Windarten über dem Bundesgebiet

Wetter: Orkan, Sturm, Hurrikan, Tornado: Was sind die Unterschiede?

Tief "Mortimer" über Berlin
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Um Windarten klassifizieren zu können, wird in Deutschland häufig die sogenannte Beaufort-Skala verwendet

Die Windstärke über Deutschland wird bestimmt durch Zonen mit hohem und niedrigem Luftdruck. Der Druckausgleich verursacht Wind, bei starken Druckunterschieden kommt es zu einem Sturm oder einem regelrechten Orkan.

Offenbach – Ob es über Deutschland oder Teilen des Bundesgebietes zu Wind, Sturm oder einem Orkan kommt, lässt sich anhand der Prognosen des Deutschen Wetterdienstes annähernd vorhersagen. Die Bundesbehörde im hessischen Offenbach erleichtert mit der Vorhersage der Windarten unter anderem vorsorgliche Maßnahmen.

Wind in Deutschland: Die Klassifizierung der Windarten bis zum Sturm oder Orkan

Die Geschwindigkeit von Luftbewegungen wird in Stundenkilometern oder in Metern pro Sekunde gemessen. Um Windarten klassifizieren zu können, wird in Deutschland häufig die sogenannte Beaufort-Skala verwendet. Die Maßeinheit Beaufort, abgekürzt Bft, ermöglicht die Abstufung von Winden.

  • Brisen sind Winde von 2 bis 5 Bft.
  • Ein Wind mit einer Stärke von 6 bis 8 Bft ist ein starker, steifer und stürmischer Wind.
  • Ein Sturm liegt ab einer Windstärke von 9 Bft vor.
  • Ab Windstärke 12 Bft spricht man von einem Orkan.

Wenn es zu einem Orkan kommt, liegen Windgeschwindigkeiten von rund 120 km/h vor. Die zerstörerische Kraft des Windes potenziert sich beim Auftreffen auf feste Gegenstände und damit auch auf Gebäude. Jede Verdoppelung der Windgeschwindigkeit vervierfacht die sogenannte Windlast, den Druck, den der Wind ausübt.

Wind über Deutschland: Wie häufig ist ein Tornado über dem Bundesgebiet?

Ein Tornado, auch Windhose genannt, ist ein Luftwirbel, der sich unter bestimmten Wetterbedingungen aus der Atmosphäre bis auf die Erde senkt. Das Vorkommen solcher Windhosen ist nicht auf die Vereinigten Staaten beschränkt, sie können sich überall dort bilden, wo es zu Gewittern kommen kann.

Auch in Deutschland werden Tornados registriert. Bis zu 60 solcher Wirbel entstehen jedes Jahr über dem Bundesgebiet, meist über offenen Flächen. Trifft ein solcher Extrem-Wind auf bewohnte Gebiete, ist seine Zerstörungskraft erheblich. Nicht nur abgedeckte Dächer und entwurzelte Bäume sind die Folge, ein Tornado kann sogar Menschenleben fordern. Eine Vorsorge ist nur begrenzt möglich, da selbst stabile Steinmauern dem Sog des Tornados nachgeben können.

Wind in Deutschland: Hurrikan-Auswirkungen in Europa

Das Wort Hurrikan ist vermutlich der Sprache der Ureinwohner der Antillen entnommen. Es bezeichnet einen Wirbelsturm, der seinen Ursprung in tropischen Gebieten hat, häufig nahe der Karibik im Atlantischen Ozean oder über den offenen Weiten des Nordpazifiks. Die Saison für Hurrikane sind die Sommermonate und der Herbst. Trifft ein solcher Tropensturm auf bewohntes Festland, richtet er mit Wind in Orkanstärke katastrophale Verheerungen an. Hinzu kommen enorme Niederschläge und in Küstengebieten Flutwellen.

In besonderer Erinnerung ist der Hurrikan Katrina, der im August 2005 starke Zerstörungen im Südosten der USA verursachte. Betroffen waren die Bundesstaaten Florida und Louisiana und vor allem die Stadt New Orleans. Verheerend waren auch die Auswirkungen des Tropensturms Dorian 2019 auf den Bahamas. In Deutschland kommen diese Stürme lediglich in abgeschwächter Form an, können dann aber immer noch orkanartige Winde mit sich bringen.

Wind in Deutschland: Der Deutsche Wetterdienst

Der Durchschnittsbürger in Deutschland nimmt Wind erst zur Kenntnis, wenn es unangenehm wird. Für Städter in großflächigen Ansiedlungen haben auch Starkwinde eher selten Auswirkungen. Anders sieht es aus für Landwirte, die Marine und alle Personengruppen, die in und mit der Natur leben und arbeiten. Sie sind darauf angewiesen, sich möglichst rechtzeitig informieren zu können, wenn ein Sturm oder sogar ein Orkan heraufzieht. Schutzmaßnahmen lassen sich treffen aufgrund der meteorologischen Dienstleistungen des Deutschen Wetterdienstes. Die Prognosen der Bundesbehörde können auf deren Internetpräsenz eingesehen werden.

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