Gute Sicht in Baden-Württemberg

Wetter: Seltenes Phänomen spielt sich heute Nacht am Himmel ab

  • Anna-Lena Schüchtle
    VonAnna-Lena Schüchtle
    schließen

Im Laufe der Nacht klart das Wetter in Baden-Württemberg und Stuttgart immer mehr auf - perfekte Bedingungen um ein außergewöhnliches Himmelsphänomen zu beobachten.

Stuttgart - Das Wetter in Stuttgart bietet heute Nacht beinahe beste Sichtbedingungen - laut der aktuellen Vorhersage klart der Himmel ab 20 Uhr immer mehr auf und auch Niederschlag ist in Baden-Württemberg und seiner Landeshauptstadt kaum noch zu erwarten. Das dürfte vor allem Hobby-Astronomen und Sternbeobachter freuen.

Himmelsbeobachter im Süden Deutschlands haben bei gutem Wetter heute Nacht gute Chance, ein seltenes Himmelsphänomen zu beobachten.

Denn: In der Nacht vom 17. auf den 18. November könnten Beobachter des Nachthimmels unter Umständen die ein oder andere Sternschnuppe zu Gesicht bekommen. Die Aktivität des Meteoroidenschauers der sogenannten Leoniden erreicht dann nämlich seinen Höhepunkt - zwischen zehn und 20 Sternschnuppen können pro Stunde am Firmament gesichtet werden.

Wetter in Stuttgart und Baden-Württemberg: Chance auf Sternschnuppen

Bei diesen speziellen Sternschnuppen handelt es sich um einen Meteoroidenstrom, der seinen Ursprung im Sternbild Löwe hat - deshalb auch der Name Leoniden vom Lateinischen „Leo“ für Löwe. Sie sind mehr als 1.100 Jahre alt und einmal jährlich zwischen dem 13. und 30. November bei gutem Wetter am Nachthimmel zu sehen. Dann nämlich kreuzt die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne die Trümmerwolke des Kometen Tempel Tuttle.

MeteoroidenGesteinsbrocken, auf einer Umlaufbahn um die Sonne
Meteore (Sternschnuppen)Verglühende Meteoroiden bei Eintritt in die Erdastmosphäre
MeteoritenMeteoroide, die die Erdoberfläche erreichen

Weil einige der Gesteinsbrocken der Trümmerwolke bei Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen, werden sie für Himmelsbeobachter bei gutem Wetter als Meteore beziehungsweise Sternschnuppen sichtbar. Die Leoniden sind so populär, weil sie in der Vergangenheit schon besonders zahlreich am Himmel erschienen sein sollen.

Laut mündlichen Überlieferungen konnten Himmelsbeobachter in der Nacht von 12. auf 13. November 1833 beispielsweise um die 200.000 der Meteore pro Stunde zählen. Das sind 60 Sternschnuppen pro Sekunde - also ein richtiger Schauer. Die Chance, dass heute Nacht ebenso viele Meteoroiden in der Erdatmosphäre sichtbar verglühen, ist zwar relativ gering - Sternbeobachter haben jedoch dafür einen anderen Vorteil: das gute Wetter.

Himmel klart auf und gewährt Sicht auf Leoniden - bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde

Weil heute Nacht nämlich laut aktueller Wettervorhersage für Novemberverhältnisse nur wenige Wolken am Himmel sind und auch kein Niederschlag erwartet wird, können die Meteore in Baden-Württemberg bei zum Teil sternklaren Verhältnissen besonders gut beobachtet werden. „Am besten Richtung Nord-Osten blicken - dann kann man bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde sehen“, erklärt die Expertin von wetter.com im Video.

Bewohner von Großstädten wie Stuttgart müssen jedoch trotzdem ganz genau hingucken, um die Leoniden zu sehen - oder am besten gleich einen Ausflug aufs Land machen, wo nur wenig Umgebungslicht die Sicht trübt. Am besten lassen sich die Sternschnuppen von einem Hügel oder einem Berg aus zu beobachten. Dann könnte man auch folgendem Problem entgehen, denn: „Besonders in den Niederungen erschwert Nebel die Sicht auf Sternschnuppen“, erklärt die wetter.com-Expertin.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare