Ameisen und Bäume statt Wettercomputer

„Wetter-Prophet“ sagt baldigen Wintereinbruch mit Schnee voraus - er deutet Zeichen der Natur

  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Martin Horat kann in 80 Prozent der Fälle das Wetter richtig voraussagen. Er rechnet mit einem Wintereinbruch und Schneefall am 10. Dezember.

Rothenturm - Messstationen auf der ganzen Welt sammeln rund um die Uhr Wetterdaten, um möglichst genau das Wetter vorauszusagen. Ein Schweizer „Wetterschmöcker“ verzichtet auf Computerdaten: Martin Horat, auch bekannt als Wetter-Prophet, wirft für seine Vorhersagen einen Blick in die Natur - und hatte dabei bisher in 80 Prozent der Fälle recht.

Dabei konzentriert er sich ganz auf die Sprache seiner natürlichen Umgebung. Er klopft an Bäume, setzt sich in Ameisenhaufen oder riecht an Moosen. Seine Voraussagen für das Wetter gelten immer für ein halbes Jahr.

Experten sprachen bereits von einer„Russischen Kältepeitsche“ mit minus 10 Grad und Schnee, die bald zuschlägt. Auch Martin Horat hat eine Prognose für das Wetter in den kommenden Wochen: „Ungefähr vor dem 10. Dezember bricht der Winter ein“, prophezeite der Wetterschmöcker laut wetter.de. Bis nach Deutschland reicht die Prognose nicht - sie bezieht sich auf die Heimatregion von Horat in der Schweiz. Dennoch machen die Prognosen zum Wintereinbruch im Dezember Hoffnung auf Schnee, auch in Baden-Württemberg.

Wetter-Prophet zieht Bäume und Ameisen zurate

Für die Vorhersage zum Wetter hat Horat den Geist eines Baumes geweckt. „Hallo, hörst du mich? Ist der Geist hier?“ , fragt er in dem Video auf wetter.de, während er auf die Baumrinde klopft. Mit seinem unverkennbaren Schweizer Akzent fragt er: „Hast du Schnee in Aussicht?“ Die Antwort des Baumes scheint eindeutig - Horat kann seine Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten.

Mehr als genug Schnee bestätigten Horat nach eigenen Angaben auch die Ameisen. Manchmal setzt er sich in einen Ameisenhaufen, um eine Prognose für das Wetter zu treffen. Aus ihrer Verfassung zieht der 76-Jährige seine Schlüsse. Seine Theorie: Sind die Ameisen fett und wohlgenährt, schließt er auf einen kalten Winter. Sind sie im Herbst eher mager, stehe das für wenig Schnee.

Dieses Jahr scheint ein gutes Ameisen-Jahr gewesen zu sein: „Ich habe gesehen, dass sie sehr viel Fett angelegt haben. Sie haben einen guten Sommer gehabt.“ Das zeige einen strengen, kalten Winter an, ist sich der Wetter-Prophet sicher.

Der 76-Jährige ist Mitglied des meteorologischen Vereins Innerschwyz. Die Wetterschmöcker aus dem Muothal haben sich weit über die Talränder Gehör verschafft und sind populärer denn je. Viele Menschen interessieren sich mittlerweile für die eigenwilligen Innerschwyzer und ihre humoristisch vorgetragenen Voraussagen zum Wetter. Ob sie das Verhalten der Ameisen beobachten oder das Gurgeln des Baches - die Wetter-Propheten faszinieren mit ihrer Naturverbundenheit, ihrem Fachwissen und ihren treffsicheren Prognosen.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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