Kältezunge nähert sich

Wetter: „Schneebombe“ platzt noch im November - 20 Zentimeter Neuschnee

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Wieder überschlagen sich die Prognosen beim Wetter in Deutschland. Ende November soll laut Experten der große Wintereinbruch bevorstehen. Gibt es dann den ersten Schnee?

Stuttgart - Der November neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Typisch für den Monat herrscht beim Wetter in Deutschland Nebel und grauer Himmel. Doch wenn die aktuellen Prognosen zutreffen, könnte sich Deutschland schon bald über Schnee und Winterwetter freuen.

Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net, warnte in den vergangenen Wochen vor voreiliger Freude und falschen Wetterberechnungen. Am kommenden Wochenende (20. November) etwa sollen die Temperaturen sogar steigen anstatt fallen. Nun tauchen wieder neue Prognosen auf, die erneut einen Wintereinbruch vorhersagen - allerdings eine Woche später als ursprünglich angekündigt. Kommt dann endlich der Winter nach Deutschland?

Wetter in Deutschland: Erst kommt der „Wärmebuckel“, dann die „Schneebombe“

Für kommenden Samstag (20. November) wurde schon der große Wintereinbruch angekündigt. 20 Zentimeter Neuschnee im November wurden vorhergesagt. Diese Prognosen haben sich nun zeitlich nach hinten verschoben, sagt Dominik Jung. „Für nächste Woche Freitag berechnet das europäische Wettermodell jetzt eine Schneebombe für den Nordosten Deutschlands“, erklärt der Meteorologe mit Blick auf die Wetterkarte. Am 26. November soll demnach der Winter in Deutschland ankommen. Sogar einige Zentimeter Neuschnee bis in tiefe Lagen wären nach neuesten Berechnungen des europäischen Wetterdienstes Ende November möglich.

Vorerst rollt allerdings ein Wärmeberg auf Deutschland zu. Die Wärme hält sich laut Ensemble-Vorhersage länger, erst ab 24. November sollen die Temperaturen wieder leicht sinken. Laut Dominik Jung ist bis da hin ein Kälteeinbruch allerdings nicht zu erwarten, eher „völlig normal temperiertes Novemberwetter“. Hinzu kommt etwa in der Mitte Deutschlands Regen. Typisch für den November wird es folglich nass und kalt. Nur in den Hochlagen ab 800 bis 900 Metern könnte es hier und da etwas Schnee geben.

Anders sieht es laut dem europäischen Wettermodell für Ende November aus. „Da bleibt es im Südosten nicht trocken, da könnte es etwas an Niederschlägen geben. Und die würden teilweise bis ganz runter als Schnee fallen“, sagt Dominik Jung. „Das wäre die Schneebombe in der Nacht von Donnerstag auf Freitag.“ (von 25. auf den 26. November, Anm.d.Red.)

Wetterprognosen für Deutschland: „Kältezunge“ aus dem Nordwesten macht Schneefall möglich

Die Prognosen des europäischen und des amerikanischen Wetterdienstes unterscheiden sich hierbei deutlich. Bei den Berechnungen des amerikanischen Wetterdienstes ist Schnee weit und breit nicht in Sicht. Auch für Ende November, genauer gesagt den 27., liegen die Temperaturen laut den in den USA ansässigen Experten deutlich über den sonst üblichen Werten. Das erste Adventswochenende würde demnach auf 1.500 Metern Höhe 8 bis 10 Grad zu warm ausfallen. Somit würden auch am Erdboden zu hohe Temperaturen herrschen, als dass Schnee fallen könnte.

Der Stuttgarter Schlossplatz könnte laut aktueller Wetterprognosen bald wieder im Schnee versinken.

Winterfans sollten die Hoffnung auf Schnee jedoch noch nicht ganz aufgeben. Denn der Polarwirbel dreht auf und könnte uns Kälte bringen. Schenkt man dem europäischen Wettermodell Glauben, wird es ab Mittwoch (24. November) wieder kühler. „Aus Nordwesten nähert sich eine Kältezunge“, so Dominik Jung. Diese erreicht uns voraussichtlich am Donnerstag (25. November). „Dann wird sogar wieder Schneefall berechnet.“ Ein „Schneefallband“ zieht sich dann von Ost- bis nach Westdeutschland.

Ende November könnte es im Süden Deutschlands 20 Zentimeter Neuschnee geben

Auch für den darauffolgenden Freitag (26. November) sagen die Berechnungen eher zu niedrige Temperaturen für die aktuelle Jahreszeit voraus. Spätestens dann erreicht der Schnee wohl auch den Süden Deutschlands. In Bayern und teilweise auch in Baden-Württemberg soll dann einiges an Neuschnee vom Himmel kommen.

Auch die Schneedeckenprognose für den 26. November lässt die Herzen von Winterfans höher schlagen: Bis zu 20 Zentimeter Schnee soll es im Südosten des Landes geben. „Aber auch in anderen Landesteilen würde es dann bis runter 2 bis 4 Zentimeter an Schneedecke geben.“

Dominik Jung betont aber: Bis Ende November können sich die Prognosen wieder ändern. „Wir haben erst November. Der Winter hat meteorologisch noch gar nicht begonnen“, meint der Experte. „Mal gucken, welche spannenden Wetterlagen der Winter in diesem Jahr noch für uns bereithält.“ Wer so lange nicht warten will, kann schon jetzt einen Blick auf die Berechnungen für das Wetter an Weihnachten 2021 werfen.

Rubriklistenbild: © Denis Dmitriyev/IMAGO

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