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Wetter: Neue Herbstprognose 2022 - goldener Oktober oder früher Wintereinbruch?

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Von: Franziska Vystrcil

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Der Herbst hält in Deutschland bald Einzug. Neueste Prognosen über dessen Verlauf geben Aufschluss darüber, was wir bei den Temperaturen und Niederschlägen dann erwarten können.

Stuttgart - Langsam, aber sicher verabschiedet sich der Sommer. Viele sehnen seit langem den kühleren Herbst herbei, schließlich brach der Sommer 2022 mit Hitze und Trockenheit alle Rekorde. Da sind kühlere Temperaturen wahrlich willkommen. Für das Wetter in Deutschland in diesem Herbst gibt es bereits erste Trends. Dominik Jung, Meteorologe bei wetter.net, wirft einen Blick auf die neusten Prognosen. Bekommen wir schon frühzeitig den ersten Schnee? Und: Was sagt die aktuelle Wintervorhersage für Deutschland? 

Wetter in Deutschland: NOAA berechnet einen warmen September

Nachdem der Sommer 2022 in die Geschichte eingegangen ist, erwarten viele mit Spannung den Herbst. In der dritten Jahreszeit ist wettertechnisch alles möglich. Von einem Altweibersommer mit viel Sonne und sommerlichen Temperaturen, einem goldenen Oktober bis hin zu Dauerregen, Frost und Sturm. Dank Berechnungen der Langzeitmodelle lässt sich bereits Monate vorher ein Trend aufzeigen, wie das Wetter im Herbst sowie im Winter werden könnte. Genaue Prognosen für einzelne Tage, etwa zu Weihnachten, lassen sich so lange vorher allerdings nicht treffen, wie Dominik Jung betont. „Wir können nur Monatsprognosen ausgeben. Und die können auch nur abschätzen, wird ein Monat kälter oder wärmer, nasser oder trockener“, erklärt der Wetterexperte.

Sicher ist schon einmal: Die große Hitze in Deutschland ist vorbei. Laut der Ensemble-Vorhersagen der verschiedenen Landesteile Deutschlands gehen überall bis zum 10. September die Temperaturen zurück. Zwar herrschen oftmals noch zwischen 20 und 25 Grad, Hitzewerte von 30 Grad und mehr sind allerdings nicht mehr drin. Ein erstes Anzeichen für den Herbst, denn die ständigen Hochdrucklagen haben somit ein Ende. Zudem braut sich auf dem Atlantik derzeit der erste Herbststurm des Jahres zusammen, was bei uns für wechselhaftes und kühleres Wetter sorgt.

Laut einiger Prognosen soll der September in einigen Teilen Deutschlands auch ziemlich nass werden - jedoch nicht kalt. Wie NOAA berechnet hat, soll der gesamte erste Herbstmonat 0,5 bis 1 Grad zu warm werden. Auch Hitzetage könnten laut Experten nochmal vereinzelt möglich sein. Regenreich wird es wohl lediglich im Norden, im äußersten Osten und stellenweise im äußersten Süden. Im Rest des Landes sollen die Niederschläge im Normalbereich liegen. Wie RUHR24 berichtet, hat der traumhafte Spätsommer in Nordrhein-Westfalen einen heiklen Makel - der Regen lässt dort weiter auf sich warten.

Überraschende Prognose: „Ganz Europa könnte einen sehr warmen Oktober erleben“

Die Oktoberprognose könnte viele überraschen: „Der könnte richtig warm ausfallen“, kündigt Dominik Jung an. Und zwar nicht nur in Deutschland. „Ganz Europa könnte einen sehr warmen Oktober erleben“, sagt der Meteorologe weiter. Die Niederschläge sollen in Deutschland unterdessen normal ausfallen, lediglich im äußersten Süden könnte der Monat zu trocken ausfallen. „Das deutet vielleicht auf einen typischen goldenen Oktober hin, mit einem dicken Hoch über ganz Europa.“ Dieses würde dann eben die hohen Temperaturen und das trockene Wetter mit sich bringen.

Meteorloge Dominik Jung vor einer Karte der Temperaturanomalie für den Oktober 2022
Nach einem heißen Sommer folgt ein warmer Herbst sowie ein milder Winter, meint Meteorologe Dominik Jung. © Screenshot BW24/YouTube/wetter.net

Der November könnte hingegen in Süddeutschland 0,5 bis 1 Grad zu warm, im restlichen Deutschland normal temperiert werden. Beim Regen sieht es in ganz Deutschland nach normalen Werten aus, also erneut nicht zu nass und nicht zu trocken.

Und was sagen die Prognosen zum Winter 2022/2023? Wann genau der erste Schnee fallen wird, lässt sich - wie bereits erwähnt - nicht sagen. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit für einen Kälteeinbruch ist, allerdings schon.

Normale Temperaturen und Niederschläge - kein „Kaltwinter“ in Sicht

Die Winterprognose der amerikanischen Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA gibt eine Abschätzung, wie der Zeitraum Dezember 2022 bis Februar 2023 ausfallen könnte. Hierbei ist Deutschland laut der NOAA zweigeteilt: Im Norden und Nordwesten soll der Winter 2022/2023 0,5 bis 1 Grad zu warm ausfallen - verglichen mit dem langjährigen Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020. Im Osten und Süden Deutschlands sieht die Prognose eine Temperaturabweichung nach oben von 1 bis 2 Grad. „Also insgesamt wieder ein sehr milder Winter“, kommentiert Dominik Jung die Vorhersage. Auch schon im vergangenen Jahr habe die NOAA einen milden Winter vorhergesagt - und sei mit der Prognose absolut richtig gelegen, so der Meteorologe.

Im Zuge der Klimaerwärmung sei das jedoch kein Wunder, meint Dominik Jung. Die Winter würden in Deutschland immer milder ausfallen und seien um einiges wahrscheinlicher als ein „Kaltwinter“. Beim Niederschlag soll der Winter allerdings normal ausfallen, also weder zu trocken, noch zu nass. Dabei bräuchte Deutschland dringend Regen, um die extreme Trockenheit des Frühjahrs und Sommers wieder ausgleichen zu können.

„Unterm Strich der Herbst wahrscheinlich eher normal und der Winter ebenfalls normal, was die Regenmengen angeht. Damit werden wir natürlich nicht das große Regendefizit aus diesem Sommer wegmachen können, das ist zu wenig“, fasst es Dominik Jung zusammen. „Es ist auch keine frühe Kälte irgendwie in Sicht.“ Mit einem frühen Wintereinbruch rechnet der Meteorologe in diesem Jahr eher nicht.

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