Die Skala von Sir Francis Beaufort

Windstärken in Deutschland: Sturm oder schon Orkan? Die Übersicht

Sturmfrisur
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Windstärken werden in Deutschland mithilfe der Beaufort-Skala beurteilt

Windstärken beschreiben die jeweilige Geschwindigkeit des Windes. Alle Informationen zu Wetter, Gefahren und Klassifikation in Deutschland auf einen Blick.

Offenbach am Main – Der Deutsche Wetterdienst ist die Bundesoberbehörde für Wetter in Deutschland. Der zivile Dienst liefert meteorologische Daten und Wetterberichte. Der Deutsche Wetterdienst ist zudem dafür zuständig, Windstärken zu bewerten und die Bevölkerung vor Gefahren wie Sturm und Orkan zu warnen.

Windstärken in Deutschland – die Bewegung der Luftmassen bestimmen das Wetter

Wind entsteht durch die Sonneneinstrahlung. Diese heizt Wasseroberflächen und den Erdboden auf. Dadurch erwärmen sich die Luftschichten darüber und steigen nach oben. Kältere Luftmassen strömen nach und sinken zu Boden. Diese Bewegung der Luft ist als Wind spürbar.

Je nach Temperaturunterschied in den einzelnen Luftschichten entstehen langsame und schnelle Winde. In Deutschland kommt der Wind oftmals in westlicher Richtung vom Meer, da sich die Luft an Land stärker erwärmt als auf der großen Wasserfläche. Dieser Temperaturunterschied bewirkt zum Teil kräftig wehende Winde. Da auf dem Meer viel Wasser verdunstet und als Wolken aufsteigt, bringen die Westwinde meist auch Niederschläge mit.

Windstärken – die Klassifikation des Windes nach Beaufort

Windstärken werden in Deutschland mithilfe der Beaufort-Skala beurteilt. Diese geht auf den englischen Admiral und Hydrografen Sir Francis Beaufort (1774 bis 1857) zurück, der sie ab 1806 für seine Wetterbeobachtungen nutzte. Er beobachtete, welche Auswirkungen die jeweiligen Windstärken auf die Umgebung haben, und trug seine Erfahrungen in eine Skala mit 13 Punkten ein.

1835 wurde die Beaufort-Skala auf dem ersten internationalen meteorologischen Kongress in Wien als universal einsetzbares Hilfsmittel anerkannt.

Der Vorteil der Beaufort-Skala liegt darin, dass zur Ermittlung der Windgeschwindigkeit keine exakte Messung notwendig ist. In der Regel reicht ein Blick aus dem Fenster. Des Weiteren gilt die Einteilung sowohl auf See als auch an Land.

Windstärken – die Bezeichnungen in Deutschland auf einen Blick

Der Deutsche Wetterdienst und andere Fachleute nutzen folgende Beaufort-Klassifikationen für Wind:

WindstärkeBezeichnungWindgeschwindigkeit
Windstärke 0Windstilleunter 1 km/h
Windstärke 1leiser Zug1 bis 5 km/h
Windstärke 2leichte Brise6 bis 11 km/h
Windstärke 3schwache Brise12 bis 19 km/h
Windstärke 4mäßige Brise20 bis 28 km/h
Windstärke 5frische Brise29 bis 38 km/h
Windstärke 6starker Wind39 bis 49 km/h
Windstärke 7steifer Wind50 bis 61 km/h
Windstärke 8stürmischer Wind62 bis 74 km/h
Windstärke 9Sturm75 bis 88 km/h
Windstärke 10schwerer Sturm89 bis 102 km/h
Windstärke 11orkanartiger Sturm103 bis 117 km/h
Windstärke 12Orkanmehr als 117 km/h

Windstärken in Deutschland – bei diesen Windgeschwindigkeiten droht Gefahr

Bis einschließlich Windstärke 4 ist der Wind in Deutschland relativ ungefährlich und kaum wahrnehmbar.

Anders sieht es mit den Windstärken 5 bis 7 aus. Hierbei handelt es sich bereits um recht kräftige Winde, die auch stärkere Äste in Bewegung bringen.

Richtig gefährlich wird es in Deutschland ab der Stufe 7 der Beaufort-Skala:

  • Windstärke 7: Ganze Bäume bewegen sich, es besteht ein Widerstand beim Gehen.
  • Windstärke 8: Äste brechen vermehrt, das Gehen gegen den Wind ist mühsam.
  • Windstärke 9: Neben brechenden Ästen sind kleine Schäden am Haus wie herunterfallende Dachziegel möglich.
  • Windstärke 10: Der Wind lässt Bäume umstürzen, große Schäden an Gebäuden sind möglich.
  • Windstärke 11: Bäume werden entwurzelt, Häuser stark beschädigt.
  • Windstärke 12: Schwere Verwüstungen drohen.

Wer sich bei hoher Windstärke im Freien aufhält, läuft Gefahr, von Ästen oder herumfliegenden Gegenständen getroffen zu werden. Daher rät der Deutsche Wetterdienst in diesem Fall dazu, wenn möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben.

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