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Zerstörerisches Phänomen: Video zeigt Tornado, der Haus in Schutt und Asche legt

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Von: Berkan Cakir

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Das Videostandbild eines Twitter-Nutzers zeigt einen Tornado der durch die texanische Stadt wirbelt.
Das Videostandbild eines Twitter-Nutzers zeigt 2019 einen Tornado, der durch die texanische Stadt wirbelt. © picture alliance/dpa/@AthenaRising/AP

Im Vergleich zu den USA erlebt das Wetter in Deutschland seltener einen Tornado. Wie zerstörerisch so eine Windhose sein kann, zeigt ein Video aus dem Bundesstaat Illinois.

Naperville/Illinois - Der Basketballkorb fliegt quer durch das Bild, fällt um, wird dann kurz aufgerichtet, bevor er wieder zu Boden stürzt. Der Gasgrill weht davon als wäre er aus Watte. Tische, Stühle fliegen durch die Luft, und am Ende der Nacht ist nicht nur der Garten, den die Überwachungskamera filmt, völlig zerstört. Der Tornado, der quer durch Naperville im Bundesstaat Illinois wehte, zerstört mehr als 20 Häuser und hinterlässt eine Spur der Verwüstung in der Stadt, die sich in der Nähe von Chicago befindet.

Dass das Wetter in Deutschland von einem solch wuchtigen Tornado erfasst wird, ist eher unwahrscheinlich. Doch auch hierzulande können sie vorkommen. Bei der derzeitigen Unwetter-Serie, die die Hitzewelle beendete, drohten Tornados und Sturzfluten in Teilen des Landes. Von größeren Schäden wie aktuell in den USA blieb Deutschland allerdings verschont.

Wetterphänomen Tornado: Rund 60 Windhosen pro Jahr in Deutschland

In Deutschland werden bis zu 60 solcher Windhosen im Jahr registriert. Meist entstehen sie über offenen Flächen, im ganzen Bundesgebiet. Wenn ein solcher Extrem-Wind auf bewohnte Regionen trifft, kann seine Zerstörungskraft erheblich sein. Bäume werden entwurzelt, abgedeckte Dächer beschädigt, manchmal können Tornados auch Menschenleben kosten.

Die starken Winde, die für ihre typische Schlauchform bekannt sind, entstehen, wenn sich sehr feuchtwarme Luft in Bodennähe und trockenkalte Luft in der Höhe übereinander schichten. Das führt plötzlich zu großen Luftmassenumwälzungen: Die feuchtwarme Luft steigt auf, während die schwere trockenkalte Luft absinkt. Erst entstehen heftige Gewitter. Wenn sich zu der gefährlichen Luftmixtur dann noch in Bodennähe andere Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen gesellen, können Tornados entstehen.

Ein Tornado in Pforzheim beschädigte vor über 50 Jahren mehr als 2.000 Häuser

Eine wirklich gefährliche Windhose kommt in Deutschland sehr selten vor. Zuletzt war das vor mehr als 50 Jahren der Fall, in Baden-Württemberg. Beim Pforzheim-Tornado wurden am 10. Juli 1969 in der Stadt und der Umgebung mehr als 2.000 Häuser beschädigt. Zwei Menschen starben dabei. Die Windhose wurde in die Kategorie F4 der sogenannten Fujita-Skala eingeordnet, einer international gebräuchlichen Skala, die in den USA entwickelt wurde. F4 ist nach F5 die gefährlichste Kategorie. Tornados erreichen dabei Geschwindigkeiten zwischen 335 und 420 Kilometer pro Stunde.

Ein ähnlich starker Wind ereignete sich anschließend erst wieder 1979 in Brandenburg. Diese Windhose war weniger verheerend als der zehn Jahre zuvor in der baden-württembergischen Stadt. Doch auch der Brandenburger Tornado wurde als F4 kategorisiert. Sechs Menschen verletzten sich.

Auch sonst kann die Wetterlage in Deutschland aber durchaus gefährlich werden - es muss nicht gleich ein F4-Tornado sein. Das zeigte sich zuletzt. Anfang Juni waren es Unwetter in Stuttgart, die den Hauptbahnhof überfluteten. Ein Bauarbeiter starb in den Wassermassen. Straßen und Keller füllten sich mit Wasser. Auf der Autobahn 8 stand das Wasser zuletzt bis zu einem Meter hoch, die Feuerwehr eilte in Wathosen, Gummistiefeln und einem Schlauchboot zur Hilfe.

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