Wetter in Deutschland

Wetter: „Lebensgefährliche Hitze“ zieht aus der Sahara über Europa - bis zu 45 Grad

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Es wird richtig heiß: Eine Hitzewelle erreicht Südeuropa. In Italien, Griechenland und in der Türkei steigen die Temperaturen auf bis zu 45 Grad. Kommt die Hitze auch zu uns? 

Stuttgart - Das vergangene Wochenende fühlte sich vielerorts mehr nach Herbst als nach Sommer an. Das Wetter in Deutschland war im vergangenen Monat wechselhaft und nass. Unwetter mit Gewittern und Starkregen zogen vor allem den Süden Deutschlands in Mitleidenschaft. Im Juni hatte die Sahara-Hitze Deutschland noch voll im Griff, es herrschten deutlich zu hohe Temperaturen. Davon ist jetzt nichts mehr zu spüren.

Während bei uns eher Herbstwetter herrscht, rollt auf den Süden Europas eine extreme Hitzewelle zu. „Diese große Hitze kommt direkt aus Nordafrika, aus der Sahara, über das Mittelmeer geströmt bis nach Griechenland. Aber auch weiter über Griechenland hinweg bis in die Türkei. Da wird es richtig heiß mit Temperaturen von 40 bis 45 Grad“, prophezeit Dominik Jung, Wetterexperte bei wetter.net. Aber erreicht diese „lebensgefährliche Hitze“, wie er sie nennt, auch Deutschland?

Wetter in Deutschland: „Starke Hitze in Südeuropa, Unwetter bei uns“

Am vergangenen Wochenende zog das Tief Ferdinand über die Republik, brachte vielerorts Regen und Gewitter in Deutschland, an der Nordsee teils Sturmböen. Laut einer „Gruselprognose“ nähern sich die Temperaturen im August sogar dem Bodenfrost. Im Südosten Europas gab es hingegen schon am Wochenende sehr hohe Temperaturen mit bis zu 40 Grad. Laut Dominik Jung schafft es diese Hitzewelle nicht nach Deutschland. Hierzulande wird es deutlich kühler und es bleibt wechselhaft. Im Alpenraum sind noch maximal 20 bis 24 Grad drin. „Starke Hitze in Südeuropa, Unwetter bei uns“, fasst es Dominik Jung zusammen. „Die ganze Wetterlage bleibt in ganz Europa ziemlich zweigeteilt.“

Ab dem heutigen Montag steigen in Italien die Temperaturen auf 40 Grad, in Griechenland stellenweise sogar auf bis zu 44 Grad. „Aber das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Auch der Dienstag bleibt weiterhin sehr heiß in diesen Regionen. Griechenland 44 Grad, in einzelnen Regionen auch bis zu 46 Grad“, erklärt Jung. Auch am Mittwoch bleiben die Temperaturen mit 40 bis 44 Grad dort sehr hoch. „Das ist eine längere, sehr heiße Phase, eine extreme Hitzephase mit Temperaturen in der Spitze von 40 bis hin zu 46 Grad“, so Dominik Jung. Doch an den Hitzerekord Europas, gemessen 1977 in Athen mit 48 Grad, kommt die aktuelle Hitzewelle wahrscheinlich nicht ran.

Wetter in Deutschland: Jetstream ist schuld an Herbstwetter

Während in Südeuropa bis Mittwoch Temperaturen von bis zu 46 Grad vorhergesagt werden, bleibt es bei uns kalt. „Wir sitzen im Herbstwetter und der Südosten Europas sitzt in der großen Hitzewelle“, erklärt Dominik Jung weiter. Schuld ist der Jetstream. Die kühlere Luft strömt über Deutschland, während die heiße Luft aus der Sahara über Italien bis nach Griechenland zieht. „Dieser Jetstream bildet eine Mauer, er trennt die beiden Luftmassen“, so der Diplom-Meteorologe. „Deswegen haben die warmen Luftmassen keine Chance, zu uns zu kommen. Auf der anderen Seite haben auch die kalten Luftmassen keine Chance, nach Süden zu kommen.“

Eine Hitzewelle zieht über Europa.

Heißt für das Wetter in Deutschland: Es bleibt erst mal alles beim Alten. Die erste Augustwoche wird ziemlich durchwachsen. In Deutschland erwartet uns vergleichsweise kaltes Wetter. Im Norden ist es sogar wärmer als im Süden. Um die 20 bis 23 Grad werden für Mittwoch in Norddeutschland vorhergesagt, in Süddeutschland werden es gerade einmal 15 Grad. „Viel zu kalt für die aktuelle Jahreszeit“, sagt auch Dominik Jung. „Herbstwetter in Deutschland - und das an einem 4. August, wo normalerweise der Hochsommer in vollem Gange ist.“

Auch die Tage nach dem 4. August bleiben kühl und durchwachsen, so der Meteorologe. Bis zum 12. August liegen die Temperaturen laut Ensemble-Vorhersage bei etwa 20 Grad. „Dann gibt es hier und da mal ein paar Ausreißer, die gehen in Richtung 30 Grad. Vielleicht ist zur Monatsmitte irgendwas im Busch, dass es auch bei uns so richtig heiß werden könnte. Aber bis dahin bleibt es erst mal ziemlich unterkühlt.“ Hinzu kommen Schauer und Gewitter, so der Wetterexperte.

Wetter in Baden-Württemberg: Viel Regen bis Mitte August

Das Wetter in Baden-Württemberg bleibt bis in den August hinein ebenfalls kalt und nass. Vor allem in Richtung Alpen wird in den kommenden Wochen mit sehr viel Niederschlag gerechnet. „Zum 13. August gibt es einen leichten Aufwärtstrend, aber wirklich nur einen leichten“, so Dominik Jung. „Eine Hitzewelle ist da nicht in Sicht.“

Ist der Sommer also vorbei? „Die Hundstage fallen dieses Jahr ins Wasser - oder kommen in der zweiten Monatshälfte. Das kann man jetzt noch nicht so genau sagen“, meint Dominik Jung.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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