Der Sommer kehrt für kurze Zeit zurück

Wetter: „Luft aus Nordafrika“ schiebt Hitzewelle nach Deutschland - es wird richtig heiß

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Der Sommer ist in diesem Jahr von Wetterextremen bestimmt. Nach einer Hitzewelle kamen die Unwetter. Nun bringt Saharaluft heiße Temperaturen zurück nach Deutschland.

Stuttgart - Erst Hitze, dann Unwetter, dann wieder Hitze: Das Wetter in Deutschland erlebt dieses Jahr eine Achterbahn der Extreme. Mitte Juni lagen die Temperaturen konstant mehrere Tage über 30 Grad, die Sahara-Hitze hatte Deutschland fest im Griff. Doch nach der Hitzewelle zeigte sich der Sommer von seiner nassen Seite. Seit einigen Wochen beherrschen Unwetter, Starkregen und Überflutungen das Bild. Die Unwetter forderten zahlreiche Todesopfer, ganze Städte wurden von den Wassermassen zerstört.

Der Sommer schien sich endgültig verabschiedet zu haben. Das ständige Auf und Ab veranlassten Dominik Jung, Wetterexperte bei wetter.net sogar zu einer „Gruselprognose“: Der Unwettersommer nimmt keine Ende, meinte der Meteorologe. Nun kehrt ein weiteres Wetterextrem zurück: Die Sahara-Hitze macht sich erneut auf den Weg nach Deutschland.

Dabei fragten sich viele sicher schon, ob der Sommer schon vorbei ist. In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz herrschte Alarmstufe rot: Dort wüteten in der letzten Woche schlimme Unwetter mit Starkregen. Auch in Bayern und Österreich ist die Lage nach den Überflutungen weiter angespannt. Noch immer sind zahlreiche Rettungstruppen auf der Suche nach Vermissten. Doch laut Wetterexperte Dominik Jung wird Deutschland weiter von Wetterextremen eingekreist: Im Osten Europas herrscht große Hitze und auch den Südwesten erreicht nun eine Hitzewelle. Und Deutschland ist mitten drin.

Der Sommer kehrt beim Wetter in Deutschland endlich zurück: Temperaturen über 30 Grad

Die neue Woche bringt endlich Entspannung in die brenzlige Wetterlage. „In der zweiten Wochenhälfte werden sogar Temperaturen über 30 Grad erwartet“, sagt Dominik Jung. Auch eine gute Neuigkeiten für die Helfer in den Katastrophengebieten. Dort können die Aufräumarbeiten nun ungehindert voranschreiten. Endlich wird es wieder sommerlich in Deutschland: Die Temperaturen steigen. Doch im Süden sagt der Wetterexperte wieder Hochwasser voraus, vor allem entlang der Donau und der Isar steigen die Pegelstände weiter an. „Aber danach wird es zunehmend heiß in der zweiten Wochenhälfte, zum Teil mit Temperaturen mit über 30 Grad“, so Dominik Jung.

Das Unwettertief Bernd ist weiter in den Osten gezogen. Das Hoch Dana bringt endlich den Sommer zurück. „In der zweiten Wochenhälfte verstärkt sich der Zustrom von Luft aus Nordafrika bis zu uns nach Deutschland“, erklärt der Meteorologe. „Deswegen steigen auch bei uns die Temperaturen spürbar an.“ Bis Mittwoch pendeln sich die Temperaturen auf 22 Grad im äußersten Norden und 28 Grad im Südwesten Deutschlands ein.

Wetter in Deutschland: Im Süden wird es richtig warm

Am Donnerstag verstärkt sich der Warmluftzustrom. Heißt konkret: Die Temperaturen steigen noch etwas weiter an, in Baden-Württemberg sind bis zu 33 Grad drin. Am Wochenende geht es warm weiter: 30 bis 31 Grad im Westen des Landes, im Osten werden es sogar rund um Berlin und Brandenburg bis zu 34 Grad. „Da kommt aus Nordafrika diese Warmluft verstärkt zu uns geströmt“, erklärt Dominik Jung die Hitzewelle. Auch eine gute Nachricht für die gebeutelten Überflutungsregionen: In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bleibt es bis Freitagabend ebenfalls trocken. Das Hochwasser kann hier erst einmal nach und nach abfließen.

So groß die Freude über die - wenn auch kurze - Rückkehr des Sommers ist - die trockenen Sommertage haben auch negative Begleiteffekte: Die Waldbrandgefahr könnte im August nochmal ansteigen und die Wasserqualität der Seen könnten kippen. Das würde vor allem den Nordosten Deutschlands treffen. In den USA hat eine Hitzewelle bereits ihren Tribut gefordert: Aktuell wüten im Nordwesten des Landes schlimme Waldbrände auf einer Fläche von fast 1200 Quadratkilometern.

Wetter in Deutschland: Hitze bringt weitere Unwetter

Die Regenschauer bleiben in den kommenden Wochen dennoch nicht ganz aus. Besonders der Süden Deutschlands muss wieder mit großen Wassermassen rechnen. Zudem schwanken die Höchsttemperaturen zwischen 18 und 28 Grad. Das Gefährliche daran: Durch den ständigen Wechsel zwischen Hitze und niedrigen Temperaturen steigt auch das Gewitterrisiko - weitere Unwetter sind vorprogrammiert. Sogar die sogenannten „Hundstage“, also die normalerweise wärmsten Tage des Jahres, bleiben vergleichsweise recht mild, sagt Dominik Jung voraus. „Stabiles Sommerwetter durch ein Hochdruckgebiet ist in den kommenden Tagen einfach nicht in Sicht“, so Jung.

Ab dem kommenden Wochenende gibt es bis in den August hinein wieder verstärkt Niederschläge, so seine Wetterprognose. „Starkregen ist im Süden des Landes leider wieder zu befürchten“, sagt der Meteorologe. In Ostdeutschland ist der Ausblick ähnlich. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 20 und 24 Grad, auch knapp mal 30 Grad sind drin. Aber eine extreme Hitzewelle ist dort Ende Juli nicht in Sicht. In Westdeutschland bietet sich ein ähnliches Bild: Es bleibt bis zum kommenden Wochenende trocken, dann gibt es hier und da Niederschläge. In Norddeutschland steigen bis Anfang August die Temperaturen bis 25 Grad. Doch eine große Hitzewelle bleibt hier aus.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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