Klimaerwärmung

Wetterexperte: Stuttgart erwartet künftig „ein Klima wie in Rom“

Links: Ein Mann erfrischt sich an einem Brunnen in der Innenstadt von Rom. Rechts: Die Sonne geht in Stuttgart hinter dem Fernsehturm unter.
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Laut einem Wetterexperten wird das Klima in Stuttgart bald „wie in Nizza oder Rom“ sein.
  • Julian Baumann
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Beim Wetter in Deutschland ist endlich der Sommer eingekehrt. Laut einem Wetterexperten wird sich das Klima auch in Stuttgart künftig weiter ändern - das hätte drastische Folgen. 

Stuttgart - Ein Vergleich zwischen der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart und der italienischen Hauptstadt Rom könnte eigentlich als großes Kompliment aufgefasst werden. Schließlich gilt die italienische Millionenstadt als eine der schönsten und geschichtsträchtigsten Städte der Welt. Neben den kulturellen, architektonischen und kulinarischen Besonderheiten, schätzen viele Touristen seit vielen Jahren das Klima in Italien. Deshalb reisen auch viele Urlauber aus Baden-Württemberg und anderen Teilen Deutschlands auf die Halbinsel um die hohen Temperaturen am Mittelmeer zu genießen.

Aktuell ist das Klima in Italien, Griechenland und auch Spanien jedoch nicht angenehm warm, sondern gefährlich heiß. Während beim Wetter in Deutschland endlich der Sommer eingekehrt ist und die Temperaturen auch in Stuttgart steigen, herrschen in Südeuropa Werte von weit über 30 Grad. „Selbst in Rom geht es in diesen Tagen Richtung 40-Grad-Marke“, sagte Meteorologe Dominik Jung kürzlich in einem Video von wetter.net. Aktuell treibt das Hoch „Lucifer“ die Werte noch weiter nach oben. Traditionell ist es in Südeuropa in den Sommermonaten ein paar Grad wärmer als in Deutschland. Laut einem Wetterexperten wird in Zukunft jedoch auch in Stuttgart ein Klima wie in Nizza oder Rom herrschen, berichtet die Stuttgarter Zeitung.

Wetter in Stuttgart: Trotz Unwettern und Starkregen ein „normaler Sommer“?

Mit dem August geht der meteorologische Sommer eigentlich bereits auf sein Ende zu. Wetterexperten sehen ein „untrügliches Zeichen“, demnach könnte der Sommer schneller vorbei sein, als gedacht. Und das, obwohl die warme Jahreszeit temperaturtechnisch erst wirklich zu Beginn der aktuellen Woche begann. In den vergangenen Wochen fegten dagegen immer wieder heftige Unwetter mit Starkregen und Hagel über Deutschland und auch die Region Stuttgart. Ungewöhnlich schlechte Wetterverhältnisse seien das jedoch nicht gewesen, sagte Wetterexperte Frank Böttcher der Stuttgarter Zeitung. „Wir haben hier in Stuttgart bisher einen klassischen Sommer gehabt, wie er früher – etwa vor 30 Jahren – einmal war [...]“.

Die extremen Unwetter der vergangenen Wochen entfalteten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ihr volles Zerstörungspotential. Die Region Stuttgart kam noch verhältnismäßig glimpflich davon und auch eine extreme Hitzewelle hat sich bislang noch nicht eingestellt. „Wir hatten nur Glück“, sagte Frank Böttcher. „Welches Potenzial die Erwärmung, die wir in den vergangenen 20 Jahren auch in Deutschland erlebt haben, hat, sehen wir auf der Nordhalbkugel ja gerade in der Türkei und in Griechenland.“ In Zukunft könnte jedoch auch in Baden-Württemberg und Stuttgart ein deutlich zu warmes Klima herrschen.

Wetter in Stuttgart: Herrschen in der Landeshauptstadt bald Temperaturen „wie in Nizza oder Rom“?

Der Klimawandel macht sich auch beim Wetter in Deutschland und Stuttgart seit einigen Jahren bemerkbar. Die Temperaturen steigen im Sommer extrem an und die Winter bleiben verhältnismäßig mild. „Wir [müssen] damit rechnen, dass sich die Temperatur auf der Erde bis 2030 auf 1,5 Grad Celsius über dem Niveau der vorindustriellen Zeit erhöht“, sagte Frank Böttcher der Stuttgarter Zeitung. „Für den Raum Stuttgart würde das bedeuten, dass Sie hier ein Klima wie in Nizza oder Rom bekommen werden.“ Können sich die Schwaben in Zukunft also die Reise nach Italien sparen?

Durch die Klimaerwärmung ist nicht davon auszugehen, dass das Klima in Stuttgart zukünftig wie das normale Klima in Nizza oder Rom werden wird. „Das heißt [...], dass in Nizza ein Klima herrschen wird wie heute in Algier und in Algier eines wie in der inneren Sahara“, macht Böttcher deutlich. Das hätte laut dem Experten mehrere drastische Folgen. „Auch in Ihrer Region wird es zunehmend Waldbrände geben, Flachwurzler wie Fichten werden auf lange Sicht mit den vielen Dürren nicht umgehen können“, sagte er der Stuttgarter Zeitung. „Gerade in einem Talkessel wie Stuttgart wird man etwas tun müssen, damit die Gebäude sich tagsüber nicht so stark erwärmen und nachts ‚weiterglühen‘.“

Die Klimaerwärmung und die Auswirkungen auf das Wetter in Stuttgart fördern jedoch noch eine andere Gefahr. „Manche Tiere wie Insekten werden auch für die Region neue Krankheitserreger mit sich bringen“, sagte Frank Böttcher. Schon jetzt breitet sich in Baden-Württemberg ein sehr gefährliches Insekt aus, das normalerweise in Asien beheimatet ist. Das „tödlichste Tier der Welt“ überträgt gefährliche Viren. Gemeint ist die asiatische Tigermücke die aufgrund der häufigen Niederschläge und milden Winter auch immer öfter in Städten Baden-Württembergs entdeckt wird.

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