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„Lage spitzt sich zu“: Gefahren der aktuellen Wetter-Situation werden immer extremer

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Von: Franziska Schuster

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Des einen Freud ist des anderen Leid: Zur Freude vieler Sonnenanbeter setzt sich das Sommerwetter in Deutschland im Mai fort. Doch die Trockenheit wird immer gefährlicher.

Stuttgart - Es ist gerade einmal Mai und es herrschen bereits hochsommerliche Temperaturen. Der Wonnemonat Mai hat sich in den ersten Wochen zum Sommermonat gemausert. Das Wetter in Deutschland soll auch in den kommenden Wochen sonnig und trocken ausfallen. Nach dem Sommer im vergangenen Jahr freuen sich viele über den frühen Start in die warme Jahreszeit. Doch diese hat auch Schattenseiten: Die Waldbrandgefahr hat am Freitag (13. Mai) in einigen Regionen die höchste Warnstufe erreicht.

Wetter in Deutschland: Zu hohe Temperaturen, zu wenig Regen

Ein „Hitze-Omega“ lässt derzeit die Temperaturen in die Höhe schnellen - und verhindert die Ankunft von Tiefdruckgebieten in Deutschland. Diese hätten den rettenden Regen im Gepäck. Auch die „Eisheiligen“, die sonst einen Temperatursturz bringen, fallen in diesem Jahr somit aus. „Es gibt keinen Temperatursturz, überhaupt keine Kälte ist da in Sicht“, sagt Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net.

Die Prognose des amerikanischen Wetterdienstes NOAA macht auch wenig Hoffnung auf Besserung. Der Wetterdienst hat seine Prognosen weiter nach oben korrigiert. Demnach könnten die Gefahren des Frühsommers extrem ausfallen. Dominik Jung sagte schon zuvor solch harte Phasen für den Mai voraus. „Die Lage spitzt sich zu“, warnt der Meteorologe.

Zwar werden bis zum 19. Mai immer wieder vereinzelte Schauer vorhergesagt, doch die sind laut Dominik Jung „der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein“. Auf die Fläche gesehen fällt relativ wenig Regen in Deutschland. Nur am Alpenrand könnte es zwischendurch etwas nasser werden.

WochentagTemperaturen in Grad Celsius
Freitag (13. Mai)18 bis 25 Grad
Samstag (14. Mai)18 bis 25 Grad
Sonntag (15. Mai)20 bis 26 Grad
Montag (16. Mai)22 bis 28 Grad

(Quelle: wetter.net)

„Deutlich zu warm für die aktuelle Jahreszeit“ - Wald- und Wiesenbrände werden immer wahrscheinlicher

Die Heißluft aus Afrika, die seit Maibeginn die Temperaturen immer wieder in die Höhe schießen lässt, wird uns auch in der kommenden Woche vom 16. Mai noch begleiten. Bis Ende des Monats soll das Sommerwetter in Deutschland erhalten bleiben. „Es ist deutlich zu warm für die aktuelle Jahreszeit“, sagt auch Dominik Jung.

Die hohen Temperaturen gemischt mit der anhaltenden Trockenheit sorgten bereits im April für eine Gefahr, die viele unterschätzen: Wald- und Wiesenbrände werden immer wahrscheinlicher. Vor allem der Umstand, dass die große Trockenheit bereits seit März anhält, erhöht das Risiko im Mai noch weiter. Zwar sorgte etwas Regen im April dafür, dass sich die Situation leicht entspannte - nun stehen jedoch wieder alle Zeichen auf Dürre.

Im Osten und Nordosten Deutschlands hat die Waldbrandgefahr erneut die höchste Warnstufe erreicht - dabei handelt es sich um Warnstufe 5. In großen Teilen Deutschlands herrscht Wald- und Wiesenbrandgefahr, nur im Süden und im äußersten Norden des Landes herrscht verbreitet Warnstufe 1. Besserung ist auch in den kommenden Tagen nicht in Sicht.

Laut NOAA-Prognose: Der Sommer 2022 bringt uns ins Schwitzen

Viele fragen sich da: Wenn der Mai schon so extrem ausfällt, wie wird dann erst der Juni? Bereits der europäische Wetterdienst hat in seinen letzten Berechnungen einen sehr warmen und sehr trockenen Sommer vorhergesagt. Dem stimmt auch der amerikanische Wetterdienst NOAA zu. In den vergangenen Wochen hatte dieser seine Prognosen immer weiter nach oben korrigiert. Eine Schafskälte im Juni ist demnach nicht in Sicht.

Frau mit Sonnenbrille trinkt aus einer Wasserflasche
Das Sommerwetter im Mai geht weiter. Den Prognosen nach wird auch der Juni trocken und heiß. © Julian Stähle/dpa

Die aktuellen Temperaturabweichungen, die NOAA für die Sommermonate Juni, Juli und August, zeigen für alle Monate deutliche Abweichungen nach oben. In der Mitte Deutschlands sollen die Werte 0,5 bis 1 Grad über dem langjährigen Klimamittel liegen, in Süd-, Südwest- sowie in Nordostdeutschland 1 bis 2 Grad darüber. NOAA vergleicht die Werte mit den Daten der Periode 1991 bis 2020. „Das war ohnehin eine sehr warme Wetterphase“, gibt Dominik Jung zu bedenken.

Bei den Niederschlägen geht NOAA für die Mitte Deutschlands von normalen Mengen aus. Lediglich im Norden sowie im Süden soll es weiterhin etwas zu trocken werden. „Es wird insgesamt eher mit wenig Niederschlag gerechnet.“

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