Wetter in Deutschland

Rekordwinter mit Schnee oder Quatsch-Prognose? NASA will Frage endgültig klären

  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
    schließen

Kommt nun der angekündigte Jahrhundertwinter oder waren die Wetter-Prognosen wieder einmal nur heiße Luft? Die NASA will die Spekulationen ein für allemal beseitigen.

Stuttgart - Das Wetter in Stuttgart und Deutschland war für Winterfreunde in den vergangenen Jahren nicht unbedingt ein Grund zur Freude. Schnee und Kälte sind eher die Seltenheit - wer Schlittenfahren wollte, musste da schon einen Ausflug in höher gelegene Gebiete machen. Dann aber erfolgte vor wenigen Wochen die hoffnungsvolle Prognose einiger Experten, die einen Jahrhundertwinter für das Jahr 2020 prophezeiten.

Derzeit wütet ein erster Schneesturm in Deutschland - ein möglicher Vorbote für das, was dem Wetter im Winter bevorsteht?Verlassen kann man sich auf keine der aktuellen Wettervorhersagen. An einem Tag heißt es, dass der Wintereinbruch kurz bevor steht, am nächsten werden wieder Rekordtemperaturen angekündigt. Immer wieder ändern die Experten unerwartet ihre Prognosen für den Winter.

Wetter: NASA könnte verlässlichere Vorhersagen möglich machen

Die NASA will Fragen um Winterprognosen endlich klären.

Um die Vorhersagen zum Wetter weniger anfällig für Fehler zu machen, setzt die NASA zukünftig einen neuen, hochmodernen Satelliten ein. „Sentinel-6 Michael Freilich“ wurde von der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde zusammen mit der europäischen Weltraumorganisation ESA entwickelt und soll zukünftig Daten zur Meeresoberfläche sammeln.

Dies dient dem Zweck, „den Klimawandel besser zu verstehen und Vorhersagen für das Wetter zu verbessern“, wie es in einer Mitteilung der NASA zum Projekt heißt. Demnach würden atmosphärische Daten mithilfe der Signale von GPS-Satelliten erfasst werden. Ändern sich deren Frequenzen, ist dies unter Umständen ein Anzeichen für Temperaturverschiebungen, Änderungen des Feuchtigkeitsgehalts oder der Dichte in der Atmosphäre.

Genau „diese Messungen können Meteorologen dabei helfen, ihre Vorhersagen für das Wetter“ genauer zu machen, heißt es in dem Report der NASA. Außerdem soll der Klimawandel besser untersucht werden. Da der steigende Meeresspiegel bereits Auswirkungen auf die Menschen hat, sei es nicht nur wichtig, zu verstehen, wie stark die Meere steigen, sondern auch, wo und wie schnell.

NASA: Satellit könnte Meteorologen helfen, Wetter-Ereignisse besser vorauszusagen

Ein weiterer Vorteil: Mithilfe des Satelliten können Wissenschaftler die Bewegung von warmem Wasser in den Ozeanen besser nachvollziehen. Das ist etwa bei der Vorhersage von Hurrikans und anderer Wetter-Phänomene nützlich. Diese haben bekanntermaßen indirekt Auswirkungen auf das Wetter in Europa - auch wenn sie sich in weiter Ferne ereignen. Soll heißen: Wetter-Ereignisse in der Karibik können Einfluss auf den Winter in Stuttgart und Deutschland haben.

Ein Beispiel: Die Entwicklung des Phänomens La Niña kann in Deutschland einen klassischen Winter mit viel Schnee begünstigen. Dabei erwärmt sich das Oberflächenwasser des Westpazifiks, während das Meer vor Südamerika deutlich abkühlt. Da kaltes Wasser von der Antarktis Richtung Norden strömt, steigen die Chancen auf einen kalten Winter in Deutschland. Die Chancen auf viel Schnee erhöhen sich - mit etwas Glück gibt es also weiße Weihnachten, wie es etwa 2010 der Fall war.

Solche Temperaturveränderungen in den Gewässern können mithilfe der Messungen von „Sentinel-6 Michael Freilich“ viel genauer nachvollzogen werden, wodurch sich auch die Genauigkeit der Langzeit-Prognosen für den Winter und das Wetter in Stuttgart und Deutschland erhöht. Davon könnten Winterfreunde zukünftig profitieren. Der Satellit startet jedoch erst am Wochenende seine Mission ins All. Das Bangen um weiße Weihnachten bleibt damit vorerst mal erhalten.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Michele Danze/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare