Eisberg nimmt Kurs

Unheimliches Wetterphänomen: „Eismonster“ bedroht eine ganze Tierpopulation

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Ein „Eismonster“ von der Größe des Saarlandes steuert aktuell auf eine Insel im Südatlantik zu. Eine Kollision könnte das Leben von Millionen Tiere bedrohen.

King Edward Point - Pinguine sind in Deutschland eher selten anzutreffen. In der Landeshauptstadt Stuttgart gibt es im Zoo Wilhelma zwar immerhin Brillenpinguine zu sehen, die unterscheiden sich jedoch deutlich von ihren Artgenossen in der Antarktis. Die allesamt in Baden-Württemberg oder zumindest in anderen Zoos in Europa geschlüpften Tiere sind normalerweise eher in milderem mediterran-atlantischem Klima beheimatet.

Für die deutlich größeren Königspinguine gilt dagegen die Insel Südgeorgien im Südatlantik als wichtigstes Brutgebiet. Genau auf diese Insel steuert aktuell ein „Eismonster“ zu, dass die ganze Pinguin-Population und Millionen andere Tiere bedroht.

Im Juli 2017 löste sich ein riesiger Eisberg vom Schelfeis Larsen C in der Antarktis ab, wie wetter.de berichtet. Das „Eismonster“, wie die Meteorologen des Portals es nennen, hat die Größe des Saarlandes und ist bereits in den Gewässern von Südgeorgien angekommen. Laut den Experten ist die Chance auf eine Kollision sehr hoch. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, erstreckt sich der Berg über eine Fläche von 3.500 Quadratkilometern - und ist damit in etwa genauso groß wie Südgeorgien.

Wetterphänomen: Riesiger Eisberg steuert auf Pinguin-Insel zu - Gefahr für Millionen Tiere

Durch den Klimawandel verändert sich das Wetter auf der ganzen Welt. Der November 2020 war in Deutschland beispielsweise viel zu warm und auch der Westen der Antarktis gehört zu den Regionen der Erde, die sich besonders schnell erwärmen. Die Erwärmung der Luft und der Ozeane beschleunigt die Entstehung von Eisbergen. Laut Wissenschaftlern sei dies zwar ein natürlicher Prozess, der derzeitige Klimawandel habe den Vorgang jedoch beschleunigt, wie wetter.de berichtet. Das aktuell auf Südgeorgien zusteuernde „Eismonster“ hat ein Gewicht von mehreren Tausend Tonnen und ist rund 200 Meter dick.

Auf Südgeorgien leben neben den Königspinguinen auch mehrere Millionen andere Pinguine und Robben. Menschen leben auf der Insel, die formal zum Vereinigten Königreich zählt, dagegen nur rund 30 - und das auch nur im Sommer. Der riesige Eisberg mit dem Namen A68a könnte die Nahrungssuche von Pinguinen und Robben behindern und das Leben auf dem Meeresboden zerstören, wie die Deutsche Presseagentur berichtet. Es bestehe aber noch Hoffnung, dass Meeresströmungen ihn an der Insel vorbeileiten.

Der Eisberg A68a (unten links) trieb zunächst in der Nähe der Südlichen Orkneyinseln, wie dieses Satellitenfoto der NASA zeigt. Inzwischen ist der Eisberg weiter gewandert und auf Kollisionskurs mit Südgeorgien.

Eine Kollision des tonnenschweren Eisbergs mit der Insel Südgeorgien im Südatlantik könnte jedoch für Millionen Tiere eine lebensbedrohliche Gefahr darstellen. „Die Zahl der Pinguine und Robben könnte stark zurückgehen“, erklärte Geraint Tarling vom British Antarctic Survey lautwetter.de.

Auch das Ökosystem am Meeresboden könne durch den Eisberg durcheinandergebracht werden. Der Eisberg habe „mehrere Hunderte von Jahren Nährstoffe und Staub gespeichert, die nun freigesetzt werden und nach und nach die Ozeane düngen“, sagte Geraint Tarling.

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