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Wetterexperte warnt: Erster Bodenfrost Anfang September - „Der Hitzesommer stürzt ab“

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Von: Franziska Schuster

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Diese Woche gibt es beim Wetter in Deutschland wohl die letzten Hitzetage. Kommende Woche soll es deutlich kühler werden. Sogar der erste Bodenfrost ist möglich.

Stuttgart - Der Sommer gibt in der letzten Augustwoche nochmal alles. Temperaturen um 30 Grad, tropische Nächte und viel Sonne bescheren uns einen schönen Abschied von der heißesten Jahreszeit. Denn pünktlich zum Start in den meteorologischen Herbst am 1. September gehen auch die Temperaturen zurück. Man könnte es einen „Kaltstart“ in den September nennen. Laut dem amerikanischen Wettermodell sollen vor allem die Frühtemperaturen dann frostig kalt werden. „Es wird eine deutliche Abkühlung berechnet“, sagt Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net.

Vor allem ab dem ersten Septemberwochenende müssen wir uns dann auf kühlere Temperaturen einstellen. Ein Trend für den 7. September etwa sagt voraus, dass die Frühtemperaturen gerade mal 5 bis 7 Grad erreichen. In den Mittelgebirgslagen könnte es sogar den ersten Bodenfrost, in den Alpen sogar Luftfrost geben, warnt der Wetterexperte. Die Hochdrucklagen sind vorbei - ein erstes Anzeichen des beginnenden Herbstes.

Kaltstart in den September: Temperaturen gehen deutlich zurück

Der Umschwung beim Wetter in Deutschland wird teils unangenehm werden. Nachdem in der letzten Augusthälfte der Sommer nochmal an Fahrt aufnimmt, sollen die Temperaturen ab Montag (29. August) nach und nach zurückgehen. Dafür sorgen auch Unwetter, die regional am Freitag (26. August) und Samstag (27. August) über einige Landesteile ziehen. „Schwere Gewitter, Unwetterpotenzial und dann wird es kühler“, sagt Dominik Jung. „Schon am Samstag gehen die Temperaturen deutlich in den Keller.“

Die Höchsttemperaturen liegen am Samstag (27. August) im Norden, von Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein bis hinunter nach Sachsen nur noch bei 17 bis 20 Grad. Richtung Nordosten erreichen die Werte noch 27 bis 28 Grad, im Westen und Südwesten 25 bis 27 Grad. Ein merklicher Unterschied verglichen mit den vorangegangen Tagen, an denen verbreitet noch um 30 Grad geherrscht hatten. „Da wäre die große Hitze schon am Samstag weitgehend verschwunden“, so der Meteorologe.

Meteorologe Dominik Jung vor einer Wetterkarte für Ende August 2022
Bei diesen Aussichten fröstelt Meteorologe Dominik Jung: Zum Monatswechsel gehen die Frühtemperaturen deutlich zurück. © BW24 Screenshot/YouTube/wetter.net

Viel Regen ist bis Donnerstag (1. September) allerdings nicht überall zu erwarten. In Richtung Berlin und Brandenburg sollen lediglich 5 bis 10 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Noch weniger kommt in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen sowie im Norden von Rheinland-Pfalz vom Himmel. Gerade einmal 1 bis 3 Liter pro Quadratmeter soll es dort bis zum Monatswechsel geben. Anders sieht es da im Norden und im Süden Deutschlands aus. Eine Niederschlagskarte macht Hoffnung: Im Norden und an den Küsten sind bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter möglich, in Baden-Württemberg um 25 Liter.

Wetter in Deutschland bewegt sich „in Richtung Frühherbst“

Der Grund für die zunehmenden Niederschlagsmengen bis zum 1. September sind Regengebiete, die sich von Westen her Deutschland nähern. Am Freitag (26. August) breiten sich diese langsam über Deutschland aus. „Dann ist die Chance da, dass es am Freitag endlich mal wieder verbreitet Schauer und Gewitter geben kann“, sagt Dominik Jung. Doch wie schon erwähnt, gilt auch hier wieder: Es wird nicht jeden treffen.

Ab Samstag (27. August) kommen kühlere Luftmassen nach Deutschland geströmt, kalte Polarluft steht also quasi vor unserer Haustüre. Diese verdrängt dann nach und nach die heißen Luftmassen. „Das setzt sich dann nächste Woche so fort“, erklärt Dominik Jung. Laut dem europäischen Wettermodell soll dann zum 2. September die Hitze aus Deutschland verschwunden sein. Ähnlich sieht es dann am Samstag (3. September) aus. „Da ist die Hitze ausgeräumt aus weiten Teilen Deutschlands.“ Ein Tief über dem Ärmelkanal sorgt dafür, dass kühle Luftmassen aus Nordwesteuropa zu uns gelangen können. „Das heißt: Die ganz große Hitze ist dann am ersten Septemberwochenende vorbei.“

Am Sonntag (28. August) kehrt die Sonne zunächst zurück. Die Temperaturen liegen bei 21 bis 28 Grad. Auch der Montag (29. August) wird sonnig bei Höchstwerten von 21 bis 30 Grad, wobei die Spitzenwerte von 28 bis 30 Grad am Oberrhein erreicht werden sollen. Am Dienstag (30. August) scheint ab und zu die Sonne, stellenweise ist es bewölkt bei 21 bis 28 Grad. „Die große Hitze mit Temperaturen bis zu 35 Grad scheint dann erst einmal vorbei zu sein.“

WochentagTemperaturen in Grad Celsius
Sonntag (28. August)21 bis 28 Grad
Montag (29. August)21 bis 30 Grad
Dienstag (30. August)21 bis 28 Grad

(Quelle: wetter.net)

In der ersten Septemberwoche könnte es dann deutlich kühler werden. „Es geht langsam in Richtung Spätsommer - oder eher schon in Richtung Frühherbst“, sagt der Wetterexperte. „Der Hitzesommer stürzt ab.“

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