Wetter in Deutschland

Wetter: Tornados bald auch in Deutschland? Meteorologe warnt vor Wetter-Extremen

Die Wolkenwalze einer Tiefdruckfront zieht am 01.06.2016 über Xanten (Nordrhein-Westfalen).
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Extreme Wetterbedingungen sollen künftig laut einem Meteorologen öfter in Deutschland vorkommen.
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Das Wetter in Deutschland erlebt derzeit heftige Unwetter. Meteorologe Andreas Friedrich rechnet damit, dass die Wetterbedingungen hierzulande in Zukunft noch extremer werden. Sind dann auch Tornados in Deutschland möglich?

Stuttgart - Das Wetter in Deutschland erlebte in den vergangenen Tagen schwere Unwetter. Betroffen davon war vor allem auch der Südwesten. In der Landeshauptstadt Stuttgart und der Region gab es so heftige Starkregenfälle, dass Straßen überschwemmt und Keller geflutet wurden. In Tübingen und darüber hinaus auch im Schwarzwald fiel so viel Hagel, dass die Straßen mitten im Sommer wirkten wie im tiefsten Winter.

Geht es nach dem Meteorologen Andreas Friedrich müssen die Menschen in Deutschland künftig öfter mit solchen heftigen Ausmaßen rechnen. „Wir müssen“, so Friedrich gegenüber der Stuttgarter Zeitung, „uns insgesamt auf extremere Wetterbedingungen einstellen durch die Klimaerwärmung“. Es lasse sich zwar nicht eindeutig sagen, dass die heftigen Gewitter durch den Klimawandel verursacht werden. Aus den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) lasse sich aber deutlich erkennen, dass Gewitter und Starkregen nicht über die Jahre hinweg nur zunehmen, sondern auch heftiger würden.

Wetter in Deutschland: Auch Hitzewellen sollen künftig öfter vorkommen

„Auch in den höheren Luftschichten ist es wärmer, deshalb wird dort mehr Feuchtigkeit gespeichert. Dadurch fällt dann auch mehr Regen. All dies ist schlüssig, denn die Klimaerwärmung ist in den letzten 20 Jahren auf die Überholspur gegangen“, so Andreas Friedrich weiter.

Zudem zeigten die Daten auch, dass die Hitzewellen in Deutschland mit über 40 Grad häufiger auftreten würden. Heftige Wetter-Prognosen rechnen auch in diesem Sommer mit Hitzewellen. In den typischen Sommern, so Andreas Friedrich weiter, gebe es nun oft Dürre und hohe Temperaturen über Wochen hinweg.

Wetter in Deutschland: Beim Grundwasserpegel besteht Nachholbedarf

Die Wetterumschwünge, die zwischendrin auftreten, bringen „dann Unwetterkapriolen, Tornados, heftigen Regen“. Die kurzen, heftigen Regengüsse seien allerdings nicht hilfreich, da sie nicht im Boden versickern, sondern nur oberflächlich abfließen und den Feuchtigkeitsmangel nicht ausgleichen. Dabei bestehe für den Grundwasserpegel und die tiefen Bodenschichten viel Nachholbedarf.

Der Wissenschaftler betont deshalb, dass es angesichts des Klimawandels keine Zeit mehr zu verlieren gebe. „Es muss jetzt alles geschehen, was möglich ist“, so Andreas Friedrich. Gegen die Coronabedrohung könne man Impfungen entwickeln, eine Impfung gegen die Klimakatastrophe gebe es nicht.

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