Eisregen und starker Wind

Extremes Wetter: Blackouts drohen - brechen Stromleitungen am Wochenende zusammen?

  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
    schließen

Die Wetterlage in Deutschland wird aktuell von Extremen geprägt. Am Wochenende könnte es durch massiven Eisregen zu Blackouts kommen, wenn die Stromleitungen zusammenbrechen.

Stuttgart - In den vergangenen Tagen zeigte sich ein extrem unterschiedlicher Trend beim Wetter in Deutschland. Im Süden und Südwesten war es durch die milde Atlantikluft für die Jahreszeit verhältnismäßig warm. Es kam jedoch immer wieder zu starkem Niederschlag in Form von Regen, dadurch stieg auch die Gefahr von Hochwasser an - beispielsweise im Schwarzwald. In der Nordhälfte der Bundesrepublik herrschte dagegen der Winter mit Minusgraden und massivem Schneefall. Nun steht das Wochenende an und Experten sagten bereits eine „Schneebombe“ mit bis zu 40 Zentimeter Neuschnee voraus.

Am Wochenende geht der Kampf der Luftmassen weiter. Zu der milden Atlantikluft im Süden und der Kaltluft aus Skandinavien in Norddeutschland gesellt sich dann Luft aus der Sahara. Die Wüstenluft bringt jedoch auch Staub mit in die Bundesrepublik. Dadurch könnte es in manchen Gebieten zum seltenen „Blutschnee“-Phänomen kommen. Zwischen den Luftmassen kommt jedoch auch ein Tief nach Deutschland, das massiven Eisregen mit sich bringen könnte. Dadurch könnte am Wochenende mancherorts ein Blackout drohen, sagte nun Diplom-Meteorologe Dominik Jung in einem Video von wetter.net.

Wetter in Deutschland: Eisregen am Wochenende könnte zum Zusammenbruch der Stromleitungen führen

Laut Dominik Jung gibt es zum Wochenende zwischen den milden und den bitterkalten Luftmassen einen Bereich, „da bildet sich Eisregen und Glatteisregen und der fällt teilweise unwetterartig aus“, so der Meteorologe. Besondere Gefahr bestehe, wenn der Eisregen über mehrere Stunden auf den gleichen Ort falle. „Denn der lagert sich dann gerne an den Stromleitungen ab und macht natürlich diese Stromleitungen schwerer“, sagte der Experte von wetter.net. Käme dann noch starker Wind dazu, würden die Leitungen in starke Schwingungen geraten und könnten letztendlich reißen.

Tatsächlich ist es laut der Vorhersage von wetter.net am Wochenende und auch am Montag möglich, dass Eisregen über mehrere Stunden auf denselben Ort fällt. „Das hätte dann zur Folge, dass Strommasten umfallen und Stromleitungen abreißen“, sagte Dominik Jung. „Und damit droht eben auch ein Strom-Blackout in einigen Regionen Deutschlands.“ Das sei beim Wetter in Deutschland zuletzt im Jahr 2005 beim sogenannten „Schneechaos im Münsterland“ vorgekommen.

Wetter am Wochenende: Trend in Deutschland geht weiter - Extrem kalt im Norden, mild im Süden

Laut der Wetterkarte von wetter.net geht der Trend der letzten Tage auch am Wochenende beim Wetter in Deutschland weiter. Die Luftmassengrenze teilt die Bundesrepublik in zwei Hälften. Im Norden und Osten bleibt es kalt und schneereich bei Temperaturen von -3 bis -5 Grad am Tag. Im Südwesten bleibt es dagegen relativ mild. „Teilweise zweistellige Höchstwerte bis zu 10 Grad“, sagte Dominik Jung. Der gefährliche Bereich sei jedoch gerade der zwischen den Luftmassen. „Genau in diesem Bereich, wo es gerade noch so bisschen frostig ist und wo dann teilweise Regen fällt, weil es in den oberen Luftschichten warm ist, da kann sich der Eisregen bilden.“

Am Wochenende kann es in manchen Gebieten zum Zusammenbruch der Stromleitungen durch Eisregen kommen.

Eine solche Lage könnte sich in dem Bereich in Deutschland am Samstagabend einstellen. Nach den Berechnungen des Modells ICON des Deutschen Wetterdienstes zieht die Eisregenlage ein Mal quer über Deutschland hinweg. „Und genau hier könnte sich das Eis an die Stromleitungen hängen und dazu gibt es auch noch einen ordentlichen Wind“, so Dominik Jung. „Das beides zusammen würde dann sehr problematisch werden“. Laut den Berechnungen soll diese Lage einige Stunden andauern. Das Wettermodell ICON zeigt für Sonntag eine ähnliche Gefahrenlage zwischen der Luftmassengrenze.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare