Forscher schlagen Alarm

Wetter in Deutschland: Arktis-Phänomen führt im Winter 2020 zu Extremen

  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
    schließen

Das Wetter in Deutschland ist unbeständig. Dieser Trend könnte sich diesen Winter fortsetzen - ein Phänomen aus der Arktis wirkt sich auf Europa aus.

Stuttgart - Der Klimawandel ist auf der ganzen Welt zu spüren. Das Wetter in Deutschland und Stuttgart zeigt sich mit immer mehr Extremen: Hitzewellen, Unwetter, Überflutungen. Der Herbst ist in diesem Jahr sehr wechselhaft - erst gab es in einigen Regionen in Deutschland bereits den ersten Schnee, dann kehrte unverhofft der Spätsommer zurück. Laut Meteorologen könnte sich dieser Trend auch im Winter 2020 fortsetzen, jedoch mit deutlich extremeren Unterschieden.

Ein Wetter-Phänomen in der Arktis könnte sich dieses Jahr gravierend auf den Winter in Deutschland auswirken. Der Klimawandel hat schon seit Jahrzehnten fatale Auswirkungen auf das arktische Eis. Doch seit Beginn der Aufzeichnungen war die Lage noch nie so dramatisch wie jetzt. Mehrere Forscher schlagen in der britischen Zeitung Guardian Alarm, dass das Meer in der Arktis trotz fortgeschrittener Jahreszeit noch nicht zugefroren ist. Das ist noch nie vorgekommen.

Winter 2020: Phänomen in der Arktis könnte zu Wetter-Extremen führen (Symbolbild).

Wetter in Deutschland: Klimaforscher schlagen Alarm wegen einem Arktis-Phänomen

„Der bisherige Mangel an Dauerfrost in der sibirischen Arktis-Region hat ein noch nie dagewesenes Ausmaß“, zitiert der Guardian den Klimaforscher Zachary Labe von der Colorado State University. Normalerweise geht das Meereis im Frühjahr und Sommer zurück. Im Herbst friert es wieder zu. Doch nun ist es bereits Ende Oktober und das Meer in der Arktis hat noch immer nicht damit begonnen, zuzufrieren.

Das ist nicht nur ein Zeichen dafür, wie dramatisch sich der Klimawandel inzwischen auswirkt. Das Wetter-Phänomen in der Arktis könnte laut wetter.de auch den Winter 2020 in Deutschland beeinflussen. Die Folgen könnten mehr Wetter-Extreme sein, darunter große Kälte und Schnee.

Winter 2020: Bisheriger Verlauf zeigt - Wetter in Deutschland könnte sehr kalt werden

Das Wetter in Deutschland hängt von globalen Zusammenspiel vieler Faktoren ab. Auch die Temperaturen in der Arktis können sich auf das hiesige Klima auswirken. Der kalte Winter im Jahr 2012 ist den meisten wohl im Gedächtnis geblieben. Laut wetter.de sah die Situation in den arktischen Eismeeren aber sogar in diesem Rekord-Jahr besser aus als zum jetzigen Zeitpunkt. Im Sommerhalbjahr zwischen April und September werden die Eisflächen durch die steigenden Temperaturen kleiner. Ab Oktober beginnt das rasante Wachstum. Dieses Wachstum sei nach Angaben der Experten in diesem Jahr so gering wie seit Beginn der Beobachtung vor 40 Jahren. Das lässt darauf schließen, dass der Winter 2020 noch kälter werden könnte als der Rekord-Winter vor acht Jahren.

Für das geringe Wachstum des arktischen Eismeeres gibt es laut den Forschern zwei Gründe. Zum einen seien die Temperaturen im Sommer 2020 aufgrund einer Hitzewelle in Sibirien ungewöhnlich hoch gewesen. Die alten Eisschichten in der Arktis schmelzen. Zurück bleibt eine dünne, saisonale Eisschicht, die in den Sommer-Monaten schneller verschwindet. Außerdem gelangen warme, atlantische Strömungen ins arktische Meer.

Wetter bringt Extreme - im Winter sowohl sehr kalte als auch sehr milde Temperaturen zu erwarten

Die genauen Auswirkungen der Situation in der Arktis auf den Winter 2020 in Baden-Württemberg und ganz Deutschland lässt sich laut wetter.de noch nicht genau absehen. Bei einer geringen Ausbreitung des Meereises werde aber die Vitalität und Aktivität des Polarwirbels gestört. Der Polarwirbel ist mitverantwortlich für den Verlauf des Winters. Bei einem starken Wirbel sei das Wetter in Deutschland von milden westlichen Winden bestimmt, schreibt das Portal. Eine Schwächung bietet dagegen mehr Raum für andere Wetterlagen. Das Wetter hat somit einen Hang zu Extremen und könnte sowohl sehr kalte als auch sehr milde Temperaturen bringen.

Im direkten Vergleich mit der Entwicklung des Winters 2012 könnte der Winter 2020 laut den Experten zumindest zeitweise extrem kalt werden. In dem bisherigen Rekord-Jahr fielen die Temperaturen im Februar und März des Folgejahres nochmal kräftig ab. Die Vorhersage geht demnach von einem Winter der Extreme aus, bei dem es stellenweise zu sehr kalten Temperaturen kommen kann, die jedoch auch von ungewöhnlich milden Phasen abgelöst werden.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Michele Danze/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare