Wetter in Deutschland

Wetter: Schnee bis Mitte April oder Quatsch-Prognose? NASA will Frage endgültig klären

  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Immer wieder liegen die Wetter-Experten mit ihren Prognosen zum Winter falsch. Die NASA will das Problem ein für allemal lösen.

Stuttgart - Das Wetter in Deutschland zeigt sich in diesem Frühjahr sehr unbeständig. Mal ist es deutlich zu warm für die aktuelle Jahreszeit. Dann kommt plötzlich der Temperatursturz - und sogar Schnee an Ostern ist angekündigt. Laut einigen Berechnungen könnte noch ein wochenlanger Winter drohen, bis tief in den April.

Das mag unglaublich erscheinen, schließlich wurden gerade beim Wetter neue Wärmerekorde aufgestellt: In der baden-württembergischen Kleinstadt Rheinau wurden am 31. März sagenhafte 27 Grad gemessen. „In Rheinau-Memprechtshofen im Oberrheingraben wurde um 17 Uhr mit 27,2 Grad Celsius der alte deutsche Rekord von 26,6 Grad Celsius vom 28.03.1989 in Baden-Baden überboten“, schrieb der DWD auf Twitter. Und dann berechnen einige Meteorologen nochmal ein heftiges Winter-Comeback? Das Chaos beim Wetter in Deutschland scheint perfekt.

Müssten solche Vorhersagen im Zeitalter hoch entwickelter Technologien nicht zuverlässiger sein? Die Weltraumbehörde Nasa will zumindest dafür sorgen, dass sie es in Zukunft sind.

Wetter: NASA könnte verlässlichere Vorhersagen möglich machen

Die NASA will Fragen um Winterprognosen endlich klären.

Um die Vorhersagen zum Wetter weniger anfällig für Fehler zu machen, setzt die NASA zukünftig einen neuen, hochmodernen Satelliten ein. „Sentinel-6 Michael Freilich“ wurde von der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde zusammen mit der europäischen Weltraumorganisation ESA entwickelt und soll zukünftig Daten zur Meeresoberfläche sammeln.

Dies dient dem Zweck, „den Klimawandel besser zu verstehen und Vorhersagen für das Wetter zu verbessern“, wie es in einer Mitteilung der NASA zum Projekt heißt. Demnach würden atmosphärische Daten mithilfe der Signale von GPS-Satelliten erfasst werden. Ändern sich deren Frequenzen, ist dies unter Umständen ein Anzeichen für Temperaturverschiebungen, Änderungen des Feuchtigkeitsgehalts oder der Dichte in der Atmosphäre.

Genau „diese Messungen können Meteorologen dabei helfen, ihre Vorhersagen für das Wetter“ genauer zu machen, heißt es in dem Report der NASA. Außerdem soll der Klimawandel besser untersucht werden. Da der steigende Meeresspiegel bereits Auswirkungen auf die Menschen hat, sei es nicht nur wichtig, zu verstehen, wie stark die Meere steigen, sondern auch, wo und wie schnell.

NASA: Satellit könnte Meteorologen helfen, Wetter-Ereignisse besser vorauszusagen

Ein weiterer Vorteil: Mithilfe des Satelliten können Wissenschaftler die Bewegung von warmem Wasser in den Ozeanen besser nachvollziehen. Das ist etwa bei der Vorhersage von Hurrikans und anderer Wetter-Phänomene nützlich. Diese haben bekanntermaßen indirekt Auswirkungen auf das Wetter in Europa - auch wenn sie sich in weiter Ferne ereignen. Soll heißen: Wetter-Ereignisse in der Karibik können Einfluss auf den Winter in Stuttgart und Deutschland haben.

Ein Beispiel: Die Entwicklung des Phänomens La Niña kann in Deutschland einen klassischen Winter mit viel Schnee begünstigen. Dabei erwärmt sich das Oberflächenwasser des Westpazifiks, während das Meer vor Südamerika deutlich abkühlt. Da kaltes Wasser von der Antarktis Richtung Norden strömt, steigen die Chancen auf einen kalten Winter in Deutschland. Die Chancen auf viel Schnee erhöhen sich - mit etwas Glück gibt es also weiße Weihnachten, wie es etwa 2010 der Fall war.

Solche Temperaturveränderungen in den Gewässern können mithilfe der Messungen von „Sentinel-6 Michael Freilich“ viel genauer nachvollzogen werden, wodurch sich auch die Genauigkeit der Langzeit-Prognosen für den Winter und das Wetter in Stuttgart und Deutschland erhöht. Davon könnten Winterfreunde zukünftig profitieren.

Auch auf kurze Sicht gesehen, sind die Wetterveränderungen deutlich spürbar. Aktuell sorgt sibirische Kaltluft in Deutschland für Schneechaos* auf den Straßen Deutschlands. *Heidelberg24 ist ein Angebot von IPPEN.Media.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Michele Danze/dpa

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