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Motorrad-Koryphäe nimmt E-Mobilität auseinander: „von Politik auferlegter Schwachsinn“

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Von: Julian Baumann

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Ein E-Auto von Mercedes-Benz wird mit Strom geladen.
Der Chef von Pierer Mobility hält den derzeitigen E-Auto-Hype für „Schwachsinn“ (Symbolbild). © Michael Gstettenbauer/Imago

Der Chef von Europas größten Sportmotorradkonzern wettert gegen den derzeitigen E-Auto-Boom. Das Verbrenner-Ende werde nur von der Politik gepusht.

Stuttgart/Mattighofen - In der weltweiten Autoindustrie stehen die Zeichen deutlich auf E-Mobilität. Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz will ab 2030 nur noch E-Autos bauen (BW24* berichtete) und auch VW und BMW haben bereits mehrere batteriebetriebene Modelle auf dem Markt. Der Fokus auf E-Autos ist aber auch dem immer größer werdenden Druck aus der Politik geschuldet, die ein möglichst frühes Verbrenner-Aus fordert. Die Grünen erfuhren aber kürzlich eine Niederlage. Mercedes, BMW und VW dürfen bis 2035 Verbrenner verkaufen*.

Obwohl auf den Straßen immer mehr E-Autos von verschiedenen Marken unterwegs sind, haben viele Autofahrer noch Zweifel an dem batteriebetriebenen Antrieb. Laut einer Studie zweifelt fast jeder zweite Deutsche am Durchbruch der E-Autos*. Der Chef von Europas größtem Sportmotorradkonzern Pierer Mobility, Stefan Pierer, fand im Gespräch mit dem Motorsport-Magazin Speedweek deutliche Worte für den aktuellen E-Auto-Hype. Laut ihm entbehre die Forderung der Politiker, die Verbrenner abzuschaffen, jeglicher wissenschaftlichen Kompetenz.

„Auferlegter Schwachsinn“: Pierer Mobility-Chef wettert gegen E-Mobilität

Sogar innerhalb der deutschen Autoindustrie ist eine vollkommene Abkehr vom Verbrenner noch immer umstritten. Während Mercedes-Chef Ola Källenius* ein Ende der Verbrenner-Produktion bereits besiegelt hat, will sich BWM so schnell nicht von Benzin- und Dieselmotoren lossagen. Beim zweitgrößten Autobauer der Welt, dem VW-Konzern, wird indessen bezweifelt, dass ein schneller Umstieg ohne Weiteres bewältigt werden kann. Auch Stefan Pierer ist der Meinung, dass es Verbrenner-Motoren auch weiterhin geben wird.

Im Gespräch mit Speedweek wird der österreichische Motorrad-Chef deutlich. „Elektro-Mobilität ist ein Schwachsinn, der von wissenschaftlich ungebildeten Politikern gepusht wird“, erklärt er. „Ein aufgelegter Schwachsinn.“ Das zeige sich vor allem im Bereich der Renn-Motorräder, die eine 500 Kilo-Batterie benötigen würden, um eine vergleichbare Reichweite und Leistung wie ein heutiges Modell mit einem 20 Liter Treibstoff zu erreichen. „So etwas Dummes muss dir zuerst einmal einfallen.“ Im GP-Sport sieht der Manager kein baldiges Ende der Verbrenner. „In absehbarer Zeit werden wir in der MotoGP mit E-Fuels fahren“, sagt er. An diesem synthetischen Kraftstoff arbeitet auch Porsche, um den Verbrenner zu retten*.

„Synthetischer Kraftstoff ist die Lösung, nicht der Elektro-Antrieb“, sagt Motorrad-Koryphäe

Gerade im Motorsport ist der Motorensound einer der Gründe, warum die Zuschauer zu den Rennen kommen. Das bestätigt auch Stefan Pierer. „Wir haben heute 100.000 Zuschauer bei den MotoGP-Events, die wegen den Verbrenner-Motoren kommen“, sagt er. Das fällt bei einem batteriebetriebenen Modell allerdings weg. Porsche hat mit dem elektrischen Taycan zwar gezeigt, dass ein Sportwagen auch ohne Motorensound funktioniert, der Hersteller Lamborghini geht aus diesem Grund beim ersten E-Auto aber einen anderen Weg*.

Gegenüber Speedweek sagte die Motorrad-Koryphäe aus Österreich aber, dass der Begriff „ewig“ nicht ganz wörtlich zu nehmen ist. Bis zum Jahr 2035 sehe er aber im GP-Motorsport aber keine Alternative zum Verbrenner. Für die Bestandsflotte sieht er dagegen E-Fuels als zukunftsweisender an. „Der synthetische Kraftstoff ist die Lösung, nicht der Elektro-Antrieb“, so Stefan Pierer. „Denn dieser Kraftstoff ist CO2-frei.“ Zudem müsse man sich mal anschauen, wie viele wertvolle Rohstoffe für die Herstellung von E-Autos im Vergleich zu herkömmlichen Autos verbraucht werden. Laut einer Studie reicht ein wichtiger Rohstoff für E-Autos nur noch elf Jahre*. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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