Langzeitfolgen der trockenen Sommer

Wetter: Hitze-Sommer sind fatal - gibt es schon bald Wüsten in Deutschland?

Der Stuttgarter Fernsehturm bei Sonnenuntergang.
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Trotz Regenmassen in Teilen Deutschlands ist es insgesamt noch immer zu trocken. Wird die Bundesrepublik langsam zur Wüste?
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Beim Wetter in Deutschland konnte in diesem Sommer von Regenmangel keine Rede sein. Dennoch ist es insgesamt deutlich zu trocken, sagen Meteorologen. Das wird langfristig fatale Folgen haben.

Stuttgart - Über Regenmangel kann sich in diesem Sommer niemand beschweren. Statt normalem Niederschlag, der wichtig für Natur und Umwelt ist, brachte das Wetter in Deutschland in den vergangenen Wochen heftige Sturzfluten die zu Überschwemmungen und Hochwasser führten. Dennoch gleicht das die trockenen Sommer der vergangenen Jahre nicht aus. In Stuttgart war es beispielsweise im Sommer 2020 wärmer als in der Sahara. Auch sonst scheint das Wetter nur noch zwischen zwei Extremen zu pendeln. Entweder wüten heftige Gewitter oder regelrechte Hitzewellen.

Wie gefährlich die extreme Hitze beim Wetter in Deutschland werden könnte, zeigt aktuell ein Blick in die europäischen Nachbarländer. In Italien, Griechenland, Spanien und der Türkei kämpften die Menschen mit heftigen Waldbränden und einer Hitze, die selbst für diese Länder deutlich zu heiß war. Trotz der vielen Regenfälle in den vergangenen Wochen und Monaten, ist es in Deutschland noch immer zu trocken. Laut einem Wetterexperten des Portals wetter.de könnte die Bundesrepublik schlimmstenfalls langsam zur Wüste werden.

Wetter in Deutschland: Regelmäßiger Regen ist keine Selbstverständlichkeit mehr

Das extreme Wetter in Deutschland in den vergangenen Wochen führte vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mit Sturzfluten und Überschwemmungen zu verheerenden Schäden und forderte sogar Menschenleben. Für die Natur ist Niederschlag in Form von Regen jedoch Überlebensnotwendig. „Die letzten Sommer haben gezeigt, dass regelmäßiger Regen in Deutschland nicht mehr selbstverständlich ist“, heißt es auf wetter.de. Die Sommer der vergangenen Jahre waren allesamt deutlich zu trocken. Im Jahr 2018 fiel 25 Prozent weniger Niederschlag als normal, im Jahr 2019 waren es sieben Prozent und im Jahr 2020 zehn Prozent. Dadurch litten auch die Wälder in Deutschland und die Landwirtschaft musste die Böden selbst bewässern.

Nach den massiven Niederschlagsmengen im Sommer 2021 dürfte sich dieses Problem eigentlich erübrigt haben. Hat es aber nicht, sagt Meteorologe Christian Häckl von wetter.de. Insgesamt sind die Temperaturen der vergangenen Sommer nämlich mit bis zu 40 Grad auch in Deutschland deutlich zu hoch ausgefallen. „Das führt zu einer deutlich höheren Verdunstung“, so Häckl. „Für unsere Wasservorräte heißt das: Um die gewohnte Menge Feuchtigkeit im Boden aufrechtzuerhalten, müsste deutlich mehr Regen fallen.“ Das ist mit Ausnahme des aktuellen Sommers jedoch nicht der Fall. Und auch zukünftig werden die Sommer laut Prognosen deutlich zu trocken werden. „Die Klimamodelle sehen bei uns in Zukunft noch häufiger trockene Sommer.“

Wetter in Deutschland: Wird die Bundesrepublik langsam zur Wüste?

Laut Christian Häckl spielt die sogenannte Desertifikation, also die Versteppung der Böden, beim Wetter in Deutschland noch keine Rolle. Die extrem trockenen Sommer und die massive Wasserverschwendung könnten jedoch dazu führen, dass die Bundesrepublik nach und nach ausdörrt und allmählich zur Wüste wird. Das Problem des aktuellen Wettertrends ist eine deutliche Konzentration der Niederschlagsmengen. Während Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und auch Teile Bayerns und Baden-Württembergs innerhalb weniger Wochen deutlich zu viel Regen abbekamen, blieb es in anderen Teilen des Landes zu trocken.

„Im Großraum Berlin, dem mittleren Brandenburg und der Uckermark wurden im Juni mancherorts kaum fünf Liter pro Quadratmeter gemessen“, schreibt wetter.de. Das führte in diesen Gebieten sogar zu Waldbränden. Die starken Unterschiede und die immer extremer werdenden Wetterlagen werden auch zukünftig das Wetter in Deutschland verändern. So auch das Klima in der Landeshauptstadt Stuttgart, wie ein Experte kürzlich sagte. Stuttgart erwartet künftig ein „Klima wie in Rom“. Zu Freudensprüngen animieren sollte diese Prognose jedoch nicht, denn in Rom war es in den vergangenen Wochen ebenfalls deutlich zu heiß.

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