager und Führungskräfte ganz besonders gefordert und diese bestehen trotz anhaltender Vorurteile schon lange nicht mehr nur aus Männern, sondern auch aus einflussreichen Frauen. Das Manager Magazin hat zusammen mit der Boston Consulting Group 2015 die Initiative „Die 100 einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft“ gestartet.

Ziel der Initiative ist es, Frauen in verschiedenen Positionen als Vorbilder zu küren und den Einfluss im ablaufenden Jahr hervorzuheben. Auch in diesem Jahr hat das Magazin erneut die Liste der 100 einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft gekürt, unter denen erneut auch Managerinnen der Wirtschaft in Baden-Württemberg zu finden sind. BW24 hat sich die umfangreiche und in mehrere Kategorien eingeteilte Liste genauer angeschaut und hebt die einflussreichen weiblichen Führungskräfte der Unternehmen aus dem Südwesten besonders hervor.

Porsche-Einkaufschefin Frenkel und alle drei weiblichen Vorstände von Mercedes-Benz in Liste vertreten

Martina Merz, die Vorstandsvorsitzende des Stahlkonzerns ThyssenKrupp, wird oftmals als „mächtigste Frau der deutschen Wirtschaft“ bezeichnet und hatte durch Stationen im Management von Bosch durchaus auch Einfluss auf die Wirtschaft in Baden-Württemberg. In diesem Jahr war sie jedoch Teil des Juryteams. Dafür haben es aber mehrere andere einflussreiche Frauen von baden-württembergischen Firmen in die Liste geschafft und das vor allem auch aus der noch immer sehr von Männern dominierten Autoindustrie. Unter der Kategorie „Managerinnen“ findet sich mit Barbara Frenkel eine Geschäftsfrau, die aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage in diesem Jahr wohl ganz besonders gefordert war.

Barbara Frenkel, Mitglied des Vorstands der Porsche AG.
Porsche-Einkaufschefin Barbara Frenkel ist die erste und einzige Frau im Vorstand des Sportwagenbauers aus Stuttgart. © Porsche AG

Die Einkaufschefin des Stuttgarter Sportwagenbauers Porsche, einzige und erste Frau im Vorstand, hat den legendären Autohersteller aber nahezu unbeschadet durch die Krise manövriert, wie die Auslieferungszahlen von Porsche zeigen, die das Unternehmen trotz massiven Problemen in den ersten neun Monaten des Jahres steigern konnte. Für die Luxusmarke ist das Beschaffungsressort von immenser Wichtigkeit, die Einkaufschefin hat pro Jahr eine Kapazität von neun Milliarden Euro. Zudem hatte Barbara Frenkel die VW-Tochter zusammen mit dem restlichen Vorstand 2022 sehr erfolgreich an die Börse gebracht.

Neben der Einkaufschefin von Porsche sind auch alle drei weiblichen Vorstandsmitglieder des Stuttgarter Autokonzerns Mercedes-Benz in der Kategorie „Managerinnen“ vertreten. Als Vorstand für Integrität und Recht ist die Schweizerin Renata Jungo Brüngger seit 2016 „das Gesetz bei Mercedes-Benz“, wie das Manager Magazin titelte. In diesem Jahr beschäftigte sich die Managerin mit den überaus wichtigen Themen der Nachhaltigkeit und mit dem Lieferkettengesetz. Als Personalvorständin und Arbeitsdirektion des, neben Bosch, wichtigsten Arbeitsgebers der Region und weit darüber hinaus, hat Sabine Kohleisen seit dem 1. Dezember 2021 eine ganz besonders wichtige Funktion.

Mercedes-Vertriebschefin Britta Seeger (links), Renata Jungo Brüngger, Vorständin für Integrität und Recht (Mitte) und Personal- und Arbeitsdirektorin Sabine Kohleisen (rechts).
In der Liste sind mit Britta Seeger (links), Renata Jungo Brüngger (Mitte) und Sabine Kohleisen (rechts) alle drei weiblichen Vorstände von Mercedes-Benz vertreten. © Mercedes-Benz AG (Fotomontage: BW24).

Die dritte Managerin von Mercedes-Benz, die sich in der diesjährigen Liste der 100 einflussreichsten Frauen in der deutschen Wirtschaft findet, ist neben Mercedes-Chef Ola Källenius und Entwicklungschef Markus Schäfer wohl das Gesicht des großen Autokonzerns. Als Vertriebsvorständin ist Britta Seeger dafür verantwortlich, dass die Modelle von Mercedes-Benz auch zu den Kunden gelangen. In ihrem Amt ist die Managerin bereits seit 2017 und im Konzern hoch angesehen. Auf der „Watchlist“ der Liste ist zudem Bettina Fetzer vertreten, die Marketingchefin von Mercedes-Benz, die eine wichtige Rolle bei der Luxus-Strategie des Konzerns spielt.

Neben den drei weiblichen Vorstandsmitgliedern und der Marketingchefin von Mercedes-Benz hat es mit Karin Rådström auch ein Vorstandsmitglied der Konzern-Schwester Daimler Truck in die Liste geschafft. Die Schwedin hat beim größten Nutzfahrzeughersteller der Welt die nicht ganz leichte Aufgabe, die Marke Mercedes-Benz Lkw nachhaltiger und zugleich profitabler zu gestalten.

Abseits der Autoindustrie: Einflussreiche Frauen in wichtigen Unternehmen Baden-Württembergs

Neben den Vertreterinnen der Autoindustrie, die in Baden-Württemberg bekanntlich besonders stark ist, haben es aber auch noch weitere weibliche Führungskräfte der Wirtschaft im Südwesten in die Liste des Manager Magazins geschafft. Die ehemalige Microsoft-Managerin Julia White soll als Vorständin von SAP den Softwarekonzern aus Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) wieder in die Spur bringen. Der größte europäische Softwarekonzern stand in diesem Jahr mitunter in der Kritik, weil SAP nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine die Russland-Geschäfte nur zögerlich gestoppt hatte.

Unternehmerin Antje von Dewitz, Geschäftsführerin des Bergsportausstatters Vaude, steht im Hauptsitz in Obereisenbach bei Tettnang neben der Kollektion Green Shape.
Antje von Dewitz, Chefin des Outdoor- und Sportausrüsters Vaude, setzt auf nachhaltiges Wirtschaften. © Felix Kästle/dpa

Auch die Chefin des Outdoor- und Sportausrüsters Vaude mit Hauptsitz in Obereisenbach bei Tettnang (Bodenseekreis) ist in der Liste zu finden. Dort heißt es über Antje von Dewitz, dass es in Deutschland wohl niemanden gebe, der so glaubwürdig in nachhaltiges Wirtschaften investiere und zugleich so vehement dafür werbe. Zudem ist auch Bettina Würth, Vorsitzende des Beirats beim Schraubenkonzern Würth und Tochter von Milliardär Reinhold Würth, in der Liste zu finden.

Nicola Leibingen-Kammüller, die Chefin des Familienunternehmens Trumpf aus Ditzingen bei Stuttgart, wurde vom Manager Magazin zusammen mit vier weiteren Frauen für ihr Lebenswerk geehrt und in die Hall of Fame aufgenommen.

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