Blutregen und Co.

„Sieht bedrohlich aus“: Sahara-Sandstürme sind Grund für Wetterphänomen in Deutschland

Ein Sandsturm über Libyen und Ägypten im Jahr 2005.
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Eine beeindruckende Aufnahme der NASA aus dem Jahr 2005 zeigt, wie sich ein Sandsturm über das Mittelmeer bewegt.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Immer wieder wird das Wetter in Deutschland von Sandstürmen aus der Sahara beeinflusst. Der Saharastaub sorgt hierzulande unter anderem für Blutregen.

Stuttgart - Anfang Februar leuchtete fast ganz Baden-Württemberg plötzlich in einem ungewohnten Licht. Städte, Seen und Wälder erschienen wie durch einen Filter in bronzener Farbe. Verantwortlich dafür war ein heißer Wind aus Nordafrika, der Sahara-Staub ins Ländle trieb und auch das Wetter in Stuttgart beeinflusste.

Hin und wieder vermengen sich die feinen Staubpartikel dabei auch mit Regen, der sich dann oftmals rötlich verfärbt. Im Volksmund spricht man daher vom „Blutregen“. Im kalten Februar hätte Deutschland beinahe ein noch selteneres Ereignis erlebt. Durch die Wetterlage hätte sich die frostige Arktisluft im Norden des Landes mit dem Saharastaub vermischen können - entstanden wäre das „Blutschnee“-Phänomen. Zu sehen waren die rötlichen Schneeflocken jedoch nur schwach ausgeprägt in einzelnen Regionen.

Wetter in Deutschland: Der Ursprung der Staubwolken sind heftige Sandstürme in der Sahara

Der Ursprung der Staubwolken, die immer wieder den Weg nach Europa schaffen, sind heftige Sandstürme in der Sahara - und die sind noch spektakulärer anzusehen. Laut Meteorologe Dominik Jung ereignete sich kürzlich wieder in Nordafrika ein solcher Sturm. „Das sieht ganz schön bedrohlich aus“, sagt Jung, der dazu am Ende des aktuellen Wetterberichts Videomaterial aus Algerien zeigt. Dabei ist eine meterhohe, dichte Staubwolke zu sehen, die ein Dorf in kürzester Zeit vollständig einhüllt.

Auch Aufnahmen aus dem Inneren der Sandwolke sind zu sehen. Während es vor der Staubwand noch hell ist, erscheint innen alles orange getüncht. „Man sieht kaum noch die Hand vor Augen. Da werden gewaltige Tonnen an Sand und Staub nach oben gewirbelt und kommen teilweise an die hohe Atmosphäre, und dann und wann kommt dieser Sahara-Staub auch zu uns nach Deutschland“, sagt Wetter-Experte Dominik Jung. Und nicht nur Stürme, sondern auch die Sahara-Hitze kann das Wetter in Deutschland beeinflussen.

Wetter in Deutschland: Zuletzt kam im April eine Staubwolke aus der Sahara

Nicht immer finden große Mengen an feinem Wüstensand ihren Weg nach Europa. Zuletzt zog im April eine Sahara-Staubwolke über Deutschland hinweg. Anders als beim ersten Mal in diesem Jahr im Februar wirkte die Verfärbung jedoch in der letzten Aprilwoche nicht so stark und hinterließ am Himmel lediglich einen milchigen Eindruck.

Besonders große Mengen des Wüstenstaubs gelangten 2014 nach Europa. Nach heftigen Stürmen bahnten sich mehrere Millionen Tonnen Staub aus der Sahara ihren Weg nach Deutschland, wurden aber von den Alpen abgefangen. In den Bergen in Österreich und der Schweiz färbte der Sand den Schnee in Höhen von bis zu 3.000 Metern rot.

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