Durchbruch der Technologie

Daimler-Chef stellt bisherige Pläne für E-Autos in Frage

  • Valentin Betz
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Die Daimler AG holt bei den E-Autos auf und verbannt Verbrenner früher als geplant. CEO Ola Källenius hat dabei die Hoffnung, dass sich die E-Mobilität schneller durchsetzt als gedacht.

Stuttgart - Die Daimler AG hat vergleichsweise spät begonnen, sich auf die E-Mobilität zu konzentrieren. Mittlerweile hat der Fahrzeughersteller aus Stuttgart aber die Aufholjagd gestartet, den vollelektrischen EQS sieht Daimler als Kampfansage an Tesla. Die Zögerlichkeit gegenüber E-Autos ist inzwischen auch in der Kommunikation nach Außen einem neuen Selbstbewusstsein gewichen.

Denn die Ziele des Konzerns im Bereich E-Mobilität sind inzwischen durchaus ambitioniert. Anfang April wurde bekannt, dass Daimler den Verbrenner sogar noch früher abschafft, als ursprünglich geplant. Auch wenn Fahrzeughersteller weltweit inzwischen mit Hochdruck auf E-Autos setzen, ist ein Erfolg der Technologie nicht zweifelsfrei garantiert. Daimler geht mit dem Fokus auf E-Mobilität also auch ein gewisses Risiko ein. Bei der Premiere des vollelektrischen EQS zeigte sich Daimler-CEO Ola Källenius aber zuversichtlich, dass sich E-Autos rasch durchsetzten werden.

Nachfrage nach E-Autos: Daimler-CEO vertraut auf Durchsetzungsvermögen der E-Mobilität

Die Zuversicht von Daimler-CEO Ola Källenius stützte sich zuletzt auch auf Zahlen: Neben BMW verkaufte auch Daimler mehr als doppelt so viele E-Autos im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahr. Entsprechend betonte Ola Källenius bei der Premiere des Mercedes EQS, man spüre eine „starke Nachfrage“ nach reinen elektrischen Autos und Hybridmodellen.

Daimler CEO-Ola Källenius glaubt anlässlich der Premiere des vollelektrischen Mercedes EQS an einen schnelleren Durchbruch von E-Autos.

Das stimmt die Daimler AG offenbar zuversichtlich. Projiziere man dieses Momentum in die Zukunft, „dann kann es durchaus sein, dass die Planungsgrundlagen, die wir bisher gehabt haben, vielleicht zu konservativ sind, dass es schneller gehen kann, dass es mehr sein kann“, so Daimler-CEO Ola Källenius laut Deutscher Presseagentur (dpa).

Daimler AG setzt auf E-Autos - doch über Details zur Strategie hüllt sich CEO Ola Källenius in Schweigen

Im ersten Quartal 2021 betrug der Anteil von E-Autos am Gesamtabsatz der Daimler AG zehn Prozent. In der Pkw-Sparte stellt sich Daimler allerdings ein enormes Wachstum bis 2030 vor, ein Absatzanteil von „mehr als 50 Prozent“ ist geplant. Dazu gehören dann aber neben vollelektrischen Modellen auch Hybride.

Wie genau die Daimler AG diesen Zielwert vielleicht sogar schneller erreichen will, wollte CEO Ola Källenius auf Nachfrage der Deutschen Presseagentur nicht verraten. Kritiker hatten dem Konzern immer wieder vorgeworfen, zu lange an eine goldene Zukunft von Benzin- und Dieselautos geglaubt und wertvolle Jahre bei der Entwicklung von E-Autos verschlafen zu haben.

Rubriklistenbild: © Mercedes-Benz AG

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