Gewitter und Unwetter

Wetter: Deutschland heizt auf über 30 Grad auf, mit heftigen Folgen: „Es wird unangenehm“

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Sonne satt und Sommertemperaturen: Das Wetter in Deutschland zeigt sich im September von seiner besten Seite. Doch die Hitze fördert auch Gewitter und Unwetter.

Stuttgart - Nochmal das schöne Wetter in Deutschland genießen, grillen und abends draußen auf der Terrasse sitzen. Bei den aktuellen Temperaturen scheint der Sommer endlich angekommen zu sein - oder besser gesagt in die Verlängerung zu gehen. Denn eigentlich startete am 1. September der meteorologische Herbst. Wie es aussieht, dürfen wir uns über einen goldenen Herbst freuen. Erste Prognosen sagen voraus, dass der September nochmal richtig heiß wird. Doch das Hochsommerwetter hat laut Dominik Jung, Meteorologe bei wetter.net., auch Konsequenzen.

Der September wird mit jedem Tag wärmer. Hoch „Hermelinde“ beschert uns aktuell Wetter wie im Hochsommer. „Morgen gibt es wieder viel Sonnenschein, auch heute insgesamt sehr freundlich“, sagt der Wetterexperte. 29,5 Grad wurden gestern in Bad-Kreuznach erreicht, ein Höchstwert für ganz Deutschland. Mit Temperaturen kurz vor der 30-Grad-Marke steht uns ein heißer Spätsommer bevor.

Am heutigen Mittwoch sind im Westen und Südwesten Deutschlands bereits solche Temperaturen drin. Und es geht heiß weiter: Bis zum Wochenende werden Temperaturen bis zu 32 Grad in der Spitze erreicht, so Dominik Jung. Nur im Norden und Osten Deutschlands bleibt es etwas kühler. Doch wie geht es kommende Woche weiter? „Die Septemberwärme siegt, es gibt keine herbstliche Abkühlung“, sagt Dominik Jung. 25 bis 29 Grad werden auch nächste Woche noch erreicht. „Der Septembersommer geht in die nächste Runde.“ Doch dabei sind auch Gewitter und Starkregen drin.

Wetter in Deutschland: Spätsommerhitze bringt Unwetter mit Gewittern

Ab morgen erreicht uns die negative Seite der Hitze: Unwetter rollen über viele Teile Deutschlands. Das Hoch „Hermelinde“ zieht weiter in den Osten. Dadurch ist der Weg frei für warme Luftmassen aus Südwesteuropa. Mit der aufgeheizten Luft kommen auch die Gewitter nach Deutschland. In Kassel etwa werden am Freitag heftige Gewitter erwartet. „Die Luftmasse wird vor allen Dingen am Wochenende schwüler und unangenehmer werden“, sagt Dominik Jung voraus. Hier und da gibt es auch am Samstag in Kassel noch vereinzelt Schauer und Gewitter.

In Baden-Württemberg werden bereits in der Nacht zum Donnerstag einzelne Gewitter wahrscheinlich. Tagsüber gibt es dann im Westen und Südwesten einzelne Gewitter mit Starkregen und stürmischen Böen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) gibt es Donnerstagfrüh im Westen mit geringer Wahrscheinlichkeit vereinzelt Gewitter mit Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter sowie stürmischen Böen bis 60 Kilometern pro Stunde. Auch im Bergland werden Donnerstagmittag einzelne Gewitter erwartet. Vor allem in Nordbaden sowie zwischen Neckar und Tauber ist Vorsicht geboten: Hier sind örtlich unwetterartiger Starkregen um 30 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde nicht auszuschließen.

In Bayern zeichnet sich ein ähnliches Bild: In den nächsten Tagen erwartet Augsburg herrliches Sommerwetter bei Temperaturen bis zu 28 Grad am Donnerstag. Am Samstag gehen die Temperaturen in Augsburg dann auf 22 Grad zurück. Doch schon am Montag steigen die Temperaturen wieder. „Da scheint sich die Sommerwärme nun doch stabilisieren zu wollen“, sagt der Meteorologe.

Eine „herbstliche Abkühlung“ beim aktuellen Wetter in Deutschland ist nicht zu erwarten

Doch auf den Regen folgt Sonnenschein. Die Ensemble-Vorhersage für Deutschland gibt sommerliche Aussichten: In Westdeutschland halten sich die Temperaturen bis 23. September stabil um die 25 Grad Marke. „Die Wärme kann sich also nach aktuellem Stand im Westen behaupten.“ Vorerst erwartet den Westen ab Donnerstag die bereits erwähnten Schauer und Gewitter. Schon nächste Woche sind diese überstanden, die Niederschlagssignale lassen nach.

In Norddeutschland steigen die Temperaturen in den kommenden Tagen über die 25 Grad-Marke. Am Wochenende gibt es laut Ensemble-Vorhersage eine kleine Abkühlung. Nächste Wochen reichen die Temperaturen dann noch von 20 bis 25 Grad.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Trotz kurzer Unterbrechung durch Gewitter und Regen kann sich das warme Wetter im September weiterhin behaupten. „Die Wärme wird sich wohl durchsetzen. Eine herbstliche Abkühlung mit einem starken Temperatursturz ist momentan eher unwahrscheinlich. Aber natürlich gilt immer noch: Ein letztes Restrisiko ist vorhanden“, so Dominik Jung.

Rubriklistenbild: © dpa/Collage

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