Winter in der Wüste

Unglaubliches Wetterphänomen: Deshalb liegt plötzlich Schnee in der Sahara

Ein Kameltreiber reitet bei Sonnenuntergang mit seinen Tieren durch eine schneebedeckte Wüstenlandschaft in der Inneren Mongolei.
+
Schnee in der Wüste klingt wie ein Widerspruch - der Polarwirbel sorgte jedoch für dieses Wetterphänomen (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
    schließen

Die größte Trockenwüste der Welt ist wohl der letzte Ort, an dem man Schnee erwarten würde. Ein unglaubliches Wetterphänomen führt nun jedoch genau dazu: Schnee in der Sahara.

Ain Sefra - Die Sahara ist die größte Trockenwüste der Welt und rund 26 Mal so groß wie Deutschland. In einer Wüste herrschen normalerweise hohe Temperaturen, trockene Luft und Sandstürme. Das Wetter in der Sahara wird von der Lage zwischen 15 und 35 Grad nördlicher Breite, dem Geländerelief und die Höhenlage sowie durch die Oberfläche und deren Bedeckung bestimmt. Dadurch herrschen meist eine hohe Sonneneinstrahlung und ein nahezu wolkenloser Himmel. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen liegen im Sommer bei 30 bis über 37 Grad. Im Winter kann es nachts jedoch auch in der großen Wüste sehr kalt werden.

Beim Wetter in Deutschland und Europa ist Schnee im Winter keine Seltenheit. Traditionell wird die kalte Jahreszeit sogar in der Werbebranche nahezu immer mit einer dichten Schneedecke und großen Flocken sowie mit weißen Landschaften und Städten dargestellt. Die Sahara ist dagegen wohl das letzte Gebiet auf dieser Erde, wo man Schnee erwarten würde. Genau das trat nun jedoch ein. Bewohner der Stadt Ain Sefra (Algerien) erblickten am Dienstag ein ungewohntes Bild. Wie es zu dem Wetterphänomen kam, erklärt Meteorologin Anna Gröbel von wetter.com.

Schnee in der Sahara: Polarwirbel sorgt für ungewöhnliches Wetterphänomen

In diesem Winter gab es bereits so einige ungewöhnliche Wetterphänomene. Beispielsweise wurde vor einigen Tagen in Nordspanien ein Kälterekord von -35 Grad gemessen, während es am selben Tag auf der Insel Kreta (Griechenland) rund +25 Grad hatte. Laut der Meteorologin Anna Gröbel von wetter.com hat dieser Temperaturunterschied mit dem Polarwirbel zu tun. Dieser Polarwirbel sei „Anfang des Jahres zusammengebrochen. Dadurch konnte die Polarluft bis in den Mittelmeerraum vordringen“, so die Expertin. Der Zusammenbruch des Polarwirbels sorgte jedoch nicht nur für einen Temperaturrekord in Nordspanien und Mengen an Neuschnee in Madrid, sondern auch für Schnee in der Sahara.

Obwohl Schnee in der Sahara trotz der Bilder noch immer wie ein Widerspruch klingt, ist es nicht das erste Mal, das Teile der Wüste in eine weiße Decke gehüllt waren. Nach den Jahren 1979 und 2017 gab es zuletzt im Jahr 2018 einen weißen Niederschlag in der sonst sandgelben Sahara.

Bei dem ungewöhnlichen Wetterphänomen handelt es sich allerdings nur um eine temporäre Erscheinung. Der vom Polarwirbel verursachte Schnee dürfte durch die hohen Temperaturen in der Wüste bereits jetzt wieder verschwunden sein. Es bleibt jedoch bei einem ungewöhnlichen Phänomen, das zeigt, „dass das Wetter selbst an den ungewöhnlichsten und abgelegensten Orten der Welt verrücktspielen kann“, wie wetter.com schreibt.

Mehr zum Thema

Kommentare