Wetter in Deutschland

Wetter: Gefährliche „Gluthitze“ mit bis zu 45 Grad zieht über Europa

Ein Mädchen kühlt sich in einem Brunnen ab.
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Über Europa zieht erneut eine Hitzewelle.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Während das Wetter in Deutschland aktuell eher herbstlich anmutet, rollt eine heftige Hitzewelle über Europa.

Stuttgart/Athen - Von Sommer und Hitze kann beim aktuellen Wetter in Deutschland kaum die Rede sein. Für das kommende Wochenende sagt ein Meteorologe sogar voraus, dass eine gefährliche Gewitterwalze über Deutschland rollt. Ganz anders sieht es da im restlichen Europa aus: Eine Gluthitze mit Temperaturen bis zu 45 Grad sorgt in Griechenland, Italien und der Türkei für schlimme Brände, die sich immer weiter ausbreiten. Außerdem kämpfen Nordmazedonien, Albanien und der Kosovo ebenfalls mit schlimmen Bränden, ausgelöst von der langen Hitzeperiode.

Die Hitze hat Waldbrände, zerstörte Siedlungen und zahlreiche Todesopfer zur Folge. In Langadas im Norden Griechenlands wurde am Dienstag mit 47,1 Grad der bisherige Hitze-Höhepunkt gemessen. Zum Vergleich: Der Allzeit-Hitzerekord in Europa mit 48 Grad wurde am 10. August 1977 in Athen gemessen. Davon waren die Temperaturen in Langadas nicht mehr weit entfernt. Am Dienstag geriet ein Brand in einem Vorort in Athen außer Kontrolle, tausende Menschen mussten evakuiert werden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Hitze-Wetter in Europa: Waldbrände forderten bereits Todesopfer

Auch die Türkei leidet aktuell sehr unter der enormen Hitze. Allein in der vergangenen Woche sind dort 156 Brände ausgebrochen und toben überwiegend an der Mittelmeerküste. Besonders hart betroffen sind die Regionen Antalya, Mugla und Adana, so die Deutsche Presseagentur. Nach offiziellen Angaben wurden seit Beginn der Brände vor etwa zehn Tagen mehr als 36.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Die Zerstörung ist immens. Acht Menschen kamen bisher ums Leben.

Das Wetter in Italien ist hingegen zweigeteilt. Während im Norden Starkregen für Überflutungen sorgt, kämpft der Süden des Landes mit den Feuerwalzen. Ende Juli brannte es auf Sardinien, nun stehen Sizilien und Kalabrien vielerorts in Flammen. Auf Sizilien gab es bereits hunderte Waldbrandeinsätze. Tote hat es bislang in Italien durch die Feuer nicht gegeben.

Wetter in Europa: Gluthitze im Südeuropa, Starkregen in den Alpen

Auslöser für diese enorme Hitze ist ein Hochdruckgebiet über dem östlichen Mittelmeer, das heiße Luft aus Nordafrika nach Europa führt. Diese „Hitzeblase aus der Sahara“ zieht aktuell über Europa. Das hat auch Auswirkungen auf den Alpenraum. Dort entwickeln sich Luftmassengrenzen. Diese bilden sich, wenn zwei Luftmassen mit unterschiedlicher Temperatur und Feuchte aufeinander treffen. Heißt konkret: Während es in Südeuropa heiß ist, sorgen die Luftmassengrenzen im Alpenraum für große Regenmengen. Die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen, vor allem in den Südalpen, wird dadurch erhöht.

Das Hochdruckgebiet hingegen wird die kommenden Tage weiter nach Nordafrika zurückgedrängt. Die Temperaturen in den betroffenen Regionen in Griechenland, Italien und der Türkei gehen dadurch zwar ein wenig zurück, heiß bleibt es aber trotzdem. Zwischen 35 und 40 Grad werden dort weiterhin erwartet.

Wetter in Europa und Deutschland: Die Gluthitze bedroht Spanien und Portugal

Die Gluthitze verschwindet dabei nicht, sie zieht nur weiter nach Westen - und droht auch in Spanien und Portugal Höchsttemperaturen zu bringen. Dort drohen Temperaturen zwischen 40 und 45 Grad. Solche Temperaturen herrschten dort schon vor einigen Wochen. Eine ähnlich schlimme Hitzewelle löste in den beiden Ländern schlimme Waldbrände aus. Mit der heranrollenden Gluthitze und der damit verbundenen Trockenheit steigt in Spanien und Portugal erneut die Waldbrandgefahr.

Deutschland bleibt die Hitze vorerst weiter fern. Doch eine Prognose macht Hoffnung, dass der Sommer doch noch nach Deutschland zurückkehren könnte. Wie ein Meteorologe sagt, rollt ein „Sommerhoch“ mit bis zu 30 Grad auf Deutschland zu. Bis es so weit ist, müssen wir uns allerdings noch etwas gedulden.

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