Tief erreicht Deutschland

Unwetter: Meteorologe warnt - Menschen in Flutgebieten müssen sich auf Wochenende vorbereiten

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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In ganz Deutschland gibt es am Wochenende Schauer und Gewitter. Vor allem die Katastrophengebiete sind erneut von Starkregen betroffen. Ein Meteorologe mahnt zur Vorsicht.

Stuttgart - Endlich ist das Wetter in Deutschland besser und der Sommer zurückgekehrt. Vor allem für die von Unwettern und Starkregen gebeutelten Regionen ist das Sommerwetter eine Erleichterung. In den vergangenen Wochen herrschte dort wegen Hochwasser und Überflutungen „Warnstufe Dunkelrot“. Doch lange hält das sommerliche Hoch nicht an. Dominik Jung, Meteorologe bei wetter.net, warnt: Am Wochenende sind erneut schwere Unwetter zu erwarten.

Eine Hitzeblase aus der Sahara hatte Europa und auch Deutschland warmes und sonniges Wetter beschert. Zum Ende der Woche schlägt die Wetterlage jedoch wieder um. „Das trockene und sonnige Wetter geht langsam zu Ende“, sagt Dominik Jung in seiner neusten Prognose. Zum Wochenende zieht Tief Dirk über Frankreich und erreicht Deutschland. „Dieses Tief bringt uns dann am Samstag und am Sonntag verbreitet Schauer und Gewitter. Und diese Gewitter bringen stellenweise auch Starkregen - und das auch in die Flutgebiete“, sagt der Wetterexperte. Doch Dominik Jung kann beruhigen: „Es wird nichts großflächiges erwartet wie vor einer Woche, als diese Flut über den Westen hereingebrochen ist.“

In Rheinland-Pfalz etwa sorgten die Unwetter für die größte Katastrophe seit dem Zweitem Weltkrieg und forderten zahlreiche Opfer. Dieses Mal handle es sich um punktuelle Schauer und Gewitter, die lokal Starkregen bringen und vereinzelt für kleinere Überflutungen sorgen. „Starkregen ist am Wochenende regional wieder ein Thema“, so der Diplom-Meteorologe. Sein Tipp für die Flutgebiete: „Am besten die technische Ausrüstung gegen Regen sichern, damit diese nicht beschädigt wird. Und auch nochmal schauen, ob alle Wasserabläufe frei sind, damit es durch den Starkregen auf Straßen und Grundstücken keinen Rückstau mehr gibt.“ Wenn alles abgesichert sei, sollten die Regenschauer am Wochenende für die Katastrophengebiete kein Problem darstellen, so der Experte.

Wetter in Deutschland: Ab Samstag wird es nass - „Wetterlage bleibt brisant“

Nach Hoch Dana bringt und nun also Tief Dirk wieder Regen und Unwetter. Luft aus Nordafrika hatte in den letzten Tagen eine Hitzewelle nach Europa gebracht. Aktuell sind es Luftmassen aus Südafrika, die sich langsam in Richtung Frankreich schieben. „Ein Teil dieser sehr warmen Luftmassen kommt zum Teil auch nach Deutschland.“ Heißt für unser Wetter: Es wird schwülwarm mit Temperaturen über 30 Grad. Doch mit der heißen Saharaluft kommen auch die Gewitter. Samstagmorgen erreicht das Tief Dirk schließlich Deutschland. Aus Westen kommend ziehen Schauer über Westdeutschland und bringen punktuell Starkregen.

Unwetter sorgten in Ahrweiler für schlimme Überschwemmungen.

„Die Wetterlage bleibt spannend, teilweise auch etwas brisant“, sagt Dominik Jung. Von Niedersachsen über Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz bis nach Baden-Württemberg bringt Tief Dirk Schauer und Gewitter. Die Temperaturen bleiben heiß: Im Westen zwischen 26 und 31 Grad, im Osten zwischen 28 und 32 Grad. Und auch der Sonntag bleibt wechselhaft: Schauer und Gewitter und teilweise Starkregen bescheren Deutschland einen ungemütlichen Sonntag.

Betroffen vom Starkregen und Schauern sind vor allem die Mitte und der Westen Deutschlands. „Also aufpassen in den Flutgebieten vor dem Starkregen“, warnt der Wetterexperte. „Der Regen kann hier und da nochmal kurzfristig ganz klein räumig für Überschwemmungen sorgen.“ Am Sonntag wird es zudem „unerträglich schwül“, so Dominik Jung weiter.

Wetter in Baden-Württemberg: Der August wird regnerisch

Die Prognose vom Europäischen Wettermodell sieht ähnlich nass aus: Für den Westen werden bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter in Starkregengebieten vorhergesagt. Zum Vergleich: Letzte Woche sind hier zwischen 150 bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. „Also überhaupt kein Vergleich zu den Regenmassen, die da vor gut einer Woche runtergekommen sind“, sagt der Meteorologe.

Das Amerikanische Wettermodell hat bereits eine Prognose bis zum 6. August erstellt. Darin werden sehr viel Niederschlag für den Süden Deutschlands erwartet. „Es deutet nichts darauf hin, dass die Hundstage trocken werden“, sagt Dominik Jung. Ganz im Gegenteil: Die Hundstage Ende Juli und Anfang August sehen ziemlich nass aus. Im süddeutschen Raum werden bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter vorhergesagt. Aber auch im Rest des Landes sieht es nicht besser aus: 70 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter lautet hier die Prognose. „Das werden wohl eher nasse Hundstage anstatt heiße Hundstage“, meint Dominik Jung.

Wetter in Deutschland: Tief Dirk bringt Regen und Gewitter

„Schon Mitte nächster Woche kommt ein neuer Kaltluftvorstoß bei uns an“, sagt er. „Um uns herum ist es überall deutlich wärmer.“ Auch die Ensemble-Vorhersage macht jede Hoffnung auf Sommerwetter zunichte: „Das stabile Sommerwetter der letzten Tage ist vorbei. Ab dem Wochenende gibt es immer wieder Niederschläge“, lautet Dominik Jungs Prognose. Die Temperaturen bleiben allerdings relativ konstant. Bis zum 7. August liegen diese in Westdeutschland meist um die 25 Grad. Im Osten Deutschlands liegen die Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. Auch hier gibt es ab dem Wochenende verstärkt Niederschläge, die sich bis Anfang August halten. Eine längere trockene Phase sei auch hier nicht zu erwarten, so der Wetterexperte.

Im Süden liegen die Temperaturen bis zum 7. August durchschnittlich bei etwa 25 Grad. Zeitweise wird es nächste Woche auch noch kühler, es gibt vermehrt Niederschläge. Die Niederschlagssummen bis zum 7. August liegen für Süddeutschland bei 140 Liter Regen pro Quadratmeter. Einzelne Ausreißer sagen sogar bis zu 200 Liter vorher. „Die nächsten sieben bis 14 Tage werden bei uns in Deutschland sehr wechselhaft bleiben. Immer wieder zum Teil kräftige Schauer und Gewitter. Viel Wärme ist nicht in Sicht. Temperaturen von 30 Grad und mehr - also heiße Hundtstage - sind nach aktuellem Stand eher unwahrscheinlich“, so Dominik Jungs düstere Prognose.

Im Norden Deutschlands ist es ähnlich: Die Temperaturen schwanken um die 20 Grad, zum Wochenende sogar noch über 25 Grad. Danach halten sich die Temperaturen bei etwa 20 Grad. Auch hier gibt es eine wechselhafte Wetterphase mit viel Regen.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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