Prognose für das Wochenende

Wetter: „Es wird brisant“ - Wegen Gewittertief drohen erneut Fluten

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Nach den verheerenden Unwettern in NRW und Rheinland-Pfalz dauern die Aufräumarbeiten an. Laut einer Prognose drohen jedoch bereits neue Gewitter in Teilen Deutschlands.

Stuttgart - In den vergangenen Tagen richtete das Gewittertief „Bernd“ verheerende Schäden in Deutschland an. Vor allem in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sorgte der Starkregen für Überflutungen, die ganze Häuser zerstörten und viele Gegenden temporär unbewohnbar machten. In Rheinland-Pfalz forderte das Unwetter viele Opfer. Laut Polizeiangaben starben allein in diesem Bundesland 117 Menschen durch die Unwetter (Stand: Montag, 19. Juli), wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Inzwischen hat sich die Lage deutschlandweit entspannt und die „Luft aus Nordafrika“ schiebt eine neue Hitzewelle nach Deutschland.

Die Aufräumarbeiten in den Katastrophengebieten dauern nach den extremen Unwettern derzeit noch an. Viele Menschen aus verschiedenen Bundesländern rücken nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aus, um den Betroffenen zu helfen und sie zu unterstützen. Helfer aus der Region Stuttgart wurden jedoch trotz Chaos wieder heimgeschickt. Neben vielen Freiwilligen und Mitgliedern von Einsatzkräften meldeten auch große Unternehmen Hilfeleistungen an. Lidl spendet 10 Millionen Euro an die Hochwasser-Opfer und die Daimler AG schickte mehrere geländetaugliche Fahrzeuge in die Gebiete. Laut einer Prognose von Meteorologe Dominik Jung von wetter.net zieht jedoch bereits ein neues Gewittertief nach Deutschland.

Wetter in Deutschland: Nur kurze Entspannung - „am Wochenende geht es weiter“

Beim Wetter in Deutschland hat das Hoch Dana am gestrigen Montag das Unwettertief Bernd verdrängt. Dementsprechend ist es aktuell in weiten Teilen der Bundesrepublik trocken und weitgehend sommerlich warm. Laut Meteorologe Dominik Jung ist das jedoch nur eine kurze Verschnaufpause. „Nach den Gewittern ist vor den Gewittern“, so der Experte. „Am kommenden Wochenende geht es weiter.“ Dann ziehen laut der Prognose erneut heftige Unwetter mit Starkregen, Hagel und stürmischem Wind über das Land. „Ein neues Tief zieht heran“, so Jung im Video von wetter.net.

Nach den verheerenden Unwettern der vergangenen Tage äußerte der Wetterexperte Kritik an den Behörden. Die Flut wurde durch „totales Versagen“ der Behörden zur Katastrophe, so Dominik Jung. Um eine erneute Katastrophe zu vermeiden, oder zumindest entsprechend vorbereitet zu sein, bietet das Wetter in Deutschland nun immerhin ein paar Tage der Entspannung. „Es heißt erstmal Entwarnung in den Flutgebieten, denn Hoch Dana sorgt für viel Sonnenschein und steigende Temperaturen.“

Wetter in Deutschland: Im Wochenverlauf bleibt es weitgehend trocken und warm

Während die Aufräumarbeiten in den Flut-Gebieten noch einige Tage anhalten, müssen die Bewohner und auch die Helfer und Einsatzkräfte laut der Wetterprognose zumindest in den kommenden Tagen nicht mit neuen Unwettern rechnen. Laut der Großwetterkarte von wetter.net beherrscht Hoch Dana bis zum Wochenende das Wetter in Deutschland. Es bleibt demnach trocken, warm und freundlich. „Hin und wieder gibt es ein paar harmlose Wolkenfelder, aber das Risiko für Gewitter und Schauer ist eher gering“, so Dominik Jung. Am ehesten gibt es vielleicht mal ein kleines Gewitter Richtung Schwarzwald, ansonsten bleibt es laut der Prognose niederschlagsfrei.

Doch dann kommt beim Wetter in Deutschland das Wochenende und „das schöne, trockene Wetter ist wieder vorbei“, sagt Dominik Jung. Die Temperaturen steigen am Samstag und Sonntag stark an und werden mit Werten von 25 bis 31 Grad richtig schwül-warm. „Die beiden Tage haben es in sich“, so der Wetterexperte. „Da kommt ein neues Gewittertief herangezogen und das bringt besonders dem Westen von Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland bis nach Baden-Württemberg und dem Norden Bayerns zum Teil immer wieder kräftige Schauer und Gewitter.“

Wetter in Deutschland: „Vor allem in den Flutgebieten kann das noch mal brisant werden“

Zudem könne es regional erneut konzentrierten Starkregen geben, der den Pegel der Gewässer in Deutschland wieder stark ansteigen lässt. „Vor allem in den Flutgebieten kann das noch mal brisant werden“, sagte Dominik Jung.

Durch den bereits gelockerten Boden in den Katastrophengebieten können neue Erdrutsche nicht ausgeschlossen werden. Auch für den Rest des Monats Juli sagt der Meteorologe laut der Ensemble-Vorhersage „jede Menge Regen“ voraus. Die große Hitzewelle, die sogenannten Hundstage, sollen laut dieser Voraussage in den kommenden Tagen jedoch nicht eintreten.

Rubriklistenbild: © Ralf Roeger/dpa

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