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Wetter-Experte wagt Winter-Aussicht: Hoffnung „auf ein wenig mehr Schnee“ besteht

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Von: Franziska Schuster

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Folgt auf einen heißen Sommer ein eisiger Winter? Meteorologe Dominik Jung gibt ein Update in Sachen Wintertrend 2022/23.

Stuttgart - Der Sommer 2022 bricht alle Rekorde: In Sachen Sonnenstunden, Hitze und Trockenheit bahnt sich der Sommer 2022 seinen Weg an die Spitze. Viele fragen sich da: Wenn der Sommer schon so extrem ist, wie wird da erst der Winter? Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net, kann Entwarnung geben. „Dem Winter ist es völlig egal, wie der Sommer gewesen ist - und genauso war es dem Sommer egal, wie es im Winter davor gewesen ist. Da hängt nichts zusammen“, erklärt der Wetterexperte.

Wetter in Deutschland: Trend hin zu immer wärmeren Wintern

Langzeitprognosen für November bis einschließlich Februar lassen sich dennoch treffen. Dabei wirft der Europäische Wetterdienst einen Blick auf die Temperaturabweichung im Vergleich zu den vergangenen Wintern. „Das ist keine klassische Wettervorhersage“, betont Dominik Jung. Genaue Prognosen, wann der erste Schnee fällt oder wie das Wetter in Deutschland an Weihnachten wird, lassen sich anhand der Berechnungen nicht treffen. „Wir können nur versuchen, abzuschätzen, wird ein Monat ein bisschen wärmer oder eher ein bisschen kühler ausfallen.“ Was bei den Berechnungen herauskam, könnte für die ein oder andere Überraschung sorgen.

Zum Bedauern aller Schneeliebhaber, hat sich in den vergangenen Wintern ein klarer Trend gezeigt: Die Wintermonate werden immer wärmer. Nichtsdestotrotz gibt es immer wieder Winter, die auch Kälte und Schnee bringen. Das gleiche Bild bietet sich bei der Übersicht der Sommertemperaturen seit 1881. „Die Sommer sind immer wärmer geworden, immer größere Temperaturabweichungen nach oben“, erklärt Dominik Jung das Diagramm. Der Sommer 2022 ist aktuell auf Platz vier der heißesten Sommer. Auch der Herbst startete ungewöhnlich warm und trocken. Doch im September gibt es einen heftigen Wetterumschwung samt Gewittern und Sturmböen, wie HEIDELBERG24 berichtet.

Meteorologe Dominik Jung vor einem Temperaturdiagramm der letzten Winter
Unsere Winter werden immer wärmer, wie auch Meteorologe Dominik Jung anhand eines Temperaturendiagramms zeigt. © Screenshot BW24/wetter.net

Aber zurück zur Winterprognose: Wie bereits erwähnt hat der aktuelle Sommer keinerlei Einfluss darauf, wie der Winter 2022/2023 ausfallen wird. Anhand der Berechnungen des Europäischen Wetterdienstes lässt sich allerdings ein Trend vorhersagen, was die Temperaturen in den jeweiligen Monaten betrifft. Auch für den Herbst 2022 wurden solche Prognosen erstellt. Die Langzeitprognosen verraten, ob wir einen Altweibersommer und goldenen Oktober bekommen werden.

Wetter in Deutschland: Warmer Dezember, normaler Januar - kein „Eiswinter“ in Sicht

Streng genommen gehört der November zwar noch nicht zum Winter, das Wetter kann dort allerdings bereits frostig kalt und auch schneereich sein. Laut dem ECMWF-Modell soll der November 2022 normal temperiert ausfallen. Der letzte Herbstmonat wird demnach weder zu warm, noch zu kalt ausfallen. „Immerhin ein ganz positiver Einstieg in den kalten Winter vielleicht?“, meint Dominik Jung.

Der Dezember könnte diese Hoffnung wieder zunichtemachen - zumindest, was die aktuellen Berechnungen des Europäischen Wetterdienstes betrifft. Der erste Wintermonat soll 2022 0,5 bis 1 Grad wärmer als das langjährige Klimamittel ausfallen. Auf extreme Kälte scheinen wir uns in diesem Monat nicht einstellen zu müssen.

Der Januar 2023 soll laut ECMWF wie bereits der November in Sachen Temperaturen normal ausfallen. „Eben kein extremer Hitze-Januar, aber eben auch kein extrem kalter Januar“, erklärt der Meteorologe. Ähnliches sagt auch der Jahreszeitentrend für diesen Winter voraus.

Auch im Februar 2023 scheinen Winterfans nicht auf ihre Kosten zu kommen. Eine Abweichung von 1 bis 1,5 Grad nach oben soll es dann geben, wobei es im Nordosten Deutschlands die höchste Abweichung mit 1,4 Grad geben soll. „Es sieht also insgesamt nicht wirklich nach einem Eiswinter aus. Aber eben auch nicht nach einem extrem warmen Winter“, fasst Dominik Jung die Berechnungen zusammen. Aber: „Alle Winterfreunde haben noch Hoffnung, dass vielleicht im kommenden Winter mal etwas mehr Schnee fällt und es ein klein wenig mehr Kälte gibt.“

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