Polarwirbel-Split

Wetter: „Schneebombe“ rollt auf Deutschland zu - kommt jetzt der Wintereinbruch? 

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Das Wetter in Deutschland wird zunehmend kühler. Aber wird auch der Winter dieses Jahr eisig? Meteorologen wagen bereits Vorhersagen.

Stuttgart - Weiße Weihnachten ist für die meisten eine traumhafte Vorstellung. Doch meistens macht das Wetter in Deutschland da einen Strich durch die Rechnung. Schnee und Kälte im Dezember gab es schon seit vielen Jahren nicht mehr. Die Winter in Deutschland fielen eher zu warm anstatt zu kalt aus.

Laut aktueller Prognosen stehen die Chancen auf Schnee im Dezember dieses Jahr allerdings gar nicht so schlecht. Denn das Wetter in Deutschland wird von verschiedenen Faktoren, wie etwa dem Polarwirbel, beeinflusst. Manche Experten sprechen von einem „Eiswinter“. Das sind die Einschätzungen der Meteorologen.

Wetter in Deutschland: Erwartet uns weiße Weihnachten?

Europa wird aktuell bereits mit „Schnee bombardiert“, so Susan Powell, BBC-Meteorologin, laut echo24*. Vor allem in Skandinavien kann man sich schon über Schnee freuen. Steht auch in Deutschland solch ein Wintereinbruch bevor? Bereits im Oktober trafen verschiedene Wetterdienste erste Prognosen für den bevorstehenden Winter. Manche Experten kündigten eine „sibirische Kälte“ an.

Grund dafür ist der Polarwirbel, der unser Wetter in Deutschland entscheidend mitbestimmt. Bereits jetzt im Herbst bildet sich der Polarwirbel aus und nimmt zunehmend an Fahrt auf. Ist dieser nicht intakt, tritt ein geteilter Polarwirbel ein. Dieser sogenannte Polarwirbel-Split führt zu einer Verlangsamung der Westwinddrift und kann diese auch umkehren, oft gibt es dann östliche Winde. Die Folge: Kaltluft aus Nord- und Nordosteuropa gelangt zu uns.

Solch ein Arkisphänomen könnte auch dieses Jahr eintreten und einen Eiswinter bringen, meint Corinna Borau, Meteorologin bei wetter.com. Denn aktuell liegt kalte Luft über dem Pol, aber gleichzeitig findet auch eine Erwärmung von China bis nach Nordamerika statt. „Das könnte den Polarwirbel etwas ins Straucheln bringen“, so die Expertin weiter.

Wetter: Europa wird „mit Schnee bombardiert“ - Wintereinbruch könnte auch Deutschland drohen

Langzeitprognosen für den gesamten kommenden Winter könnten zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht getroffen werden. Eines ist aber schon jetzt sicher: Tritt erneut ein Polarwirbelsplit ein, erwarten uns „wahre Schneemassen“. Bereits im Winter 2020/2021 traf dieses extreme Wetterphänomen bei uns in Deutschland auf, der geteilte Polarwirbel brachte sogar Schnee bis in die Sahara.

Die Wetterphänomene La Niña sowie El Niño spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, wie der Winter in Deutschland ausfallen wird. „In diesem Winter - wohl zum zweiten Mal in Folge - stellt sich ein La Niña-Ereignis ein“, so Meteorologin Corinna Borau. Denn vor der chilenischen Pazifikküste herrschen aktuell eher kalte Wasseroberflächen Temperaturen. „Das hat auch in der großräumigen Zirkulation Einfluss auf unser Winterwetter in Mitteleuropa.“ Heißt: La Niña könnte uns unter Umständen Schnee im Dezember bringen und für weiße Weihnachten in Deutschland sorgen.

Wetter: Das sagen die Prognosen für den Dezember voraus

Doch was sagen die langfristigen Modelle für den kommenden Dezember voraus? Das europäische Modell des ECMWF traf Anfang Oktober bereits Prognosen für den letzten Monat des Jahres - und sagte sogar zu niedrige Temperaturen voraus. Der Januar hingegen soll eher durchschnittlich verlaufen. Der Februar soll laut dem Modell zu mild ausfallen. „Das würde zumindest für ein paar winterliche Tage oder sogar Wochen sprechen“, erklärt Corinna Borau.

Das amerikanische Wettermodell NOAA sagt allerdings etwas anderes voraus: Der Dezember wird überdurchschnittlich warm. Januar und Februar sehen laut dem Modell sogar noch milder aus. Was letzten Endes eintrifft, muss vorerst abgewartet werden. Es ist auch gut möglich, dass die Vorhersagen nochmals angepasst werden. *echo24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Stefan Thomas/dpa

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