Carsharing-Dienst „Share Now“

Daimler und BMW müssen ein peinliches Eingeständnis machen

Harald Krüger (l), Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, und Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars, sitzen anlässlich einer Pressekonferenz am 22. Februar 2019 zum Start des gemeinschaftlichen Mobilitätsunternehmens von BMW und Daimler vor dem Schriftzug „NOW“.
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Zum Start von „Share Now“: Harald Krüger (l), Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, und Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.
  • Sven Rieber
    vonSven Rieber
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Daimler und BMW verkündeten 2019 stolz ein gemeinsames Mega-Projekt in den USA. Doch nun ruderten die Auto-Konzerne zurück, weil das Geschäft zum Flop wurde.

  • Die Autokonzerne Daimler und BMW verkündeten 2019 stolz eine große Kooperation
  • Gemeinsam wollten die deutschen Fahrzeughersteller den Markt in den USA dominieren
  • Doch das große Carsharing-Projekt der Autobauer entwickelte sich zum Flop

Stuttgart/München - Ende Februar 2020 soll Schluss sein. Dann wollen die beiden Deutschen Autobauer Daimler und BMW ihren ambitionierten Carsharing-Dienst „Share Now“ in Nordamerika und einigen europäischen Städten wieder aufgeben. Das aus den Marken Car2Go und Drive Now entstandene Gemeinschaftsunternehmen hat damit einen harten Rückschlag erlitten - verschwindet aber nicht gänzlich vom Markt.

Als Grund nennen die beiden Konzerne „extrem schwierige Realitäten“. Konkret: Der Markt für Mobilitätsdienste ist extrem umkämpft, zudem machen steigende Betriebskosten aber auch mangelnde Infrastruktur zur Unterstützung neuer Technologien Daimler und BMW zu schaffen. Der Dienst war zuletzt in New York City, Montreal, Seattle, Washington DC und Vancouver vertreten.

Share Now: Daimler und BMW ziehen teils auch in Europa die Reißleine.

Aber auch in Europa ziehen Daimler und BMW bei Share Now die Reißleine: in London, Brüssel und Florenz. Trotz bester Bemühungen und den Investitionen der vergangenen Jahre sei es wegen geringen Kundenzuspruchs unmöglich, das Geschäft dort nachhaltig zu betreiben. Share Now wird aber nicht ganz eingestellt: in Europa wird Share Now noch in 18 Städten verfügbar sein.

Als die Kooperation von Daimler und BMW begründet worden war, hatten die beiden Konzerne Investitionen von mehr als einer Milliarde angekündigt. Dazu wurden neben Share Now die Geschäftsbereiche Parken (Park Now) und Ladestationen für E-Autos (Charge Now) sowie Reiseplanung über eine Mobilitätsplattform (Reach Now) und Mitfahrdienste (Free Now) zusammengefasst.

Nicht nur Daimler und BMW haben Probleme beim Carsharing.

Die damaligen Chefs von BMW und Daimler, Harald Krüger und Dieter Zetsche, hatten bei der Präsentation ihrer Kooperation Aufbruchstimmung verbreitet, den Markt gemeinsam aufmischen zu können. Doch dass Carsharing-Geschäft ist auch für andere große Namen schwierig: General Motors (GM) stampfte seinen Maven-Service in acht Städten Nordamerikas wieder ein, Ford gab seinen Shuttle-Dienst Chariot ganz auf.

Auch sonst steht die Daimler AG vor schwierigen Zeiten: Der Gewinn ist dramatisch eingebrochen. Deshalb kommt der neue Daimler-Chef Ola Källenius beim Gehalt nicht an Vorgänger Dieter Zetsche heran.

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