Kaltluftbatzen zieht auf

Wetter: „Temperatursturz auf -10 Grad“ - Meteorologen sehen Wintereinbruch kommen

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Das Wetter in Deutschland wird frostig: Ab 24. November stürzen die Temperaturen in den Keller. Der Winter hält somit früher als erwartet Einzug, sagen Meteorologen-

Stuttgart - Eigentlich beginnt der meteorologische Winter in Deutschland erst am 1. Dezember. Der kalendarische Winterbeginn ist sogar noch später, am 21. oder 22. Dezember. Doch betrachtet man die aktuellen Prognosen für das Wetter in Deutschland, könnte uns der Winter bereits Ende November ins Haus stehen.

Ab 24. November wird es laut Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net, nämlich richtig kalt: auf -10 Grad sollen die Temperaturen laut dem Wetterexperten fallen. In Höhenlagen gab es bereits den ersten Schnee. Ob dann auch der von vielen herbeigesehnte erste Schnee in Tieflagen kommt?

Wetter in Deutschland: Leichter bis mäßiger Frost erwartet - Am Alpenrand -10 Grad

Die Wettermodelle scheinen sich mit ihren Prognosen aktuell einen Wettkampf zu liefern. Eine eisige Nordlage inklusive Schnee soll sich laut neuster Vorhersagen des europäischen Wetterdienstes rund um den ersten Advent (28. November) auf den Weg zu uns nach Deutschland machen. Der amerikanische Wetterdienst hingegen sagte bis zuletzt Wärme vorher. Doch welche Berechnungen treffen nun zu? Laut Meteorologe Dominik Jung befinden wir uns „irgendwo dazwischen“.

Dass es zunächst einmal kalt wird, bekommen wir in Deutschland am Dienstag (23. November) zu spüren. „Wir erwarten verbreitet leichten bis mäßigen Frost“, sagt Dominik Jung. Am Mittwoch- (24. November) und am Donnerstagmorgen (25. November) könne es nachts am Alpenrand sogar „Temperaturen bis -10 Grad geben“. Das seien jedoch völlig normale Werte für die aktuelle Jahreszeit, erklärt der Meteorologe weiter. Für den folgenden Monat sagen Meteorologen hingegen einen Polar-Dezember mit Schneemassen wie 2010 vorher.

Doch bei solch unterschiedlichen Prognosen mache es nur Sinn, sich die Ensemble-Vorhersagen genauer anzuschauen. Die Ensemble-Vorhersage für Ostdeutschland zeigt zunächst einen kleinen Wärmeberg mit 5 bis 7 Grad in 1.500 Metern Höhe. Ab 22. November wird es allerdings deutlich kühler, die Werte liegen sogar deutlich unter dem langjährigen Klimamittel der Jahre 1981 bis 2010. „Wir bleiben auch über weite Strecken und nach aktuellem Stand unter diesem Klimamittel“, so Dominik Jung. Dieselbe Prognose gibt es auch für die restlichen Teile Deutschlands. Bleiben die Temperaturen so niedrig und schneit es im November, steigen die Chancen auf weiße Weihnachten.

„Kaltluftbatzen“ wirbelt Wetter in Deutschland durcheinander

Zudem sind ab 22. November vereinzelt Niederschläge vorhergesagt. Diese fallen in tiefen Lagen als Regen, ab 600 bis 800 Metern ist aber durchaus Schnee möglich. Am Montag (22. November) nähert sich ein „Kaltluftbatzen“ aus Osteuropa Deutschland mit bis zu -15 Grad in 1.500 Metern Höhe. „Dieser Kältebatzen würde uns den Vollwinter bringen“, sagt Dominik Jung mit Blick auf die Wetterkarte des amerikanischen Wetterdienstes. „Aber so richtig voll trifft er uns nicht, wir werden erst einmal am Montag gestreift.“ Im Nordosten herrschen dann auf 1.500 Metern Höhe nur noch -8 bis -9 Grad.

Für Ende November sagen Meteorologen einen Wintereinbruch voraus. Von Schleswig-Holstein bis nach Baden-Württemberg soll es dann auch schneien. (Symbolbild)

Zum Mittwoch (24. November) schwächt die Kältewelle bereits wieder etwas ab. Allerdings nur vorübergehend: Am Freitag (26. November) kommt die Kälte schon wieder zurück nach Deutschland. Dominik Jung sieht zudem ein „hohes Sturmpotenzial“ in der zweiten Wochenhälfte. „Das kann unter Umständen ganz schön ruppig werden.“

Die Schneebombe, die von vielen Wetterdiensten angekündigt wurde, hat sich jedoch vorerst in Luft aufgelöst. Genauer gesagt soll sie Deutschland nun nach neusten Berechnungen am ersten Adventswochenende treffen. Dieses Mal kommt die Schneebombe allerdings von Westen her auf uns zu. Ein Tief bringt Deutschland schließlich am Samstag (27. November) Niederschläge. „Da wird es kräftigen Schneefall geben“, lautet Dominik Jungs Prognose. „Von Schleswig-Holstein bis nach Baden-Württemberg Schneeflocken“, sogar bis in tiefe Lagen. Doch direkt auf das Tief folgt bereits mildere Luft. Heißt: Der Schnee würde irgendwann in Regen übergehen. Geschlossene Schneedecken wird es in tiefen Lagen somit erst einmal nicht geben.

Rubriklistenbild: © Sergei Krasnoukhov/IMAGO

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