Bringt er Schnee und Kälte?

Wetter: Wegen Polarwirbel droht „sibirische Kältewelle“ im Winter 2021 

Eine Frau schaufelt Schnee.
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Der Winter 2021/2022 könnte eisig kalt und schneereich werden, sagen erste Prognosen.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Schnee, Eis und Minusgrade? Der Winter 2021 könnte heftig werden, je nachdem, wie aktiv der Polarwirbel ist. Sogar eine „sibirische Kältewelle“ ist möglich.

Stuttgart - Beim aktuellen Wetter in Deutschland will man es noch gar nicht wahrhaben, dass Herbst und Winter fast schon vor der Türe stehen. Der Sommer kommt im September mit bis zu 25 Grad zurück und beschert uns noch ein paar schöne sonnige Tage. Doch mit dem 1. September ist bereits der meteorologische Herbstanfang eingetreten. Am 21. Dezember folgt dann der meteorologische Winteranfang in Deutschland.

Meteorologen wagen schon jetzt einen Blick auf den kommenden Winter. Laut ersten Prognosen droht 2021 ein „Eiswinter“ und enorme Schneemassen sind möglich. Dank der heutigen Technik lassen sich solche Vorhersagen bereits jetzt treffen. Ausschlaggebend für solche Prognosen ist auch der Polarwirbel. Er bestimmt, wie eisig der Winter werden könnte.

Wetter in Deutschland: Polarwirbel bestimmt, wie kalt und schneereich der Winter wird

Schon jetzt werden die Tage kürzer und die Nächte wieder länger. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der Herbst langsam aber sicher beginnt. „Gleichzeitig schalten auch die großen Steuermechanismen in der Nordhälfte der Erde von Sommerzeit auf Winterzeit“, berichtet wetter.de. Ein entscheidender Faktor für den kommenden Winter ist der Polarwirbel. Er bestimmt maßgeblich, wie der Winter in Deutschland sein wird.

Bereits jetzt im Herbst bildet sich der Polarwirbel aus und nimmt deutlich an Fahrt auf. Daher lassen sich schon Monate vor Winterbeginn erste Prognosen treffen. „Der Polarwirbel entsteht im Laufe des Herbstes und verstärkt sich in den Wintermonaten deutlich. Also genau dann, wenn die Temperaturunterschiede zwischen der Polregion und den südlichen Breiten besonders groß sind“, erklärt Björn Alexander, Meteorologe bei RTL. Meist sei dies rund um die Wintersonnenwende der Fall, so der Experte weiter.

In dieser Zeit ist es nördlich des Polarkreises über Wochen, sogar über Monate dunkel. Ohne die wärmende Kraft der Sonne ist es dort extrem kalt. „Das wiederum hat zur Folge, dass die westlichen Winde am Rande des Polarwirbels deutlich stärker sind als im Sommer“, erklärt Björn Alexander.

Wetter in Deutschland: Droht im Winter 2021 eine sibirische Kältewelle?

Normalerweise herrschen in unseren Breiten eher milde Winter mit wenig Schnee. Auch dazu trägt der Polarwirbel bei. Ist dessen Zirkulation intakt, sorgt er in unseren Breiten für milde westliche Winde. Diese wiederum bringen Regen mit sich, der nur in höheren Lagen, etwa im Bergland, in Schnee übergeht. Im Flachland kommt durch den Polarwirbel daher eher selten Schnee an. Im Februar sagt eine Deutsche Wetterstation unfassbare Kälte mit -43 Grad voraus.

Ist der Polarwirbel hingegen nicht intakt, „schwächelt“ sozusagen, sieht das Winterwetter in Deutschland ganz anders aus. Tritt ein geteilter Polarwirbel ein, ein sogenannter Polarwirbel-Split, führt das zu einer Verlangsamung der Westwinddrift und kann diese sogar umkehren. Oft dominieren in solchen Phasen östliche Winde. Die Folge: Kaltluft aus Nord- und Nordosteuropa gelangt zu uns. „Wenn sich diese Wetterlage länger hält, dann kann aus einer kalten Schweden-Schelle mit Luft aus Nordeuropa sogar eine sibirische Kältewelle werden“, sagt Björn Alexander. Ist das auch im Winter 2021 der Fall?

Exakte Prognosen lassen sich noch nicht treffen. Doch anhand von Computermodellen wagt zum Beispiel das CFS des Amerikanischen Wetterdienstes (NOAA) eine erste Prognose. Den aktuellen Berechnungen zufolge wird es in Deutschland einen eher moderaten Winter geben. Extreme Abweichungen werden im Modell nicht angezeigt. Vor allem deutliche Abweichungen nach oben gibt es wohl im kommenden Winter nicht. Heißt konkret: Wir könnten auch mehr Winter und Schnee in den tieferen Lagen bekommen.

Winter in Deutschland: Auf 1.000 Metern Schnee ab Oktober möglich

Darf man sich in Deutschland also auf weiße Weihnachten freuen? Auch das kann noch nicht sicher gesagt werden. Schließlich handelt es sich bei den Computerberechnungen um experimentelle Modellrechnungen. Doch generell lässt sich sagen: Je höher und je östlicher der Ort liegt, desto früher fällt Schnee in Deutschland.

Auf Bergen von 1.000 Metern oder höher ist eine geschlossene Schneedecke somit schon im Oktober möglich. Bis Mitte November kommen dann auch die tiefer gelegenen Mittelgebirgsländer dazu.

Schnee im Flachland ist dann noch eher selten, das ändert sich aber bis Mitte Dezember. Zum Beispiel in der Osthälfte Deutschlands, etwa rund um Dresden, gibt es schon vor Weihnachten häufig Schnee. In den tieferen Lagen im Westen dauert es meist bis Anfang Januar, bis der erste Schnee fällt und auch liegen bleibt. Am längsten muss man im Norden auf den ersten Schnee warten. Dort fällt er meist erst Mitte Januar zum ersten Mal.

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