Folgen der Klima-Erwärmung

Wetter: „Erschreckende Bilanz“ - der aktuelle Winter schockt Meteorologen

  • Julian Baumann
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Der Winter 2020/2021 war alles andere als normal. Das Wetter wechselte mehrmals zwischen typischen Temperaturen und deutlich zu warmen Werten - Meteorologen ziehen eine „erschreckende Bilanz“.

Stuttgart - Der Klimawandel ist ein viel diskutiertes Thema, nicht nur unter Meteorologen und Wetterexperten. Aktuell wird es beim Wetter in Deutschland zwar wieder merklich kühler, insgesamt war der Winter jedoch deutlich zu warm - und das nicht zum ersten Mal. Allein der Februar schwankte zwischen Wetterextremen. Mitte des Monats herrsche Schnee und Frost vor und der Neuschnee führte in vielen Teilen des Landes zu Chaos auf den Straßen. An einem See in Bayern wurde beispielsweise ein Kälterekord von -43 Grad gemessen und stellenweise war es in der Bundesrepublik sogar kälter als auf dem Mars.

In diesen Tagen konnte man beim Wetter in Deutschland tatsächlich von einem richtigen Winter mit Schnee, Frost und Minustemperaturen sprechen. Das Wetter legte jedoch nur wenige Tage später einen drastischen Umschwung hin. Die Temperaturen stiegen im Februar um 41 Grad an, Meteorologen sprachen von einem nie dagewesenen Ausmaß. #

Ein solcher Anstieg war in Deutschland seit über 140 Jahren nicht gemessen worden. Auch insgesamt war der Winter 2020/2021 deutlich zu warm und das bereits im zehnten Jahr in Folge, wie das Portal wetter.de berichtet.

Wetter in Deutschland: Kein normaler Winter seit 10 Jahren - „das ist schon verrückt“

Die vier Jahreszeiten werden normalerweise mit relativ genauen Wettererwartungen verbunden. Im Frühling steigen die Temperaturen langsam und die Sonne zeigt sich immer mehr, im Sommer ist es dann richtig warm und nahezu immer sonnig und im Herbst wird es langsam wieder kühler. Und von einem klassischen Winter werden eben Schnee, Frost und eisige Temperaturen erwartet. Eine solche Einteilung ist durch den fortschreitenden Klimawandel allerdings nicht mehr so einfach. Auch der langsam zu Ende gehende Winter 2020/2021 war alles andere als klassisch. „Zehn zu warme Winter in Folge, das gab es seit Beginn der Aufzeichnungen noch nicht“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Für das Wetter in Deutschland bedeutet das also, dass es im kompletten Jahrzehnt 2010 bis 2020 keinen einzigen klassischen Winter gab. Kinder, die heute zehn Jahre oder jünger sind, haben demnach noch keinen normalen Winter mit anhaltendem Schnee und Minusgraden erlebt. „Das ist schon verrückt“, schreibt wetter.de. Auch der zurückliegende Winter 2019/2020 war mit knapp vier Grad über dem Vergleichswert deutlich warm. Laut dem DWD war es sogar der zweitwärmste Winter seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.

„Für Meteorologen sehr beunruhigend“ - Zahlreiche Wärmerekorde im Winter 2020/2021

Beim Wetter in Deutschland wurde im Februar 2021 nicht nur ein Rekordanstieg von 41 Grad gemessen, sondern auch sechs aufeinanderfolgende Tage mit einer Temperatur von stellenweise über 20 Grad, wie der DWD am Donnerstag mitteilte. Solche Temperaturen sind gerade im letzten Wintermonat sehr ungewöhnlich, traten jedoch bereits in der Vergangenheit auf, wenn auch nicht so häufig. „Es gab schon mehrmals drei Tage hintereinander [mit solchen hohen Temperaturen im Februar Anm.d.Red.], zuletzt im Jahr 2019“, sagte der DWD-Sprecher. „Nun hat sich das auf Anhieb verdoppelt - das zeigt ganz deutlich die Klima-Erwärmung.“

Die Klima-Erwärmung führt beim Wetter in Deutschland auch seit einiger Zeit zu sehr warmen Sommern, gerade im Winter sind solche Temperaturen jedoch ein Grund zur Sorge. In diesem Winter seien nämlich auch zahlreiche Wärmerekorde in verschiedenen Bundesländern gemessen worden, sagte der Sprecher laut wetter.de. „Für viele Menschen sind die milden Temperaturen jetzt sehr angenehm - für Meteorologen sind sie jetzt im Winter sehr beunruhigend.“ Die Experten ziehen demnach eine „erschreckende Bilanz“ für den Winter 2020/2021.

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