Instabile Lieferkette

Daimler: Hightech-Fabrik in Sindelfingen steht nur 10 Monate nach Eröffnung wieder still

Die elektrische Limousine EQS von Mercedes-Benz in der Fertigungshalle der „Factory 56“ am Standort Sindelfingen.
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In der Factory 56 ruht derzeit die Produktion.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Daimler-Mitarbeiter am Standort Sindelfingen befinden sich seit Freitag in Kurzarbeit. Grund sind Lieferengpässe bei den Mikrochips.

Sindelfingen - Erneut hat der Chip-Mangel in der Autoindustrie die Daimler AG getroffen. Seit Freitag muss die Produktion in Sindelfingen - einem der größten Standorte von Daimler - weitgehend ruhen. Betroffen ist auch die Factory 56, wo die neue S-Klasse und der elektrische EQS gebaut werden. Laut des Unternehmens soll ein Großteil der Produktion noch bis Ende dieser Woche still stehen.

Auch die Fertigung der E-Klasse wurde vorübergehend eingestellt - nicht zum ersten Mal: Schon im Mai 2021 hat Daimler die Produktion der E-Klasse im Werk zeitweise gestoppt. Grund für den erneuten Stillstand könnten Lieferengpässe im asiatischen Raum sein, wie Daimler-Mitarbeiter der Stuttgarter Zeitung berichten. So habe sich die Pandemie-Lage beispielsweise in Malaysia aktuell wieder drastisch zugespitzt. „Die Situation ist volatil. Wir fahren auf Sicht“, sagte eine Daimler-Sprecherin der Zeitung.

Daimler-CEO Källenius prophezeit: Chipkrise dauert noch bis 2022 an

Der weltweite Chipmangel wird sich wohl noch eine Weile auf die Beschäftigten von Daimler auswirken. So prophezeite Daimler-CEO Ola Källenius, dass die Lieferengpässe voraussichtlich noch bis ins Jahr 2022 hinein andauern werden. Bis dahin könnte es für die Daimler-Mitarbeiter immer wieder zu Kurzarbeit kommen.

Seit einigen Monaten bringt der Mangel an Mikrochips die Autoindustrie immer wieder aus dem Takt. Schichtausfälle und Kurzarbeit gab es in der zurückliegenden Zeit mehrfach. Bei Betroffenen schlägt dies zunehmend auf die Stimmung: „Die derzeitige Situation ist für viele belastend“, erklärte die Sindelfinger Betriebsratsvorsitzende Ergun Lümali gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Die Mannschaft sei eigentlich hoch motiviert.

Daimler: Chipkrise beschäftigt Autobauer seit vielen Monaten

Halbleiter werden in nahezu jedes Fahrzeugmodell von Daimler eingebaut und sind daher für den Herstellungsprozess unabdingbar. Ausgelöst durch die Corona-Krise, mangelt es nun seit vielen Monaten an der wichtigen Fahrzeugkomponente. Im Januar 2021 kam es erstmals zum Produktionsstopp im Daimler-Werk in Rastatt. Nur wenige Tage später wurde auch die Produktion im Werk in Bremen drastisch gedrosselt. Das führte an beiden Daimler-Standorten zu einer deutlichen Reduzierung der Arbeitszeiten von Tausenden Beschäftigten.

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