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Top-Manager lästert über E-Autos: „Noch kein Beitrag zur Klimabilanz“

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Von: Franziska Schwarz

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Continental Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle bei der virtuellen Aktionärs-Hauptversammlung am 14. Juli 2020 in Hannover.
Conti-Chefaufseher Wolfgang Reitzle zweifelt, dass E-Autos aktuell viel für die Umwelt tun.  © Continental AG

Conti-Chefaufseher Wolfgang Reitzle zweifelt, dass E-Autos aktuell viel für die Umwelt tun. Seine Begründung streift ein Dauerthema der deutschen Politik.

München - 2021 entfielen hierzulande 13,6 Prozent der Neuzulassungen auf reine Elektroautos und 28,8 Prozent auf Hybride. Das berichtete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Die neue Bundesregierung unter Kanzler Olaf Scholz* (SPD*) und mit Klimaminister Robert Habeck (Grüne*) hatte im Dezember die „Innovationsprämie“ für den Kauf solcher Fahrzeuge bis Ende 2022 verlängert.

Auf diesen Trend angesprochen, zeigte sich Wolfgang Reitzle, Oberaufseher des Autozulieferers Continental im Gespräch mit dem Handelsblatt nun jedoch kritisch. Die Entwicklung sei aufgrund der Subventionen und Steuervorteile „kein Wunder“. Jedoch sei dies keine „vernünftige Anschubfinanzierung“, findet er.

Conti-Chef Reitzle mit VW-Chef Diess bei E-Autos einer Meinung

Conti-Chef Reitzle stimmt jedoch mit Volkswagen*-Chef Herbert Diess* in der Einschätzung überein, dass die Zukunft in der E-Mobilität liegt. Allerdings werde es eine „lange Übergangszeit“ geben; diese extrem verkürzen zu wollen schade dem Standort Deutschland*.

Von der neuen Bundesregierung erhoffe er sich, dass „vor allem“ die FDP* die Koalition „frisch und zukunftsorientiert“ angeht. „Und auch die Grünen werden realistisch genug sein, Elektroautos nicht dauerhaft mit Milliardensummen zu subventionieren, wenn sie keinen Beitrag zur Klimabilanz leisten.“

Strom in Deutschland für Conti-Chef noch Problem für Klimabilanz

Diese Aussage provozierte eine Handelsblatt-Nachfrage. Reitzle führte aus: Die Hersteller müssten viele E-Autos verkaufen, um die „politisch bewusst scharf“ gesetzten CO2-Ziele zu erfüllen. Abgesehen davon, dass E-Autos wegen weniger Reichweite und mangelnder Ladesäulen noch „nicht alltagstauglich“ seien, sei das Problem auch: „Solange der deutsche Strom so CO2-lastig ist, helfen sie auch nicht dem Klima.“

Aktuell verfügt Deutschland über rund 7500 Schnellladesäulen und 43.000 normale Ladesäulen, so Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) Anfang des Jahres – und das sei noch nicht ausreichend. Laut KBA konnten bei E-Autos besonders ausländische Hersteller ihren Marktanteil hierzulande ausbauen. (frs mit Material von dpa und AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA 

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