Hundstage fallen aus

Wetter mit „Gruselprognose“: Im August „nähern sich Temperaturen dem Bodenfrost“ - Sommer vorbei?


Viele Menschen fahren in der Ferienzeit in den Urlaub - doch der Sommer fällt vorerst aus.
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Viele Menschen fahren in der Ferienzeit in den Urlaub, doch im August macht der Sommer Meteorologen zufolge Pause.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Das Wetter in Deutschland wird für Liebhaber des Hochsommers und Urlauber zur Enttäuschung: Vorhersagen zufolge fällt der Sommer in diesem Jahr vorerst aus.

Stuttgart - Die Temperaturen sind derzeit zwar mit teils über 25 Grad hoch. Von einem richtigen Sommer ist aktuell aber keine Spur zu sehen. Das Wetter war in den vergangenen Tagen und Wochen eher wechselhaft, oft bewölkt und regnerisch. Den Juli prägten in Deutschland heftigen Unwetter mit Starkregen, die in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen große Schäden anrichteten, statt die heißen Hundstage, die eigentlich Anfang des Monats beginnen und bis Mitte August bleiben. Auch zuletzt setzten neue Sturzfluten in Deutschland viele Häuser unter Wasser.

Machen wenigstens die Vorhersagen ein wenig Hoffnung auf wärmeres Wetter in Deutschland? Viele Menschen planen ihren Sommerurlaub in diesem Jahr wegen der Corona-Krise hierzulande. Mit den anstehenden Sommerferien wird es viele Familien auch an die Küsten Deutschlands ziehen. Für einen angenehmen Strandurlaub oder aber auch für die Wanderung im Schwarzwald oder im Bergland wünschen sich viele Reisende strahlenden Sonnenschein.

Wetter in Deutschland: Es wird kälter als es für die aktuelle Jahreszeit üblich ist

Geht es nach Dominik Jung, Meteorologe von wetter.net, machen die Vorhersahen aber keine große Hoffnung. Von einer „Gruselprognose“ spricht der Experte. „Alle Hochsommer-Liebhaber, alle Hitze-Liebhaber müssen sehr stark sein“, sagt er. Die Wetterkarte zeigt: Über Mitteleuropa breitet sich in den kommenden Tagen eine ausgedehnte, blaue Fläche aus. Sie zeigt, dass es auch in Deutschland deutlich kälter wird als es für die aktuelle Jahreszeit üblich ist. „Das deutet fast schon auf Winterwetter hin“, sagt Jung.

Über Deutschland, Frankreich, den Benelux-Staaten, Großbritannien, selbst über Nordspanien ziehen in der kommenden Woche kühle Luftmassen auf. Bereits am Samstag, am letzten Juli-Tag, gehen die Temperaturen hierzulande zurück und läuten damit auch den frischen August ein. Je nach Region steigen die Temperaturen tagsüber nur noch auf bis zu 20 Grad. Beeinflusst wird das Wetter von den Luftmassen aus dem Nordwesten. Sie drücken die Grade in 1.500 Metern deutlich herunter - bis auf den einstelligen Bereich.

Wetter in Deutschland: „Frühtemperaturen wie im Oktober, wie im Herbst“

Das hat letztlich auch Auswirkungen auf die Bodentemperaturen. Am zweiten Augustwochenende zeigen das die Frühwerte deutlich: In Baden-Württemberg sollen sie am Sonntag, 8. August, auf sieben Grad fallen. Maximal zehn Grad erreicht der Nordosten des Landes. „Man mag es kaum glauben - Frühtemperaturen wie im Oktober, wie im Herbst“, sagt Jung. Statt 30 bis 35 Grad werde es eher Temperaturen geben, „die sich dem Bodenfrost langsam nähern“.

Noch Mitte Juni hatte eine Sahara-Hitze das Wetter in Deutschland im Griff. Mehrere Tage lang erreichten die Temperaturen landesweit über 30 Grad. Im August sind solche Werte zumindest in der ersten Hälfte des Monats in ganz Deutschland unwahrscheinlich. Sie fallen von durchschnittlich 25 Grad auf 20 Grad, nachts sinken sie gar regional auf 10 Grad, immer wieder fällt Regen, auch in den Küstenregionen.

Für einen Sommerurlaub in Deutschland sind das nicht die besten Voraussetzungen. „Wer Hitze sucht, muss in den Süden Europas reisen“, sagt Dominik Jung. Wobei das wohl auch keinen Spaß bereite, wenn man die Ferien im Hochinzidenzgebiet verbringe.

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