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Wetter: Experte sieht „keine großen Chancen“ für Rückkehr des Winters

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Von: Franziska Vystrcil

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Noch immer sind beim Wetter in Deutschland weder Schneemassen, noch Eiseskälte in Sicht. Wer hofft, der Winter könnte im Februar und März zurückkehren, wird enttäuscht.

Stuttgart - Am Wochenende vom 8. Januar bildeten sich kilometerlange Staus in den Bergregionen. Endlich gab es in den höheren Lagen etwas Schnee. Jeder schien das Winterwetter ausnutzen zu wollen, packte Schlitten und Skier ein und fuhr in die Berge.

Doch dürfen wir beim Wetter in Deutschland auch noch in tiefer gelegenen Regionen auf Schnee hoffen? Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net, kennt die ernüchternden Prognosen für die kommenden Monate.

Wetter in Deutschland: Der Winter lässt im Januar weiter auf sich warten

Wirklich viel Schnee gab es diesen Winter in Deutschland noch nicht. Dabei berechneten Experten einen Eiswinter mit Schneemassen. Der lässt bisher allerdings auf sich warten. Auch mit Blick auf die Ensemblevorhersage bis zum 25. Januar sind weder Schnee noch Kälte zu sehen. „Im Mittel bleiben wir immer über 0 Grad“, sagt Dominik Jung. „Da ist einfach kein Dauerfrost in Sicht.“

Eine Frau zieht hinter sich zwei Schlitten her, auf dem Kinder sitzen.
Wer diesen Winter Schlittenfahren will, muss in die Berge fahren. Der Tieflandwinter bleibt laut Prognosen 2022 aus. © Moritz Frankenberg/dpa

Die kommende Woche bleibt zudem trocken, Schnee hat somit keine Chance. Erst ab dem 17. und 18. Januar könnte es zum Beispiel für die Mitte des Landes leichte Niederschlagssignale geben, so der Wetterexperte. Diese Trockenheit haben wir laut Dominik Jung einem Hochdruckgebiet zu verdanken. Die ganz große Kältekeule bleibt Deutschland fern. Diese liegt aktuell über Osteuropa.

Stattdessen gibt es in den letzten Wochen des Januars milde Temperaturen. Im Januar hat der Winter aus meteorologischer Sicht sogar schon Halbzeit. Wie sehen die Prognosen für Februar und März aus?

Düstere Prognose: Auch im Februar und März bleibt der Winter aus

Bisher gab es nur einen Berglandwinter in Deutschland. Die Temperaturen vom 1. Dezember 2021 bis 6. Januar 2022 machen deutlich: Es war zu warm. 2,6 Grad lag der Winter bisher über dem Klimamittel. Schnee hatte da vor allem in tiefen Lagen keine Chance. Der amerikanische Wetterdienst NOAA berechnet den gesamten Januar als 1 bis 2 Grad zu warm. Vor allem an Silvester bekamen wir das zu spüren. Eine Sahara-Düse heizte Deutschland am letzten Tag des Jahres auf.

Ein Kälteeinbruch ist im nächsten Monat ebenfalls nicht absehbar. „Auch der Februar könnte 1 bis 2 Grad zu warm ausfallen“, sagt Dominik Jung. Es gebe somit „keine großen Chancen“ für einen sehr kalten Wintereinbruch, so der Wetterexperte weiter. Dass der Winter für ein paar Tage zurückkehrt, sei nicht ausgeschlossen, aber gemittelt werde der Februar insgesamt zu warm dafür sein.

Kommt er dann vielleicht verspätet im März nach Deutschland? Dominik Jung hat keine großen Hoffnungen. „Da sieht es noch ein bisschen milder aus. Da rechnet NOAA mit einer Abweichung von 2 bis 3 Grad über dem Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020.“ Im Norden und Osten Europas könnte es im März laut Berechnungen des amerikanischen Wetterdienstes sogar 4 Grad zu warm werden. In seinen Berechnungen lag NOAA auch für den Dezember richtig, sagte einen zu warmen Monat voraus. Ob die Vorhersagen auch für die kommenden Monate zutreffen, muss abgewartet werden, so Dominik Jung.

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