Kommen Schneemassen?

Wetter: Bedrohliches Arktis-Phänomen könnte 2021 Eiswinter auslösen

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Der Polarwirbel schwächelt aktuell und könnte uns somit einen eisig kalten Winter bescheren. Ein weiteres Phänomen hat Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland.

Stuttgart/Arktis - Es könnte ein eisig kalter Winter werden: Erste Prognosen sprechen schon seit Wochen von einem drohenden „Eiswinter“ in Deutschland. Dank der heutigen Technik lassen sich früh Vorhersagen für die kommenden Monate treffen. Wettermodelle können somit schon jetzt einschätzen, was uns beim Wetter in Deutschland erwartet.

In den letzten Jahren fielen die Winter deutlich zu warm aus. Weiße Weihnachten waren weit und breit nicht in Sicht. Könnte das dieses Jahr anders werden? Das lässt sich anhand des Polarwirbels schon jetzt abschätzen. Denn er ist ausschlaggebend dafür, wie eisig die kommenden Monate werden. Und so wie es aktuell aussieht, könnte uns der Polarwirbel sibirische Kälte bringen.

Winter 2021/2022: Polarwirbel bringt dem Wetter in Deutschland womöglich arktische Kälte

Auch wenn die Antarktis weit weg scheint - sie hat großen Einfluss auf das Wettergeschehen in Deutschland. Der Zustand des sogenannten Polarwirbels ist für unser Winterwetter dabei essenziell, schreibt wetter.de. Dabei handelt es sich um ein Winter-Tief in der Nähe des Nordpols. Extrem kalte Luft sammelt sich dabei in großer Höhe. Um den Polarwirbel wiederum strömt Wind, der sogenannte Jetstream. Diese beiden Winde beeinflussen sich gegenseitig. Ist der Polarwirbel stark, so ist auch der Jetstream kräftig. Letzterer kann für Stürme in Deutschland sorgen.

Die Arktis hat eine weitere Wirkung auf unser Wetter: So kann etwa zu wenig Meereis am Nordpol den Polarwirbel stören. Teilt sich dieser Polarwirbel dann später im Hochwinter, sinken bei uns in Deutschland die Temperaturen und es wird richtig eisig.

Wahrscheinlichkeit hoch, dass „Polarwirbelsplit“ Temperaturen in den Keller stürzen lässt

Die Wetter-Phänomene in der Arktis bestimmen somit unser Winterwetter. Aktuell sieht es in der Arktis kritisch aus. Insgesamt gibt es dort zu wenig Meereis. Laut Wissenschaftlern könnte der dadurch geschwächte Polarwirbel somit Frost und Eis nach Deutschland bringen. Im Hochwinter, also im Januar und Februar bis Anfang März, kann dadurch in Deutschland eine markante Winterlage entstehen, geradezu arktische Kälte ist dann möglich. Spaltet sich dann noch der Polarwirbel, gelangt eisig kalte Luft nach Deutschland. Dieses Phänomen nennt sich „Polarwirbelsplit“. Auch im Februar 2021 führte dieses Arktis-Phänomen zu heftigen Extremen.

„Der Polarwirbel soll zu Beginn des Winters noch schwach ausgeprägt sein“, so die Prognose von Veronika Krieger, Meteorologin bei „The Weather Channel“. Allein dadurch steige die Wahrscheinlichkeit für einen Polarwirbelsplit. Schon jetzt liegt die Temperatur-Prognose für November und Dezember unter dem Schnitt der letzten Jahre. Auf Schnee in Deutschland können wir uns laut der Wettermodelle aber vorerst nicht freuen. „Durch die trockene Luftzufuhr aus dem Norden werden diese Monate eher trocken verlaufen“, so die Wetterexpertin.

Der Winter 2021/2022 könnte somit dieses Jahr besonders kalt werden. Künftig werden solche Wetter-Extreme wohl noch häufiger geschehen. Denn das Meereseis wird mit jedem Jahr weniger - und das hat, wie man sieht, auch einen Einfluss auf unsere Wetterlage. Am 16. September erreichte das Meereis laut wetter.de ein Minimum. Nach den Daten des amerikanischen „National Snow and Ice Datenzentrums“ ist es der zwölftniedrigste Stand einer 43 Jahre alten Satellitenerfassung.

Rubriklistenbild: © Gareth Fuller

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