Gegen Trockenheit

Unglaubliches Wetter-Experiment: Dubai beschießt Wolken mit Chemikalien, um mehr Regen zu erzeugen

Der Burj Khalifa in Dubai wird während eines Regenschauers von der Sonne angestrahlt.
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Um wiederkehrenden Hitzewellen und einer Wasserknappheit in Dubai entgegenzuwirken, arbeiten Wissenschaftler an neuen Methoden, künstlich Regen zu erzeugen.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Die Vereinigten Arabischen Emirate arbeiten daran, mehr Regen in die Wüstenstadt Dubai zu bekommen. Nun soll der Niederschlag künstlich erhöht werden.

Dubai - Die Stadt Dubai ist bekannt für ihre Mega-Projekte. Ein Turm von 828 Metern Höhe, in dem rund 12.000 Menschen wohnen? Kein Problem. Künstliche Inseln, für die hunderte Millionen Kubikmeter Sand aufgeschüttet werden? Kein Problem. Nun hebt Dubai erneut die Naturgesetze auf - und lässt es in der Stadt künstlich regnen.

Im Hochsommer kann es in Dubai bis zu 50 Grad warm werden. Dabei verzeichnet der Wüstenstaat einen extremen Wassermangel. Gerade einmal 70 Liter Regen pro Quadratmeter fallen in Dubai durchschnittlich pro Jahr. Zum Vergleich: Der Niederschlag in Deutschland beträgt rund 750 Liter pro Quadratmeter und Jahr. Um der Trockenheit Abhilfe zu schaffen, haben die Vereinigten Arabischen Emirate gemeinsam mit der britischen Universität Reading eine Methode ausgearbeitet, die Regen erzeugt. Dabei werden Chemikalien in die Wolken gefeuert.

Dubai bekämpft Hitzewelle: Spektakuläre Aufnahmen zeigen heftige Regenschauer

Wie internationale Medien berichten, kämpft das Emirat mit bemannten Flugzeugen gegen die aktuelle Hitzewelle. Von den Flugzeugen aus werden Chemikalien, wie beispielsweise Silberjodid, in die Wolken geschossen. Das wiederum soll laut Meteorologen die Produktion von Niederschlag verstärken.

Aufnahmen vom vergangenen Sonntag, die vom nationalen Zentrum für Meteorologie der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) geteilt wurden, zeigen intensive Schauer, die nach dem Cloud-Seeding in Dubai herunterkamen:

Dubai lässt es regnen - bald auch mit Elektroschocks?

Neben dem Cloud Seeding arbeiten die Meteorologen des VAE jedoch bereits an einer neuen Methode. „Wir haben Computermodelle durchgeführt, um herauszufinden, ob elektrische Ladung möglicherweise die Regenbildung in Wolken verstärken könnte“, erklärte Professor Maarten H.P. Ambaum gegenüber der Bild. Die Idee: Drohnen in der Luft sollen ihre Umgebung elektrisch aufladen. Durch elektrische Stromstöße sollen Regentropfen größer und schwerer werden.

Wenn es in Dubai regnet, erreichen viele Regentropfen nicht den Boden, da sie zu klein sind und noch in der heißen Luft verdunsten. Die neue Methode mit Elektroschocks, an der die Wissenschaftler von der Universität Reading und die VAE gemeinsam arbeiten, könnte die Tropfen größer und schwerer machen.

Dubai: Künstlicher Regen wird international mit Skepsis beobachtet

Die künstliche Regen-Erzeugung im Wüstenstaat wird international mit Interesse, aber auch mit Skepsis beobachtet. Meteorologe Martin Pscherer mahnte in Hinblick auf die Elektro-Schock-Variante gegenüber wetter.de: „Das Problem bei dieser Methode ist, dass nicht festgestellt werden kann, wie es gewesen wäre ohne diesen Versuch. Man weiß also nicht, ob es aus der Wolke nicht auch ohne die Methode geregnet hätte. Ein Vergleich dazu fehlt.“

Während Dubai Fake-Regen erzeugt, treten auf der Welt derweil ganz andere Wetterphänomene auf - die jedoch nicht bewusst vom Menschen hervorgerufen wurden. Im Januar sorgte ein unglaubliches Wetterphänomen für Schnee in der Sahara. Ebenfalls im Januar wurden in Spanien -35 Grad gemessen. Immer häufiger wird das Wetter auf der Welt von Extremen geprägt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Extrem-Wetter sogar bald normal sein wird.

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