La Niña

Winter 2021: Seltenes Wetter-Ereignis im Pazifik könnte zu Extremen in Europa führen

  • Sina Alonso Garcia
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Grundsätzlich beeinflusst das Wetterphänomen „La Niña“ vor allem das Wetter auf dem amerikanischen Kontinent und in Südostasien. Doch auch Europa könnte laut Experten bald betroffen sein.

Stuttgart - Das Wetterphänomen „La Niña“ (Spanisch: Das Mädchen) gilt als Klimaanomalie mit weitreichenden Folgen für unsere Erde. Laut einer Definition des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kühlen sich bei dieser „kalten Episode“ die Wasserschichten des tropischen Ostpazifiks anomal stark ab. Dadurch sinkt die Luft über dieser Region ab, während sie im Westpazifik aufsteigt. Bereits im vergangenen Jahr sprachen Meteorologen von einem Jahrhundertwinter dank „La Niña“. Nun treten erneut Wetter-Experten auf den Plan, die auch im Herbst und Winter 2021 vor extremen Auswirkungen durch die Meeresströmung „La Niña“* warnen.

Wie das Nachrichtenportal rp-online.de berichtet, rechnet die Weltwetterorganisation (WMO) in diesem Herbst mit einer Wiederkehr von „La Niña“. Dies berge das zweite Jahr in Folge eine erneute Gefahr von Ereignissen wie Dürre oder Überflutungen. „Wir können bereits erste Anzeichen des neuen La Niña-Einflusses auf das Herbstwetter in der nördlichen Hemisphäre erkennen, der sich bis in den Winter 2021/2022 fortsetzt“, heißt es auch auf der Seite severe.weather.eu.

Wetterphänomen „La Niña“ : Folgen für die USA und Europa

Die Folgen von La Niña könnten laut news.de nicht nur für deutlich kühlere Temperaturen in Alaska und dem Mittleren Westen der USA sorgen - sondern auch zu deutlich mehr Niederschlägen im Nordwesten des Kontinents. Zwischen Kalifornien und Florida könnte es durch La Niña hingegen deutlich trockener und wärmer werden. Zudem könne das Phänomen laut NOAA auch Tropenstürme auf dem Atlantik verstärken. Doch was bedeutet La Niña für Europa?

Grundsätzlich beeinflusst La Niña vor allem das Wetter auf dem amerikanischen Kontinent und in Südostasien. Jedoch könnte das Phänomen nach Recherchen von news.de auch in Europa dafür sorgen, dass ehemalige Hurrikans vermehrt als Sturmtiefs oder sogar als Orkane auf den Kontinent zusteuern. Auch auf das Wetter in Deutschland hat La Niña Auswirkungen, so merkur.de*. Im Jahr 2010 herrschten hierzulande über viele Wochen niedrige Temperaturen. Damals brachte der Winter viel Schnee. Schuld daran soll La Niña gewesen sein. Das Wetterphänomen lässt kaltes Wasser von der Antarktis Richtung Norden strömen.

Wetterphänomene „La Niña“ und „El Niño“: Das bedeuten sie

Dass anhand des Wetterphänomens La Niña auch Prognosen für den Winter in Deutschland getroffen werden, stört Kritiker. So räumte ein Wetter-Experte im vergangenen Jahr mit den Prophezeiungen zu einem Jahrhundertwinter auf. Das Gegenstück zu La Niña ist übrigens „El Niño“ (Spanisch: der Knabe, auch: das Christkind). Seinen Namen verdankt das Phänomen El Niño der Tatsache, dass es um die Weihnachtszeit auftritt. El Niño taucht laut DWD nur alle drei bis vier Jahre auf. Während eines El-Niño-Ereignisses erwärmt sich das Wasser vor der südamerikanischen Pazifikküste ungewöhnlich stark, die kühlen Ströme kommen zum Erliegen. Die Passatwinde ändern ihre Richtung und verändern damit auch die Meeresströmungen. Damit gilt El Niño als völlig gegensätzliches Wettergeschehen zu La Niña.

Zu den Auswirkungen des Phänomens El Niño* gehören starke Stürme, Regenfälle und eine steigende Meerestemperatur. Tiere und andere Lebewesen verenden. Rund drei Viertel der Erde sind betroffen. An der Westküste Süd- und Nordamerikas kann es zu Überschwemmungen kommen. Vor Mittelamerika besteht erhöhte Wirbelsturmgefahr, der Regenwald im Amazonasgebiet leidet unter Dürre und der indische Monsun kann stärker fallen als gewohnt. Wenn El Niño abklingt, bestehen laut DWD ideale Voraussetzungen für die Entstehung von La Niña. *merkur.de ist ein Angebot von Ippen.Media.

Rubriklistenbild: © Bodo Marks/dpa

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