E-Auto von Mercedes

Youtuber testet neuen EQS von Daimler - und findet zwei Schwächen: „Sehr hässlich“

  • Valentin Betz
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Daimler feierte am 15. April die Premiere des Mercedes EQS. Ein Youtuber durfte das E-Auto bereits im Vorfeld testen - und war von einem Detail irritiert.

Stuttgart - Die Daimler AG will in Zukunft Luxusfahrzeuge mit E-Mobilität vereinen. Doch in der Flotte von Mercedes-Benz sind reine E-Autos bislang eher Mangelware. Am 15. April hat sich das geändert. Der Konzern aus Stuttgart feierte die Weltpremiere des vollelektrischen Mercedes EQS. Im Vorfeld hatte Daimler nur häppchenweise Details über die neue elektrische Luxuslimousine veröffentlicht. Das finale Aussehen wurde erst bei der Premiere enttarnt. Bereits im Vorfeld war jedoch klar: Der EQS von Daimler soll eine Kampfansage an Tesla werden. Zum Marketing eines jeden Konzerns gehört inzwischen auch, ein Produkt im Vorfeld von Influencern besprechen zu lassen.

Daimler hat dafür den Mercedes EQS dem Youtuber Marques Brownlee überlassen. Auf der Video-Plattform folgen dem US-Amerikaner fast 14 Millionen Menschen, sein Urteil über die Luxuslimousine von Mercedes haben sich bis jetzt fast zwei Millionen Zuschauer angeschaut. Im Grunde wenig überraschend fällt das Fazit von Brownlee begeistert aus - doch ein Detail erregt die Aufmerksamkeit des Youtubers besonders.

Mercedes EQS: Youtuber von E-Auto der Daimler AG beeindruckt

Der Youtuber berichtet in seinem Fazit zum Mercedes EQS über seine fünf persönlichen Lieblingsmerkmale des E-Autos. Das neue Auto-Design von Daimler ist gewagt, Marques Brownlee ist hingegen sehr davon angetan. Besonders gefällt dem Youtuber die Beleuchtung im Innenraum sowie die luxuriöse Ausstattung und Verarbeitung.

Dabei zieht der US-Amerikaner auch immer wieder den Vergleich zu Tesla. „Es macht Spaß, die Autos von Tesla zu fahren. Allerdings haben sie ein sehr minimalistisches Interieur mit diskutabler Verarbeitung“, so Marques Brownlee. Auf der anderen Seite stünde der Mercedes EQS „mit unglaublicher Verarbeitungsqualität und tollen Materialien.“

Youtuber Marques Brownlee testete den Mercedes EQS vorab.

Auch von der Technik des Mercedes EQS zeigt sich der Youtuber zunächst begeistert. Das E-Auto von Daimler sei vollgepackt mit USB-Anschlüssen und Touchscreens. Zudem hat jeder Sitz im Fahrzeug die Möglichkeit, ganz individuell eingestellt zu werden: eigene Temperatureinstellungen, Musik oder Beleuchtung. Auf der Rückbank des Autos entdeckt er jedoch ein Detail, dass er merkwürdig findet. Im mittleren Sitz der Rückbank ist ein herausnehmbares Tablet integriert. Doch daran stört sich der Youtuber.

Daimler: Technik im Mercedes EQS - Youtuber findet veraltetes Tablet im E-Auto von Daimler

Denn laut Marques Brownlee ist das Tablet von Samsung aus dem Jahr 2014. Wie das Portal Golem schreibt, könnte es den Bildern zufolge aber auch ein anderes Modell sein, das nur drei Jahre alt ist. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass in dem Probemodell des EQS für den Youtuber auch nur ein Platzhalter-Tablet verbaut wurde.

Marques Brownlee ist jedenfalls enttäuscht. „In einem Auto, das wohl weit über 100.000 Euro kostet, könnte man auch ein Tablet verbauen, das nicht schon sieben Jahre alt ist“, so der Youtuber. Wenig begeistert ist der US-Amerikaner zudem von dem großen Bildschirm, der sich über die komplette Front des Mercedes EQS erstreckt, dem sogenannten „Hyperscreen“. Die Auflösung sei zu niedrig, er könne Pixel auf dem Text sehen.

„Ich lasse das mal durchgehen“, sagt der Youtuber. Schließlich sei man an einem so großen Bildschirm am Armaturenbrett meist nicht nah dran, man konzentriere sich schließlich auf die Straße. „Aber wenn man es benutzt, ist es ein bisschen langsam und reagiert schlecht. Und es ist sehr hässlich.“ Die Bedienoberfläche sehe veraltet aus, ein bisschen wie der Windows Media Player aus den frühen 2000er Jahren.

Mercedes EQS: Der Innenraum ist voller Touchscreens. Im mittleren Sitz liegt zudem ein Tablet - das ist laut einem Youtuber allerdings sieben Jahre alt.

Daimler gegen Tesla: Youtuber sieht entscheidenden Faktor im Duell der beiden Fahrzeughersteller

Das Fazit der Community von Marques Brownlee fällt indes gemischt aus. „Stell dir einen 60-jährigen Manager in diesem Auto vor. All diese Technik erscheint dann eher Hindernis als Komfort zu sein“, schreibt ein Nutzer in den Kommentaren. Das Problem mit dem älteren Tablet verstehen viele indes nicht. „Ich sehe nicht, welchen Vorteil ein neueres Tablet bringen würde“, kommentiert jemand. Ein anderer spielt auf den ohnehin stolzen Preis des Mercedes EQS an: „Für Leute, die sich dieses Auto leisten können, sollte es kein Problem sein, ein moderneres Tablet dazu zu kaufen.“

In seinem Video geht der Youtuber abschließend noch auf die Konkurrenz zwischen Daimler und Tesla ein. Experten haben zwischen Daimler, Tesla & Co. einen Showdown vorhergesagt. Ob daraus Tesla oder Daimler siegreich hervorgeht, entscheidet sich laut Marques Brownlee vor allem an einem Faktor: Während Tesla im Bereich Software die Nase vorn hat, sieht der Youtuber Mercedes beim Design und der Verarbeitung im Vorteil. Wer von den beiden Fahrzeugherstellern also jeweils schneller seine Schwäche beseitigt, dürfte auf dem Markt der E-Autos davonziehen.

Bei einer Sache hat die Daimler AG allerdings wohl jetzt schon das Nachsehen. „Hey Mercedes, erzähl mir einen Witz“, befielt der Youtuber im Video dem Assistenzsystem. Das antwortet mit einer Entschuldigung: „Sorry, meine Ingenieure waren Deutsche.“

Rubriklistenbild: © YouTube/Marques Brownlee

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