Wetter im Winter 2020/2021

Wetter in Deutschland: Phänomen La Niña baut sich auf - Albtraum für Winterfreunde „zu 90 Prozent wahrscheinlich“

  • Julian Baumann
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Das Phänomen La Niña bringt normalerweise eher kältere Temperaturen. Durch den Klimawandel könnte der Winter 2020/2021 könnte jedoch sehr warm und nass werden.

Stuttgart - Das Wetter in Deutschland zeigt sich in der ersten Novemberwoche wenig winterlich. Am Montag herrschen in der Bundesrepublik und auch in der Landeshauptstadt Stuttgart fast schon sommerliche Temperaturen von bis zu 24 Grad. Laut Experten ist das Jahr 2020 eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Wetterbeobachtung. Das könnte sich auch drastisch auf den Winter 2020/2021 auswirken.

Das Phänomen „La Niña“ (spanisch: Kleines Mädchen) sorgt unter normalen Umständen eigentlich für einen klassischen Winter mit viel Schnee. Bei dem Phänomen erwärmt sich das Oberflächenwasser des Westpazifiks, während das Meer vor Südamerika deutlich abkühlt. Laut dem Langfristmodell des amerikanischen Wetterdienstes NOAA ist La Niña diesmal für den November und Dezember vorausgesagt. Eine Prognose kündigte bereits einen „Jahrhundertwinter“ an, das könnte theoretisch auch endlich wieder weiße Weihnachten und Schnee in Stuttgart bedeuteten.

Doch dieses Szenario scheint für das Wetter in Deutschland im Winter 2020/2021 unwahrscheinlich. Eine Vorhersage eines Experten des britischen Nachrichtenunternehmens bbc lässt stattdessen auf ganz andere Temperaturen schließen.

Wetter in Deutschland: La Niña bringt wohl keinen weißen Winter

Laut Angaben der World Meteorological Organization (WMO) entwickelt sich ein starkes La-Niña-Phänomen über dem Pazifischen Ozean. Das Phänomen wird zwar einen kühlenden Effekt auf das Wetter in Deutschland haben, das Jahr 2020 bleibt jedoch eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Wetterbeobachtung. Ein sehr starkes La-Niña-Phänomen könnte in Großbritannien und Nordeuropa zu einem nassen Winter führen, heißt es laut dem Bericht der bbc.

Wetter in Deutschland: La Niña könnte nassen und warmen Winter bringen (Symbolbild).

Laut Petteri Taalas, Meterologe bei der WMO, hat das La-Niña-Phänomen im Winter 2020/2021 wohl keinen kühlenden Effekt auf das weltweite Wetter und das Wetter in Deutschland. Das liege an der ungewöhnlich hohen Temperatur in der Atmosphäre, ausgelöst durch Treibhausgase.

Deswegen bleibe 2020 eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Wetterbeobachtung. Die Fünf-Jahres-Periode von 2016 bis 2020 werde voraussichtlich die wärmste jemals sein, erklärt Taalas.

Wetter in Deutschland: La Nina führt zu mehr Extremen und Hurrikans

Das La-Niña-Phänomen führt weltweit zu vermehrten Wetter-Extremen und beeinflusst dadurch auch das Wetter in Deutschland. So könne es beispielsweise zum vermehrten Auftreten von starken Stürmen in Kanada und dem Norden der USA führen, stellenweise sogar mit Schneefällen. Die Südstaaten der USA erwartet dagegen eine Trockenperiode. Ein solch starkes Wetter-Event trat nach Angaben der bbc zuletzt in den Jahren 2010/2011 auf.

Laut der WMO gibt es aktuell eine Chance von 90 Prozent, dass die Temperaturen bis zum Ende des Jahres auf einem tropischen Level wie im Pazifik bleiben können.

Auch das Auftreten von Hurrikans wird den Experten zufolge durch La Niña stark begünstigt. Die Hurrikan-Saison endet laut der bbc am 30. November. Bislang gab es 27 solcher Stürme im Jahr 2020, mehr als jemals zuvor.

Ein Wetter-Experte beobachtete insgesamt eine verheerende Entwicklung im Jahr 2020 und sprach von „ vielen Extrem-Ereignissen“. Ihm zufolge musste der amerikanische Wetterdienst in diesem Jahr sechs Namen für Hurrikans erfinden, da es mehr gab als jemals seit Beginn der Wetterbeobachtung. Das Wetter in Deutschland bleibt dagegen ruhig. Es besteht zwar keine Hurrikan-Gefahr, das La-Niña-Phänomen könnte jedoch zu einem sehr milden Winter führen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Paul Zinken/dpa

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