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„Be your own Boss“: Neuer Hugo Boss-Chef krempelt den Metzinger Modekonzern um

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Von: Julian Baumann

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Daniel Grieder, der Vorstandvorsitzende des Modeherstellers Hugo Boss, aufgenommen am Stammsitz in Metzingen.
Hugo Boss-Chef Daniel Grieder hat im Metzinger Modekonzern in den vergangenen 16 Monaten einiges umgekrempelt. © Bernd Weißbrod/dpa

Seit 16 Monaten ist Daniel Grieder der Chef des Metzinger Modekonzerns Hugo Boss. Der ehemalige Tommy-Hilfiger-Manager will das Image der Marke kräftig aufpolieren.

Metzingen - Im September 2021 wurde Daniel Grieder, zuvor viele Jahre lang Manager bei Tommy Hilfiger, als neuer Chef des Modekonzerns Hugo Boss bestätigt. Bei seinem Amtsantritt machte Grieder keinen Hehl um seine engagierten Pläne für das Unternehmen mit Hauptsitz in Metzingen (Kreis Reutlingen). Er wolle andere Marken aufkaufen und sei nicht zum Sparen eingestellt worden, erklärte der neue Hugo Boss-Chef. Dieses Unterfangen gestaltete sich aber nicht gerade leicht, denn wie die meisten Unternehmen hatte auch Hugo Boss massiv unter den Folgen der Corona-Pandemie zu leiden.

Vom Corona-Tief hat sich der Modekonzern Hugo Boss inzwischen erholt und auch sonst geht es bei einem der bekanntesten Unternehmen der Wirtschaft in Baden-Württemberg wieder bergauf. Dass die Arbeit von Daniel Grieder in den vergangenen 16 Monaten seit seinem Amtsantritt in Metzingen Früchte trug, zeigten auch die bisherigen Quartalszahlen. Hugo Boss profitiert vom neuen Markenglanz und konnte den Gewinn verdoppeln. Der CEO hat für das Modeunternehmen aber noch engagiertere Pläne und will das angestaubte Image der Marke kräftig aufpolieren.

Hugo Boss-Chef setzt auf Influencer, um auch jüngere Menschen von der Modemarke zu überzeugen

Der Modekonzern Hugo Boss bietet Bekleidung für Männer, Frauen und Kinder im gehobenen Preissegment aber auch Lederwaren und Accessoires sowie über Lizenznehmer auch Heimartikel und Parfüm an. Wer an die Marke denkt, denkt in erster Linie aber wahrscheinlich noch immer an hochwertige und kostspielige Anzüge für Geschäftsleute und teure Accessoires wie Uhren. Diesen durchaus guten, aber auch angestaubten und irgendwie biederen Ruf will Daniel Grieder mit seinem Firmenmotto „Be your own Boss“, sei dein eigener Chef, ändern und auch jüngere Zielgruppen ansprechen. In Khaby Lame modelt bereits der erfolgreichste TikToker der Welt für Hugo Boss.

Zudem konnte Daniel Grieder für die Kampagne unter anderem auch US-Rapper Future, das Supermodel Naomi Campbell und die deutsche 400-Meter-Läuferin Alica Schmidt gewinnen. „Ich bin Babyboomer, 1 Prozent von uns kauft etwas, weil ein Influencer etwas postet“, erklärte der Hugo Boss-Chef seine Motivation, den Kaufanreiz durch Influencer zu steigern im Juni der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (faz). „In der Gen Z sind es 50 Prozent!“ Zudem hatte Hugo Boss im Mai angekündigt, mehr für Frauen produzieren zu wollen.

Hugo Boss korrigiert Prognose nach starkem dritten Quartal erneut nach oben

Werbekampagnen mit prominenten Vorbildern sind natürlich nicht kostengünstig. Der WirtschaftsWoche zufolge hat Daniel Grieder im ersten Quartal 2022 rund 80 Millionen Euro für Werbung ausgeben, doppelt so viel wie 2019 und 2021. Im Gesamtjahr sind Investitionen zwischen 200 und 230 Millionen Euro vorgesehen. Der finanzielle Aufwand zahlt sich für Hugo Boss aber offenbar aus. Der Modekonzern hatte seine Prognosen bereits nach dem starken zweiten Jahr nach oben geschraubt. Wie Hugo Boss am Donnerstag, 3. November, in Metzingen bekannt gab, war auch im dritten Quartal nichts von einer Konsumflaute zu bemerken.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz von Hugo Boss um 24 Prozent auf 933 Millionen Euro, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Alle Regionen und Vertriebskanäle konnten dabei zweistellige Zuwachsraten verzeichnen. „Wir blicken auf ein äußerst erfolgreiches Quartal zurück, in dem wir unser breit angelegtes Wachstum fortgesetzt haben“, erklärte Daniel Grieder.

Obwohl die wirtschaftliche Lage aktuell für alle Unternehmen schwierig ist, hat Hugo Boss die Prognosen nach dem starken Quartal erneut nach oben korrigiert. Das Konzernergebnis sieht der Modekonzern nun zwischen 190 und 210 Millionen Euro, nach zuvor anvisierten 170 bis 200 Millionen Euro. Zugleich wollen die Metzinger die Investitionen aber zurückschrauben.

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