Erst Winter, dann Herbst

Wetter: „Kampf der Luftmassen“ bringt -6 Grad kalten Wintereinbruch in Deutschland

  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Das Wetter in Deutschland wird langsam aber sicher winterlich. Doch auf den ersten Schnee folgt Sturm mit Windböen bis zu 90 Kilometern pro Stunde.

Stuttgart - Erst Schnee, dann Sturm - das Wetter in Deutschland scheint sich aktuell nicht entscheiden zu können, ob es noch im Herbst feststeckt oder bereits im Winter angelangt ist. Laut Prognosen erwartet uns bald der erste Schnee in Deutschland in tiefen Lagen.

Doch das Weiß hält sich nicht lange und wird schon kurz darauf von milden Temperaturen und Sturm abgelöst, verrät Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net.

Wetter in Deutschland: Frost, Temperaturabsturz und Schnee

Auch wenn es aktuell noch nicht danach aussieht: Meteorologen sehen Anzeichen für einen La-Niña-Winter. Der scheint uns allerdings in nächster Zeit noch nicht bevorzustehen. Momentan sind die Temperaturen noch zu hoch. „Eine durchgreifende „Einwinterung“ scheint erst einmal vom Tisch zu sein, dafür fehlt in den nächsten Tagen einfach der Dauerfrost. Und den wird es auch bis Anfang Dezember nicht geben“, sagt Dominik Jung.

Aktuell haben wir hohen Luftdruck, aber der stürzt schon bald ab und wir rutschen in den Tiefdruck hinein. „Dann geht es erst einmal sehr wechselhaft weiter, mindestens bis 8. Dezember“, sagt der Meteorologe. Vorerst beschert uns das Hochdruckgebiet „Walpurgia“ ruhiges Wetter. Am Dienstag (23. November) gibt es im Süden des Landes zeitweise auch Sonnenschein. Nur im Norden bleibt es bewölkt, auch Regen ist möglich. Die Temperaturen liegen bei 5 bis 8 Grad. Am Mittwoch wird es dann schon kälter mit leichtem Frost. 0 bis -3 Grad werden in der Mitte Deutschlands und im Süden erwartet, an den Alpenrändern herrschen sogar nur -6 Grad.

Zum Ende der Woche gibt es einen Temperatursturz, der für einen Wintereinbruch sorgt. Mancherorts kann man sich dann über die ersten Schneeflocken des Winters freuen. Denn die Wetterkarten versprechen laut Dominik Jung am Freitag (26. November) ein „Schneetief“.

Wetter: Schneetief zieht über Deutschland - „Flocken bis in tiefe Lagen“

Der Freitag könnte Deutschland in einigen Regionen den ersten richtigen Wintereinbruch in tiefen Lagen bringen. „Da kommt ein Schneetief herangezogen“, sagt Meteorologe Dominik Jung. Das trifft besonders Bayern und Baden-Württemberg. „Vom bayrischen Wald bis zum Schwarzwald rieseln im Tagesverlauf die Flocken bis in tiefe Lagen.“ Die Schneefallgrenze liegt laut dem Wetterexperten bei etwa 200 bis 300 Metern. Darunter gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit Schneeregen. Erst ab einer Höhe von 500 bis 700 Metern bleibt der Schnee auch etwas liegen.

Auf Deutschland rollt ein Schneetief zu. Doch die Flocken halten sich nicht lange: Ein Sturmtief bringt Warmluft zurück.

Im Süden erreichen die Temperaturen am Freitag etwa 2 Grad, in höheren Lagen ab 600 Metern herrscht Dauerfrost. Im Norden Deutschlands bleibt es hingegen milder bei Temperaturen von 4 bis 6 Grad.

Auch der Samstag (27. November) bringt hier und da einzelne Schneeflocken mit sich. Dieses Mal darf sich der Westen, von Niedersachsen über Nordrhein-Westfalen bis nach Hessen und Rheinland-Pfalz über Schneefall freuen. „Da rieseln ab 400 bis 500 Metern die Flocken von Himmel herab. Aber auch da bleibt eigentlich kaum etwas liegen“, sagt Dominik Jung. Auch am ersten Advent (28. November) gibt es stellenweise noch etwas Schnee. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, im Saarland und auch in Baden-Württemberg schneit es leicht. Ein dramatischer Wintereinbruch ist allerdings aufgrund der milden Temperaturen laut Dominik Jung nicht zu erwarten.

Westwetterlage bringt Sturm nach Deutschland - Warmluft folgt

Doch die Wetterlage ändert sich schnell wieder. „Es gibt den Kampf der Luftmassen“, so Dominik Jung. „Frühwinter auf der einen Seite gegen die milde Westwetterlage auf der anderen Seite.“ Letztere hätte laut dem Wetterexperten sogar Potenzial für Sturm in Deutschland. Das zeigt sich auch beim Diagramm der Ensemble-Vorhersagen. Für Norddeutschland sind zum Monatswechsel hin deutliche Ausschläge zu erkennen. In 10 Metern Höhe werden Spitzenböen von 80 bis 90 Kilometern pro Stunde erreicht. „Da ist irgendwas im Busch. Die Westwetterlage versucht wieder aufzuleben“, erklärt Dominik Jung die Vorhersage.

Das bekommen wir Ende November und Anfang Dezember in ganz Deutschland zu spüren. Für den 30. November sind Sturmböen mit 70 Kilometern pro Stunde vorhergesagt, am 1. und 2. Dezember erreichen diese bereits bis zu 90 Kilometer pro Stunde. Auf das Sturmtief folgen warme Luftmassen.

Die lassen den liegengebliebenen Schnee in Höhenlagen wieder schmelzen. Bis zum 8. Dezember steigen dann die Temperaturen wieder leicht an. Die Chancen auf Schneefall oder eine geschlossene Schneedecke sind da vorerst sehr gering. Für Weihnachten machen Experten Winterfans hingegen Hoffnung: Die Chance für weiße Weihnachten liegt schon jetzt bei 70 Prozent.

Rubriklistenbild: © dpa

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