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Karriere in der Gaming-Branche: Das verdienen Spieleentwickler in Deutschland

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Von: Julian Baumann

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Teammeeting beim Spieleentwickler InnoGames aus Hamburg.
Der Hamburger Spieleentwickler InnoGames gab nun als erstes deutsches Unternehmen der Branche einen Einblick in die Gehälter. © Thies Raetzke/InnoGames

Eine Anstellung in der Videospielindustrie ist nicht nur für junge Menschen interessant. Doch was verdient man als Spieleentwickler überhaupt?

Stuttgart/Hamburg - Die Gehälter bei Mercedes-Benz, die Vergütung bei Porsche und die Bezahlung bei SAP werden immer wieder kommuniziert und können sich allesamt durchweg sehen lassen. Die Videospielindustrie ist im Gegensatz zur Autobranche oder anderen Wirtschaftszweigen für viele dagegen ein eher unbeschriebenes Blatt. Dabei gibt es hin und wieder durchaus Überschneidungen. Im Rollenspiel „Cyberpunk 2077“ rauscht beispielsweise ein Porsche 911 durch eine virtuelle Metropole und im Spiel „Animal Crossing“ ist eine virtuelle Filiale von Kaufland zu finden.

Wer selber den Traum hegt, in die Videospielindustrie einzusteigen, muss seine Aufmerksamkeit nicht zwangsläufig ins Ausland richten. Auch in Deutschland gibt es eine Vielzahl an relativ großen Entwickeln, beispielsweise „Black Forest Games“ (Offenburg) oder das „Studio Fizbin“ (Ludwigsburg) aus Baden-Württemberg. Wie viel die Mitarbeiter bei den Entwicklungsstudios in Deutschland verdienen, wird quasi nicht kommuniziert. Um Interessenten anzulocken und ein angestaubtes Image aufzupolieren, veröffentlichte der Videospielentwickler InnoGames aus Hamburg jetzt aber seine Gehaltsbänder.

InnoGames: Das verdienen Spieleentwickler und Gamedesigner beim Hamburger Studio

InnoGames ist nach Ubisoft Blue Byte aus Düsseldorf und vor Gameforge aus Karlsruhe der zweitgrößte Videospielentwickler Deutschlands. Das 2007 gegründete Unternehmen mit aktuell rund 400 Mitarbeitern ist vor allem für zeitfressende Mobil- und Online-Games wie „Forge of Empires“ oder „Elvenar“ bekannt. Dass das Unternehmen nun als quasi erster Vertreter der deutschen Videospielindustrie seine Gehaltslisten öffentlich macht, hat einen bestimmten Grund. „Wenn ich eine wachsende Industrie aufbauen und Fachleute für mein Unternehmen begeistern will, sollte das Thema Gehalt kein Geheimnis sein“, sagte Andreas Lieb, Director of Human Resources bei InnoGames, dem Handelsblatt.

Die nun als Pressemitteilung veröffentlichten Gehaltsbänder des Spieleentwicklers aus Hamburg sind nach verschiedenen Tätigkeiten geordnet und gelten ausschließlich für den Beschäftigungsstandort Deutschland. Das verdienen Entwickler und Spieledesigner bei InnoGames:

Job LevelJobbezeichnungGehaltsband (pro Jahr)
JuniorEntwickler48.000 bis 58.000 Euro
RegularEntwickler58.000 bis 75.000 Euro
Team LeadEntwickler75.000 bis 96.000 Euro
Senior Team LeadEntwickler96.000 bis 115.000 Euro
ExpertEntwicklerAb 96.000 Euro
HeadEntwicklerAb 115.000 Euro
JuniorSpieledesigner34.000 bis 42.000 Euro
RegularSpieledesigner42.000 bis 58.000 Euro
SeniorSpieledesigner58.000 bis 85.000 Euro
ExpertSpieledesignerAb 85.000 Euro

(Quelle: InnoGames)

Gaming-Branche leidet unter Personalmangel - InnoGames will mit Transparenz Interessenten anlocken

Neben Entwicklern und Designern sind bei einem Videospielhersteller natürlich noch ganz andere Berufszweige zu finden. Laut der Pressemitteilung des Studios verdient ein Vermarkter (Marketer) bei InnoGames zwischen 44.000 Euro (Einstiegsgehalt Junior) und 106.375 Euro (Einstiegsgehalt Head) pro Jahr. Ein Artist verdient zwischen mindestens 32.000 Euro (Junior) und 68.000 Euro (Expert) pro Jahr. Weitere Tätigkeiten werden bei InnoGames wie folgt vergütet:

(Quelle: InnoGames)

Im Gespräch mit dem Handelsblatt zeigte sich Andreas Lieb mit den Gehältern bei InnoGames zufrieden. „Wir bezahlen fair und gut – warum sollen wir nicht darüber sprechen?“, erklärte er. Da die Videospielbranche, wie aktuell nahezu jede Branche, unter einem Personalmangel leidet, will das Hamburger Unternehmen mit der Transparenz Interessenten anlocken. „Wir wollen die Top-Leute haben, auch aus der Tech-Industrie“, sagte Lieb. Bei einem Branchenpool von maximal 12.000 Arbeitskräften müsse man auch außerhalb schauen und auf sich aufmerksam machen.

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