Wetter in Deutschland

„Schockprognose“: Experte warnt vor extremem Wetter im November

  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Das Wetter in Deutschland und Stuttgart zeigt sich aktuell sehr wechselhaft. Der November pendelt zwischen Frost und einer für die Jahreszeit sehr untypischen Wärme.

Stuttgart - Das Wetter in Deutschland pendelt aktuell zwischen Extremen. Die erste Novemberwoche startete mit sommerlichen Temperaturen von 24 Grad sehr untypisch für die Jahreszeit. Durch eine Kältefront kühlte die Temperatur in der Nacht auf Dienstag deutlich ab. Am Mittwochmorgen kam es gebietsweise zu Bodenfrost und Nebelfeldern.

Am Wochenende sollen laut Wetter-Experte Dominik Jung von wetter.net wieder Top-Werte von bis zu 18 Grad erreicht werden. Die durchschnittliche Temperatur für den November liegt bei rund 4 Grad, der November 2020 hat jetzt bereits eine Durchschnittstemperatur von 13 Grad erreicht, wie Jung in einem Video zum Wetter in Deutschland zeigte. Das ist viel zu warm.

Wetter in Deutschland: November bringt Extrem-Werte und ist im Durchschnitt deutlich zu warm

In Bezug auf das gesamte Jahr sprach der Experte sogar von einer „Schockprognose“, die sich bewahrheitet hat. „Britische Wetter-Experten haben bereits im Dezember 2019 davor gewarnt, dass Jahr 2020 könnte wieder rekordwarm werden“, sagt Dominik Jung in einem aktuellen Video von wetter.net. „Und siehe da, sie hatten Recht. Bisher ist das Jahr 2020 tatsächlich sehr, sehr warm. Es ist auf Platz zwei hinter dem bisher wärmsten Jahr 2016.“

Auch ein Meteorologe des Senders RTL bestätigte, dass das Wetter in Deutschland und Stuttgart sowie weltweit aktuell im Durchschnitt deutlich zu warm sei. Schuld daran sei nach Angaben des Experten der Klimawandel.

Aktuell ist das Wetter in Deutschland vor allem in den Nächten sehr kalt und frostig. Die Temperaturen steigen im Laufe der Tage jedoch auf einen zweistelligen Bereich an. Laut dem Portal wetter.de liegt das daran, dass im Moment vermehrt extrem milde Luft von den Kanaren durch den Ex-Hurrikan „Nina“ nach Deutschland geblasen wird. Zwar gebe es auch mal Sturmböen - beispielsweise auf dem Brocken - durch die warme Luft sei die Temperatur aber auch ohne nennenswerten Sonnenanteil ungewöhnlich warm.

Laut dem RTL-Meteorologen Christian Häckl ist die Situation beim aktuellen Wetter in Deutschland eine Extrem-Lage. Vor allem die ungewöhnlich hohe Temperatur zu Beginn der ersten Novemberwoche bereitet ihm Sorgen. „20 Grad im November sind selten, aber gab’s immer schon mal – dann aber mit viel Wind und Sonne, weil um diese Jahreszeit die Wärme nicht mehr freiwillig runter kommt“, erklärt der Experte laut wetter.de. „Will heißen, dass (fast) sommerlich warme Luft in höheren Schichten (in einem kräftigen Hoch) auch im November zu uns kommen kann, aber ohne Sonne und Wind schafften es früher die 20 Grad nicht zu uns am Boden runter“.

Wetter in Deutschland: 2015 gab es ähnliche Lage - der November 2020 toppt die Werte jedoch

Das Wetter in Deutschland ist im November im Durchschnitt ungewöhnlich warm. Zuletzt gab es im Jahr 2015 eine ähnliche Lage, die gemessenen Werte des aktuellen Monats übertreffen die Zahlen von vor fünf Jahren jedoch. „2015 gab es schon mal so eine ähnliche Wetterlage, bei der wir ohne Sonne bei wenig Wind und leichtem Regen 20 Grad schafften“, sagt Häckl laut wetter.de und fügt hinzu: „Heute setzen wir noch einen drauf und haben die 20 Grad fast schon nachts geschafft, tagsüber dann 20 Grad bis rauf nach Hamburg. Dort, wo tatsächlich auch ein bisschen Sonne dazukommt, geht’s rauf bis 23 Grad“.

Die Wärme-Fakten beim Wetter in Deutschland der ersten Novemberwoche im Überblick

Wetter im November: Der Frost aus der Nacht hat morgens keine Chance gegen die ungewöhnlich hohen Temperaturen

Der Montag der ersten Novemberwoche brachte fast schon sommerliche Temperaturen beim Wetter in Deutschland. Die Wärme-Fakten im Überblick (Quelle: wetter.de):

Tiefstwerte in der Nacht zum Montag (2. November 2020)
Düren (Nordrhein-Westfalen): 17,6 Grad
Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz): 17,5 Grad
Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen): 17,4 Grad
Sankt Augustin (Nordrhein-Westfalen): 17,3 Grad
Rekordwerte im Laufe des Tages (2. November 2020)
Emmendingen: 23,8 Grad
Müllheim (Breisgau-Hochschwarzwald): 23,3 Grad
Freiburg im Breisgau: 23,2 Grad
Aachen (Nordrhein-Westfalen): 22,1 Grad

Im Laufe des aktuellen Monats könnten nach Angaben des Meteorologen Christian Häckl und des Portals wetter.de sogar Langzeitrekorde beim Wetter in Deutschland fallen. Die aktuelle Durchschnittstemperatur im November 2020 liegt bei rund 13 Grad. Der wärmste November wurde im Jahr 1899 gemessen - mit einer Durchschnittstemperatur von 18,7 Grad. Laut wetter.de werde der November die deutschlandweiten Höchstwerte jedoch nicht erreichen, dafür benötige es eine stürmische Föhnlage. Die ist laut den aktuellen Prognosen im laufenden Monat nicht zu erwarten.

Rubriklistenbild: © dpa / Matthias Bein

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