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Elon Musk tritt als Twitter-Chef ab? Umfrage-Ergebnis zeigt eindeutiges Bild 

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Von: Julian Baumann

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Nach anhaltender Kritik über seinen Führungsstil ließ Twitter-Eigentümer Elon Musk über seine Zukunft als Chef des Unternehmens abstimmen. Das Ergebnis ist eindeutig. Wird der Unternehmer sein Wort halten?

San Francisco - Seit der Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter durch Unternehmer Elon Musk reißt die Kritik am Führungsstil des Tech-Milliardärs nicht ab. Musk hatte unmittelbar nach der Übernahme die gesamte Führungsriege des Unternehmens mit Sitz in San Francisco entlassen und startete wenig später eine große Entlassungswelle in der Belegschaft. Twitter-Mitarbeiter erfuhren per Mail, ob sie noch einen Job beim Kurznachrichtendienst haben. Auch mehrere kontroverse Aussagen des neuen Eigentümers auf Twitter führten in den vergangenen Wochen dazu, dass der Ruf des großen Visionärs zunehmend beschädigt wurde.

Dass der einst gefeierte Unternehmer nicht mehr überall mit offenen Armen empfangen wird, zeigte sich kürzlich, als Elon Musk bei einem Gastauftritt minutenlang ausgebuht wurde. Die anhaltende Kritik trieb den Multimilliardär nun so weit, auf Twitter über seine Zukunft als CEO abstimmen zu lassen. Auf diesem Wege hatte Musk unter anderem bereits die Rückkehr von Ex-US-Präsident Donald Trump auf Twitter durch die Community besiegelt.

Elon Musk lässt über seine Zukunft als Twitter-CEO abstimmen - Ergebnis ist eindeutig

Dass Elon Musk überlegt, den Posten als Chef von Twitter früher oder später weiterzureichen, ist keine Neuigkeit. Vor wenigen Wochen packte Elon Musk vor Gericht über eine schwierige Zeit bei Tesla aus und sprach dabei auch über seine Zukunft bei Twitter. „Nach der Übernahme muss es zunächst einen Sturm der Aktivität geben, um das Unternehmen zu reorganisieren“, sagte der Milliardär. „Aber ich erwarte, danach meine Zeit bei Twitter zu reduzieren.“ Diese Absicht könnte nun deutlich beschleunigt werden. Am Montag, 19. Dezember, ließ der Tesla-Boss auf dem Kurznachrichtendienst darüber abstimmen, ob er als „Head of Twitter“ zurücktreten solle und versprach, sich dem Ergebnis der Umfrage zu fügen.

Innerhalb weniger Stunden stimmten mehr als 17,5 Millionen Twitter-User über die Zukunft von Elon Musk als CEO ab (Stand: 19. Dezember, 12.50 Uhr). Bereits vor Ablauf der Frist kristallisierte sich eine deutliche Tendenz heraus, die sich letztendlich bewahrheitete. Gemäß dem Endergebnis stimmten 57,5 Prozent der Teilnehmer für einen Abgang von Elon Musk als Twitter-Chef und 42,5 Prozent dagegen. Gemäß seines Versprechens, das Ergebnis der Umfrage akzeptieren zu wollen, müsste der Unternehmer demnach als CEO von Twitter zurücktreten. Das würde unter anderem auch die Aktionäre von Tesla freuen, die bereits forderten, Musk sollte sich wieder auf den E-Autobauer konzentrieren.

Elon Musk: Wenn er zu seinem Wort steht, muss er als Twitter-CEO abtreten

Ob Elon Musk nach dem eindeutigen Ergebnis der Umfrage tatsächlich als Twitter-Chef abdanken wird, steht aktuell noch nicht fest. Ein User hatte bereits vor Ablauf der Frist Vorstellungen davon, wie es nach dem Ergebnis weitergehen könnte. „Wenn ‚Ja‘, bleibt Elon noch einige Monate CEO, bis er einen treuen Nachfolger findet“, schrieb er. „Wenn ‚Nein‘, bleibt Elon noch einige Monate CEO, bis er einen treuen Nachfolger findet.“ Demnach vermutet der User, dass der Tesla-Chef ungeachtet des Ergebnisses weiter den Plan verfolgt, den er ohnehin bereits für die Führung von Twitter hatte.

Ein Blick auf das Logo des amerikanischen Social-Networking-Unternehmens Twitter auf einem Smartphone-Bildschirm neben einem Porträt des Unternehmers Elon Musk.
Das Twitter-Volk hat gesprochen: Laut dem Ergebnis einer von Elon Musk erstellten Umfrage, muss er als Chef des Social-Networking-Unternehmens abdanken. © Adrien Fillon/dpa

Insgesamt zeigt sich unter der abgelaufenen Abstimmung von Elon Musk auf Twitter eine gemischte Reaktion. Manche Nutzer können es kaum erwarten, dass der Unternehmer seinen Posten aufgibt. „Ja, bitte!“, schrieb einer. „So schnell wie möglich.“ Andere fragten bereits, wo man sich denn als Nachfolger bewerben könne. Einige sind aber sogar regelrecht davon entsetzt, dass Musk tatsächlich zurücktreten könnte. „Nein, was zum Teufel?“, fragte einer. „Sag uns bitte, dass das ein Scherz ist“, kommentierte ein weiterer. „Du hast Twitter im Alleingang unterhaltsam, aufregend, unverfroren, real, vernünftig und unterhaltsam gemacht.“

Fest steht, ungeachtet der Reaktion Elon Musks auf das eindeutige Ergebnis seiner Umfrage, dass der Tech-Milliardär früher oder später als CEO von Twitter zurücktreten will. Da er nach dem Kauf des Unternehmens für 44 Milliarden US-Dollar aber auch weiterhin Twitter-Eigentümer bleiben wird, könnte er im Hintergrund dennoch die Fäden ziehen. Rücktrittsgedanken hat der gebürtige Südafrikaner übrigens auch bereits für seine Position an der Spitze des E-Auto-Giganten Tesla geäußert.

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