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Trigema-Chef Grupp hat keinen Computer und lässt sich alle Mails ausdrucken - „Brauche so etwas nicht“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Trigema-Chef Wolfgang Grupp
Einen Computer sucht man auf Wolfgang Grupps Schreibtisch vergeblich. © Sebastian Gollnow/dpa

In Deutschland gibt es vermutlich wenige Firmen-Chefs, die ein Unternehmen so unkonventionell führen wie Wolfgang Grupp. So verzichtet der Trigema-Boss bei der Arbeit etwa völlig auf einen Computer.

Burladingen - Viele hätten in seinem Alter längst aufgehört, zu arbeiten, doch für ihn ist auch mit 80 Jahren noch nicht Schluss: Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Der Unternehmer aus Burladingen wacht noch immer mit Argusaugen über seine Textilfirma und überlässt keine Entscheidung dem Zufall. Unlängst wurde Grupp von einem Reporter von BusinessInsider einen Tag lang bei seiner Arbeit begleitet. Dieser stellte verwundert fest: Das Oberhaupt von Trigema arbeitet ganz ohne einen Computer und lässt sich alle E-Mails ausdrucken.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp über Computer: „Ich brauche so etwas nicht“

Wie kaum ein anderer steht Grupp für die Rolle des traditionellen Firmen-Patriarchen. Dabei legt er Wert auf die hundertprozentige Produktion im Inland und Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern. Ein Beispiel: Grupp garantiert den Kindern seiner Beschäftigten einen sicheren Ausbildungsplatz bei Trigema. Bekannt ist er auch für seine markigen Sprüche und sein stets adrettes Auftreten.

Dass er keinen Computer besitzt, erklärt der Trigema-Chef mit den einfachen Worten: „Ich brauche so etwas nicht.“ Wie er gegenüber BusinessInsider mitteilte, steht auf seinem Schreibtisch stattdessen nur eine Sprechanlage, ein Festnetz- und ein Mobiltelefon. E-Mails lasse er sich ausdrucken. Sein Handy sei, solange er nicht verreise, generell ausgeschaltet und liege im Schrank. Eine Mitarbeiterin bringe ihm täglich eine Mappe mit den ausgedruckten Mails, die Antworten diktiere er ihr in den Block.

Wolfgang Grupp ist seit mehr als einem halben Jahrhundert Firmenoberhaupt von Trigema

Sein Büro teilt Wolfgang Grupp mit seinem Sohn Wolfgang Grupp Junior, mit seiner Frau sowie ein paar weiteren Mitarbeiterinnen. Auch Grupps Tochter Bonita schaut hin und wieder vorbei. Wie Grupp im Gespräch mit BusinessInsider betonte, bevorzuge er direkte, akute Anrufe gegenüber festen Besprechungen - insbesondere wenn diese am Abend stattfinden. „Termine gibt es bei mir abends nicht mehr“, sagt er. Feste Termine seien für ihn „eine Qual“.

Grupp führt mit seinen 80 Jahren das Unternehmen inzwischen seit mehr als einem halben Jahrhundert. Aktuell beweist er sich mehr denn je als Krisenmanager. So kämpft Trigema aufgrund des Ukraine-Kriegs mit steigenden Energiekosten. Auf die Politik vertraut Grupp in Krisenzeiten allerdings nicht, wie er kürzlich betonte.

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